Rummenigge stärkt Al-Khelaifi den Rücken

«Wo war Paris Saint-Germain vor Nasser?»

lbe

31.3.2022

PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi (rechts) und PSG-Sportdirektor Leonardo sollen nach dem Champions-League-Achtelfinal gegen Real die Schiedsrichter-Kabine aufgesucht haben.
Bild: Getty

Karl-Heinz Rummenigge ergreift Partei für PSG-Chef Nasser Al-Khelaifi und hofft, dass dieser auch nach der jüngsten Welle an Kritik in seinem Amt beim französischen Spitzenklub bleibt.

lbe

31.3.2022

Paris Saint-Germain hat es auch in diesem Jahr nicht geschafft, den so lang ersehnten Champions-League-Titel in die französische Hauptstadt zu holen. Im Kracher-Duell gegen Real Madrid sieht es im Achtelfinal zwar lange gut aus, bevor die Pariser ihren erarbeiteten Vorsprung innert kürzester Zeit verspielen und ausscheiden. Der Frust muss riesig sein.

Offenbar auch bei Klubchef Nasser Al-Khelaifi. Gemeinsam mit Sportdirektor Leonardo soll er nach dem Schlusspfiff versucht haben, in die Kabine der Unparteiischen zu gelangen. Über die genauen Vorkommnisse gibt es zwar widersprüchliche und unbestätigte Informationen, allerdings leitet die UEFA ein Disziplinarverfahren gegen den Verein und seine Spitzenfunktionäre ein.

Unterstützung von Rummenigge

Nach dem Aus in Madrid gerät Al-Khelaifi zudem auch beim eigenen Anhang in Bedrängnis, die organisierte Fan-Szene fordert gar den Abgang des 48-Jährigen. In einem Statement erklären die Anhänger, man wisse zwar genau, was man Al-Khelaifi zu verdanken habe. «Aber man muss feststellen, dass er nicht der Mann der Stunde ist.»

Karl-Heinz Rummenigge, ehemaliger Vorstandsboss des FC Bayern, ergreift in einem Interview mit «L’Équipe» nun Partei für den Gescholtenen. Al-Khelaifi soll «auf keinen Fall» seinen Posten bei PSG räumen. Schliesslich habe man lange suchen müssen, bevor man den Klub auf der europäischen Karte entdeckt habe. «Wo war PSG vor Nasser?»

Geduld ist angesagt

Rummenigge stellt hinsichtlich der Vorfälle in Madrid aber auch klar: «Ich war an Nassers Stelle und es bringt nichts, seine Nerven zu verlieren. Nasser ist einer, der rational ist und sich beherrscht. Er ist immer freundlich, aufmerksam, aber der Fussball, das sind viele Emotionen.» Und doch werde er ihm davon abraten, zur Schiedsrichterkabine zu gehen, wenn er ihn das nächste Mal sehe.

Ohnehin mahnt Rummenigge den PSG-Chef und seinen Klub zur Geduld, welche auch mit einem aussergewöhnlichen Team vonnöten sei. «PSG muss verstehen, dass es unmöglich ist, die Champions League von einem auf den nächsten Tag zu gewinnen.»

Real Madrid – PSG 3:1

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