Schweden scheitert im WM-Viertelfinal an der Schweiz und hadert nach der Partie mit den Schiedsrichtern. Dass Timo Meier nach einem harten Check nicht unter die Dusche muss, bringt die Skandinavier auf die Palme.
Im WM-Viertelfinal zwischen der Hockey-Nati und Schweden sind 34 Minuten gespielt, als Timo Meier Gegenspieler Oskar Sundqvist mit einem harten Check in der Mittelzone niederstreckt. Der Nati-Stürmer trifft den Schweden am linken Knie. Sundqvist bleibt verletzt auf dem Eis liegen und wird später in den Katakomben im Rollstuhl gesehen. Wie schlimm es um den 32-Jährigen steht, ist derzeit noch unklar.
Meier kommt mit einer Zwei-Minuten-Strafe wegen Cross-Checks davon und entgeht einer Matchstrafe. Gleichzeitig muss auch Johansson, der seinen Teamkollegen rächt und Meier anschliessend angeht, wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Das ärgert die Schweden gewaltig. Trainer Sam Hallam verleiht seinem Unverständnis schon während der Partie an der Bande lautstark Ausdruck.
Klare Worte der schwedischen Spieler
Nach der Partie wählt auch Riesentalent Ivar Stenberg deutliche Worte und sagt der schwedischen Zeitung «Aftonbladet» nach der Partie: «Unglaublich unfair. Feige Schiedsrichter. Sie trauen sich nicht, gegen das Schweizer Publikum zu entscheiden. Wirklich feige», so der 18-Jährige. «Sie hatten zuvor schon eine Fünf-Minuten-Strafe (gegen Dean Kukan, Anm. d. Red.) gegeben, und deshalb wollten sie keine weitere mehr verhängen.»
Auch Verteidiger Mattias Ekholm glaubt, dass die bereits in der 7. Minute ausgesprochene Matchstrafe gegen Kukan das Schiedsrichter-Urteil im Fall von Meier beeinflusst haben könnte. «Persönlich finde ich, dass es ein klarer Knie-Check ist», sagt der NHL-Spieler. «Ich weiss nicht, ob die Schiedsrichter nach der Fünf-Minuten-Strafe im ersten Drittel Angst bekommen haben. Aber Eishockey ist Eishockey – man muss jede Situation so beurteilen, wie sie ist.»
«Das muss immer eine Fünf-Minuten-Strafe sein»
Für die Experten in Schweden ist der Fall klar. «Das muss absolut eine Fünf-Minuten-Strafe sein, immer. Mit den Knien so reinzugehen, ist absolut gefährlich», sagt die Eishockey-Legende beim schwedischen Videostreaming-Dienst Viaplay.
Noch deutlicher wird Experten-Kollege Erik Granqvist. «Ich will nicht fluchen, aber das ist so verdammt schlecht von den Schiedsrichtern», wird er von «Aftonbladet» zitiert. «Das ist eine glasklare Fünf-Minuten-Strafe. Es ist extrem unfair von Meier. Ich weiss, dass er einen Cross-Check gemacht hat, aber er hat auch bewusst sein linkes Knie ausgestreckt, und es war Knie gegen Knie. Das ist extrem gefährlich.»