Genoni folgt seinem Herzen

bam

7.8.2018

Leonardo Genoni hat gute Zeiten mit dem SCB und in der Schweizer Nati hinter sich. Wird auch die Zukunft in Zug rosig?
Bild: Keystone

Der EV Zug entscheidet das Rennen um Leonardo Genoni für sich und verpflichtet den aktuellen SCB-Goalie ab nächsten Frühling. Ist es ein Wechsel, den man zu früh kommuniziert hat? Teleclub findet nicht und präsentiert Ihnen fünf Gründe, warum es die perfekte Entscheidung im richtigen Moment ist.

1. Die Familie und die Heimat

Leonardo Genoni ist ein Familienmensch. Er hat mit seiner Frau Anina drei Kinder: Giulien (5 Jahre), Emilia (3 Jahre) und Gianni (10 Monate). Für die Familie Genoni war schon immer klar, dass sie wieder in die Heimat nach Zürich zurückkehren. In Kilchberg haben sie ein Haus gebaut. Sie haben aus ihren Zukunftsplänen nie ein Geheimnis gemacht, es war also nur eine Frage der Zeit. Da der älteste Sohn in den nächsten Jahren eingeschult wird, darf es niemand verwundern, dass Genoni den Vertrag in Bern nicht verlängert hat. 

2. Neue Herausforderung

Für Genoni ist es der dritte Wechsel. Ausgebildet wurde der Zürcher bei den GCK/ZSC Lions. Mit 19 Jahren wechselt er zum HC Davos, mit den Bündnern wird er drei Mal Schweizer Meister. Auch beim SC Bern holt er sich gleich in der ersten Saison den Titel. Jetzt zieht es den 30-Jährigen nach Zug. «In Zug habe ich die Chance, eine neue sportliche Herausforderung in der Nähe meiner Heimat wahrzunehmen», sagt Genoni zu «Blick». Auch finanziell dürfte der Fünfjahresvertrag verlockend gewesen sein, auch wenn Genoni betont, dass er noch nie einen Vertrag des Geldes wegen unterschrieben hat. Eine Absicherung für die Zukunft ist es mit Bestimmtheit.

3. Ehrlichkeit währt länger

Genoni spielt keine Spielchen und hat auch keine Lust zum Pokern. Und auf Gerüchte, wann er jetzt endlich bei den ZSC Lions unterschreibt, kann er gut und gerne verzichten. Wenn für ihn ein Vertrag stimmt, dann unterschreibt er ihn. So tickt nun mal Genoni. Und dass dies nun ein Jahr vorher geschieht, ist für viele zwar unverständlich, war aber sicher keine Absicht. Irgendwie kann es ihm aber auch egal sein, denn es geht ja um seine Zukunft, da darf man auch an sich selber denken. Genoni: «Es geht halt um eine wichtige Position. Und ich bin ein ehrlicher Mensch. Ich habe kein Problem damit, werde bis zum letzten Tag Vollgas geben.»

4. SCB hat genug Zeit

Genoni sagt es richtig, es geht um eine wichtige Position. Und da die Schweizer Torhüter in der heutigen Zeit eher Mangelware sind, muss sich der SC Bern auch umsehen. Und das braucht nun mal Zeit. Diese hat der SCB durch den frühzeitigen Entscheid Genonis erhalten, auch wenn sein Abgang sportlich schwer zu verkraften sein wird. Sportchef Alex Châtelin überlegt sich sogar, eine Ausländerlizenz für die Torhüterposition herzugeben.

5. Rochade verhilft dem Schweizer Eishockey

Dass Genoni ab nächster Saison bei den Zugern das Tor hütet, kann dem Schweizer Eishockey dazu verhelfen, weiterhin attraktiv zu bleiben. Zug könnte mit Genoni wieder zu einem Meisterkandidaten werden. Er hat mehrmals bewiesen, dass er enge Spiele entscheiden kann. Das hilft nicht nur dem EVZ, sondern der ganzen Liga. Und wer hat die nötige Klasse, um Genoni in Bern zu ersetzen? Wie gesagt, es bleibt spannend.

Zurück zur Startseite