Nach turbulenten 48 Stunden wird Patrick Fischer einen Monat vor dem Start zur Heim-WM vom Schweizer Eishockeyverband entlassen. So kam es zum Rauswurf des langjährigen und erfolgreichen Nati-Trainers.
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- Patrick Fischer wird per sofort als Schweizer Eishockey-Nationaltrainer entlassen, nachdem der 50-Jährige am Montag zugibt, mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele in Peking gereist zu sein.
- Ein Rücktritts-Angebot lehnte Fischer am Mittwoch ab, worauf der Verband die Konsequenzen zieht und den langjährigen Erfolgscoach freistellt.
- Nach dem Rauswurf meldet sich auch SRF-Redaktor Pascal Schmitz zu Wort, der den Stein nach einem Gespräch mit Fischer bei einem Mittagessen erst ins Rollen bringt.
Alles beginnt mit dem Geständnis von Patrick Fischer am Montagabend kurz nach 20 Uhr. In einer Videobotschaft gibt der Nati-Trainer zu, 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele in Peking gereist zu sein. Fischer bedauert sein Vergehen, für das er 2023 als Privatperson verurteilt wird – und erhält zunächst Rückendeckung des Schweizer Eishockeyverbandes, der die Angelegenheit mit der öffentlichen Stellungnahme des 50-Jährigen als «abgeschlossen» betrachtet.
Doch das greift zu kurz. Wenig später kommen neue Details ans Licht – unter anderem geht aus dem entsprechenden Strafbefehl hervor, dass Fischer in seiner Stellungnahme am Montag nicht die ganze Wahrheit sagt. Entgegen seiner Aussage, sich bis zur Zertifikatsfälschung «immer ans geltende Recht» gehalten zu haben, ist Fischer zu diesem Zeitpunkt bereits vorbestraft – gemäss dem Hockey-Verband aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung.
Rücktritts-Angebot abgelehnt
Anders als der Schweizer Verband reagiert am Mittwoch der Weltverband IIHF und leitet gegen den Trainer des Jahres 2025 eine Untersuchung ein. Der Druck von mehreren Seiten steigt – und führt schliesslich dazu, dass der Schweizer Verband zurückrudert und Fischer einen Rücktritt nahelegt. Dieses Angebot schlägt der langjährige Nati-Coach aus.
So zieht die SIHF am Mittwochabend die Konsequenzen und wirft Fischer per sofort raus. «Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen. Es geht um Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey zentral sind und von Patrick Fischer 2022 nicht gelebt wurden. Der Verband bedauert, dass er diesem Aspekt in seiner ersten Beurteilung zu wenig Beachtung geschenkt hat», heisst es in einer veröffentlichten Mitteilung.
Fischer verriet Straftat bei Mittagessen
Anschliessend meldet sich auch der Mann zu Wort, der den Stein erst ins Rollen brachte: SRF-Redaktor Pascal Schmitz. Bei «10vor10» erklärt der Produzent und Moderator, der seit 2013 bei SRF tätig ist, den Hergang. Demnach sei es bei Recherchearbeiten zu einem Porträt über den Nationaltrainer vor rund einem Monat zu einem Treffen gekommen.
«Während der Mittagspause kam es zu einem Gespräch zwischen mir und ihm. Auch der Medienchef des Schweizerischen Hockeyverbands und ein SRF-Kollege von mir, der das Porträt gedreht hat, waren dabei. Und dort erzählte mir Fischer von diesem Covid-Zertifikat, das er gefälscht bestellt hat und zwar ungefragt», sagt Schmitz und fügt an: «Da muss man sich als Journalist fragen: Was macht man jetzt mit dieser Information? Einfach vergessen oder muss man nicht seiner Aufgabe nachgehen? Wir haben uns für Letzteres entschieden.»
SRF fordert daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Luzern den Strafbefehl ein und macht überwiegendes öffentliches Interesse geltend. «Auf dieser Grundlage haben wir Fischer anschliessend mit den Fakten konfrontiert», sagt Schmitz. Es folgt die Stellungnahme Fischers, die eine öffentliche Debatte entfacht – mit dem bekannten Ausgang.