«Frohe Weihnachten gewünscht» – Gladbach hadert mit dem Schiri 

Von Luca Betschart

2.12.2020

Gladbach – Inter 2:3

Gladbach – Inter 2:3

Nach einer hitzigen Schlussphase entführt Inter Mailand mit einem 3:2-Erfolg die drei Punkte aus Mönchengladbach. Im zweiten Durchgang machte Lukaku den Unterschied zu Gunsten der Nerazzurri aus.

02.12.2020

Statt des vorzeitigen Einzugs in die Champions-League-Achtelfinals kassiert Borussia Mönchengladbach gegen Inter den womöglich entscheidenden Rückschlag in der Gruppe B. Zwei umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen sorgen für erhitzte Gemüter.

Als ungeschlagener Tabellenführer der Gruppe B bietet sich Borussia Mönchengladbach am Dienstag die grosse Chance, sich mit einem Heimsieg gegen Inter Mailand vorzeitig für die Champions-League-Achtelfinals zu qualifizieren. Doch es läuft nicht nach Plan für den Bundesligisten.

Bereits nach einer Viertelstunde bringt Darmian die Gäste aus Mailand in Front, Nationalgoalie Yann Sommer macht dabei keine sonderlich glückliche Figur. Immerhin bringt Pléa die Mannschaft von Marco Rose mit dem Ausgleichstreffer kurz vor der Pause zurück in die Spur. Die Freude währt aber nicht lange.



Weihnachtswünsche für den Unparteiischen

Hauptverantwortlich dafür ist Inter-Tank Romelu Lukaku, der seine Farben mit einem Doppelpack innert neun Minuten in Front schiesst. Allerdings wirft insbesondere das 1:2 in der 64. Minute Fragen auf, weil Gladbach-Stürmer Thuram in der Entstehung des Tores wohl regelwidrig gestoppt wird. Für «blue Sport»-Experte Urs Meier ist jedenfalls klar: «Kein Foul von Gagliardini, aber klares Foul von Brozovic, der ihn unten trifft. Das ist ein Foul.»

Gladbach benachteiligt? Urs Meier ärgert sich tierisch über den VAR

Gladbach benachteiligt? Urs Meier ärgert sich tierisch über den VAR

Inter Mailand gewinnt am Dienstag in der Champions League 3:2 gegen Gladbach. Inters Treffer zum 2:1 hätte aber nicht zählen dürfen, ist sich der ehemalige Spitzenschiedsrichter Urs Meier sicher. Bei «blue Sport» redet er sich in Rage.

02.12.2020

Gladbach lässt sich auch davon nicht beirren, markiert eine Viertelstunde vor Schluss den Anschlusstreffer und kommt dank Pléas drittem Treffer kurz darauf gar tatsächlich noch zum Ausgleich – vermeintlich. Weil Breel Embolo bei der Schussabgabe des Franzosen aber minimal im Abseits steht und dem Inter-Goalie Handanovic möglicherweise die Sicht nimmt, wird das Tor nach Videokonsultation nicht gegeben. Eine umstrittene Entscheidung, die Gladbach-Trainer Rose auf die Palme bringt.

Wegen Reklamierens sieht der Erfolgscoach unmittelbar nach der Entscheidung die Gelbe Karte, und auch nach dem Schlusspfiff redet Rose auf Schiedsrichter Danny Makkelie ein. «Ich habe dem Schiedsrichter in den Emotionen des Spiels frohe Weihnachten gewünscht», will der 44-Jährige im Interview nicht zu viel über den Diskurs verraten. An der Pressekonferenz ergänzt er später: «Ich habe meine Sicht der Dinge dargelegt. Der Schiedsrichter hat das Tor nicht gegeben, also hat er eine andere Sicht der Dinge gehabt.»

Ein Endspiel im Bernabéu 

Für Rose ist aber klar: «Breel steht nicht im Sichtfeld des Torhüters. Er springt hoch und behindert ihn nicht. Den kann man auch mal geben.» Mittelfeldstratege Christoph Kramer pflichtet seinem Trainer bei, betont allerdings: «Wenn das Ding auf der anderen Seite fällt, bin ich wahrscheinlich der Erste, der reklamiert.» Ein klarer Fehlentscheid sei es deshalb zwar nicht, aber: «Das Foul (vor dem 1:2, Anm. d. Red.) ist klarer als die Sichtblockierung von Breel», glaubt Kramer. Und für Rose sind es «in der Summe zwei 50:50-Entscheidungen, die leider gegen uns getroffen wurden».



Immerhin bleiben die Fohlen auch vor dem letzten Spieltag (9. Dezember, 21:00 Uhr live auf «blue Sport») Tabellenführer der Gruppe B und haben nach wie vor alles in der eigenen Hand. Der Haken: Im alles entscheidenden Endspiel um die Achtelfinal-Quali muss Gladbach auswärts gegen das grosse Real Madrid ran, das seinerseits ebenfalls auf Punkte angewiesen ist.

Es ist also durchaus denkbar, dass die Fohlen gegen Inter ihre grösste Chance aufs Weiterkommen bereits verspielten – auch wenn Rose an der Pressekonferenz bereits mit einer Kampfansage aufwartet: «Jetzt müssen wir eben in Madrid das Ding klarmachen.»

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