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Jetzt meldenPatrick Fischer äussert sich erstmals nach seiner Freistellung als Hockey-Nationaltrainer wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats öffentlich. Der 50-Jährige erhebt dabei Vorwürfe gegen das SRF – nun reagiert dieses.
Patrick Fischer bricht sein Schweigen. Knapp zwei Monate nach seiner Freistellung als Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft publiziert der Zuger auf seinem YouTube-Kanal ein 35-minütiges Video-Interview. Geführt wird dieses von Peter Röthlisberger von der Chefredaktion GmbH, einer PR-Agentur. Der Interviewer ist ehemaliger Chefredaktor des Blick und war einst Inlandchef der Weltwoche.
Darin hält Fischer fest, dass es sich bei jenem folgenreichen Mittagessen mit SRF-Redaktor Pascal Schmitz um ein «Off-the-Record-Gespräch» gehandelt habe, dessen Inhalt nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sei.
Zur Erinnerung: Damals hatte Fischer gegenüber Schmitz erwähnt, dass er 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen nach China gereist war.
Dabei beruft sich Fischer auf eine Mail von Schmitz an Finn Sulzer, Medienchef des Schweizer Eishockeyverbands, in welcher der SRF-Redaktor versichert, sich der Off-the-Record-Vereinbarung bewusst zu sein und diese ernst zu nehmen.
Röhtlisberger, dem das Schreiben von Schmitz vorliegt, zitiert im Interview aus der Mail und stützt die Aussagen von Fischer: «Ich schreibe dir bezüglich unseres ‹Off-the-Record›-Gesprächs am Mittagstisch in Altstetten. Mir ist die Bedeutung einer ‹Off-the-Record›-Vereinbarung sehr bewusst, und ich nehme dies ernst», soll Schmitz an Sulzer geschrieben haben.
Deshalb wirft Fischer dem Sender einen Vereinbarungsbruch vor: «Mich hat irritiert, dass es vom SRF danach hiess, das sei nicht so gewesen», so der Ex-Nationaltrainer.
Nun reagiert SRF auf die Aussagen Fischers und stellt in einer Mitteilung klar: «SRF hält an seiner bisherigen Darstellung fest: Es gab keine Off-the-Record-Vereinbarung vor dem Gespräch mit Patrick Fischer.»
Stattdessen habe Sulzer versucht, im Nachgang zum besagten Mittagessen eine ‹Off-the-Record›-Forderung geltend zu machen. «Deshalb kam es zum erwähnten E-Mail-Verkehr zwischen Pascal Schmitz und dem Medienchef.»
In seiner Antwort hätte Pascal Schmitz auf diese nachträgliche Forderung Bezug genommen und den Wortlaut des Verbandes wiedergegeben. «Eine vorgängige Off-the-Record-Vereinbarung wurde damit nicht bestätigt. Im gleichen E-Mail hat Pascal Schmitz zudem klargestellt, dass er die Aussagen nicht einfach ignorieren kann und dass er – in Absprache mit der Chefredaktion – Patrick Fischer und dem Verband die Möglichkeit zur Stellungnahme geben will», heisst es seitens SRF weiter.

Schweizer Fans bedanken sich vor dem WM-Final gegen Finnland bei Patrick Fischer.
KEYSTONE
Der Sender bestätigt damit zwar die von Röhtlisberger vorgelesene Passage aus der Mail, legt aber nahe, dass in Fischers Video-Interview offenbar nicht der gesamte Inhalt von Schmitz' Schreiben wiedergegeben wurde.
Darüber hinaus schreibt SRF: «Eine Off-the-Record-Vereinbarung muss vorgängig, explizit und gegenseitig erfolgen – das ist ein anerkannter journalistischer Grundsatz. Das war hier nicht der Fall. Entscheidend ist zudem, dass die betreffende Aussage im Rahmen eines Drehtages für ein Porträt fiel, in einer klar erkennbaren beruflichen Situation im Beisein des Medienchefs und eines Kameramanns, und nicht in einem vorgängig vereinbarten Off-the-Record-Gespräch. Ungeachtet dessen hat die Redaktion den nachträglich angebrachten Vorbehalt respektiert: Die entsprechenden Aussagen wurden weder als Zitat veröffentlicht noch wurde Patrick Fischer als Quelle genannt.»
Das SRF weise die Vorwürfe zurück, journalistische Grundsätze verletzt oder eine Vereinbarung gebrochen zu haben, und nehme zur Kenntnis, dass Patrick Fischer die Situation anders beurteile.
Der Schweizer Eishockeyverband verwies nach Anfrage von blue News auf die laufende Untersuchung der Geschehnisse. «Die geordnete Aufarbeitung aller Sachverhalte im Zusammenhang mit dem gefälschten Covid-Zertifikat von Patrick Fischer ist Teil der Administrativ-Untersuchung, die immer noch läuft. Sie dient dazu, die relevanten Abläufe und Verantwortlichkeiten zu klären.», heisst es seitens Swiss Ice Hockey.
Und weiter: «Die Untersuchung soll die relevanten Informationen unter Beachtung der rechtlichen Schranken berücksichtigen. Details zu einzelnen Untersuchungsschritten kommentieren wir nicht öffentlich. Zu Zwischenständen, internen Gesprächen oder einzelnen Personen äussern wir uns nicht. Wichtig ist: Der Bericht wird aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes, des Datenschutzes und aufgrund arbeitsrechtlicher Vorgaben nicht veröffentlicht werden – auch nicht in Auszügen. Die relevanten Erkenntnisse werden den zuständigen Stellen, insbesondere Swiss Sport Integrity (SSI), weitergeleitet.»
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