10 Tage bis WM-Start Schweizer Team nimmt Konturen an – das sind die Gewinner und Verlierer

SDA

5.5.2026 - 07:20

Hat in den letzten Jahren eine eine tolle Entwicklung gemacht: Tyler Moy
Hat in den letzten Jahren eine eine tolle Entwicklung gemacht: Tyler Moy
Keystone

Zehn Tage vor dem Start zur Heim-WM nimmt das Schweizer Kader langsam Konturen an. Auf der Euro Hockey Tour gibt es allerdings nicht mehr Gewinner als Verlierer.

Keystone-SDA

Am 15. Mai startet die Schweiz mit der Finalrevanche gegen die USA in Zürich in die Heim-WM. Noch stehen mit der Euro Hockey Tour in Schweden drei Vorbereitungsspiele an. In der vergangenen Woche konnte das Team des neuen Chefcoaches Jan Cadieux nur wenig überzeugen. Das 1:8 gegen Schweden war grauenhaft, das 3:5 gegen Finnland zumindest am Ende eine Steigerung und das 1:0 nach Penaltyschiessen gegen Tschechien, der erste Sieg auf der Euro Hockey Tour nach sieben Niederlagen, zumindest ein versöhnlicher Abschluss.

25 Spieler – mutmasslich drei Goalies, acht Verteidiger und dreizehn Stürmer – werden es in das WM-Aufgebot schaffen. Einige machten vergangene Woche Werbung für sich, andere konnten ihre Karten nicht verbessern. Das sind drei Gewinner und drei Verlierer – auf allen drei Positionen je einer.

Goalies

Reto Berra: Der grosse Gewinner der letzten Woche spielte (noch) nicht im rot-weissen Trikot. Der 39-jährige Zürcher trug mit hervorragenden Leistungen (Abwehrquote von 92,92 Prozent im Playoff-Final) massgeblich zum ersten Meistertitel von Fribourg-Gottéron bei und wurde ausgelassen gefeiert. Der je dreifache WM-Silbergewinner und Olympiateilnehmer löste einmal mehr das WM-Ticket – für seine bereits elfte WM.

Stéphane Charlin: Der 25-jährige Genfer war die Goalie-Entdeckung der letzten Saison und spielte als Backup von Leonardo Genoni auch eine starke WM. Nach wenig überzeugenden Auftritten im Playoff-Halbfinal mit Servette überzeugte er auch in der Nationalmannschaft nicht. Gegen Finnland wurde er nach 27 Minuten und vier Gegentoren aus acht Schüssen ausgewechselt. Er überstand den zweitletzten Cut nicht.

Verteidiger

Dominik Egli: Der 27-jährige Thurgauer war mit seinem Offensivdrang ein belebendes Element im Schweizer Spiel. Er gehörte letztes Jahr zum Silberteam, kam aber nur in drei Partien zum Einsatz. Nun könnte seine Rolle grösser sein, da mit Andrea Glauser (Fribourg), Michael Fora (Davos) und Jonas Siegenthaler (New Jersey Devils) drei eigentlich gesetzte Abwehrspieler sicher oder wahrscheinlich ausfallen. Dass Janis Moser mit Tampa Bay in den NHL-Playoffs in der 1. Runde ausgeschieden ist, hilft Egli allerdings nicht.

Simon Le Coultre: Der 26-jährige Neuenburger in Diensten von Servette lässt immer wieder sein Potenzial aufblitzen, bekommt aber auf internationaler Ebene auch regelmässig seine Limiten aufgezeigt. So liess er sich auch gegen Schweden und Tschechien zu oft vom Gegner düpieren.

Stürmer

Tyler Moy: Vor einem Jahr machte der 30-jährige gebürtige Kalifornier seinen Traum wahr und schaffte es erstmals an eine WM. Schon Patrick Fischer lobte den Stürmer der Rapperswil-Jona Lakers als jemanden, der mehr mache als jeder andere, um es ins Team zu schaffen. Das stellte Moy auch in den letzten Wochen unter Beweis. Nach seinem Aus im Playoff-Viertelfinal wegen einer Beinverletzung reiste Moy nicht in die Ferien, sondern in die USA, um sich bei einem Spezialisten fit zu bringen. Gegen Finnland und Tschechien war er der beste Schweizer Angreifer und brillierte mit einem schlitzohrigen Tor und einem eiskalten Penalty.

Théo Rochette: Den zweiten Schweizer Penalty gegen Tschechien, der den Sieg sicherte, verwertete Théo Rochette. Ansonsten konnte der 24-jährige Schweiz-Kanadier auf internationaler Ebene einmal mehr sein unbestrittenes Talent zu wenig ausspielen. In der National League ein zuverlässiger Skorer, kann er sich gegen starke Gegner zu wenig durchsetzen. Und er ist die Art Spieler, die an Toren gemessen wird. Der sehenswerte Penalty rettete ihm den Platz gerade noch für die letzte Phase der Vorbereitung, für die erste WM-Teilnahme wirds dennoch eng.

NHL-Quintett für Cadieux

Noch stehen 29 Spieler im Aufgebot von Jan Cadieux. Philip Kurashev und Janis Moser könnten aus der NHL noch dazu kommen. Mindestens vier, allenfalls auch fünf oder sechs Spieler werden also noch über die Klinge springen müssen.

Klar ist: Zusammen mit Pius Suter (St. Louis Blues), der bereits letzte Woche in der Euro Hockey Tour zum Einsatz kam, steht mit Josi (Nashville Predators), Hischier, Meier (beide New Jersey Devils) und Niederreiter (Winnipeg Jets) nun ein Quintett aus Nordamerika als Fixstarter an der WM fest.

Verteidiger Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils wird die WM verpassen, bei Philipp Kurashev, Stürmer der San Jose Sharks, besteht noch Hoffnung. Es laufen bei ihm medizinische Abklärungen. Ein Thema dürfte auch noch Janis Moser sein, der in der Nacht auf Montag mit den Tampa Bay Lightning aus den NHL-Playoffs ausschied.

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