Presseschau zum WM-Final: «Mit Herzen so gross wie das Matterhorn»

21.5.2018 - 11:58, SDA

Eine Silbermedaille, über die sich (noch) niemand freut: Trotz der Finalniederlage gibt es viel Lob für das Schweizer Nationalteam
Source: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Der ultimative Triumph bleibt der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft im WM-Final verwehrt. Dennoch erntete sie für ihre Auftritte viel Lob - gerade auch bei Finalsieger Schweden.

Eine Übersicht über Pressestimmen im In- und Ausland.

Schweiz:

«Atypisch schweizerisch, vielmehr nordamerikanisch, forsch»

Tages-Anzeiger: «Die Mentalität hat sich gewandelt, sie ist geprägt von der Überzeugung und dem Glauben daran, Grosses erreichen zu können. Sie ist atypisch schweizerisch, vielmehr nordamerikanisch, forsch – und sie entspricht dem Wesen von Patrick Fischer. Der Trainer und die Spieler dieser neuen Generation sprechen dieselbe Sprache. Sie haben aus Eigenperspektive nicht Silber gewonnen, sondern Gold verloren. In der öffentlichen Wahrnehmung aber muss die Optik exakt umgekehrt sein. Das Team leistete einen unglaublichen Effort. Schweizer Medaillen werden auch in Zukunft Seltenheitswert haben.»

«Viel, worauf es stolz sein kann»

Neue Zürcher Zeitung: «Der Schweiz bleibt an der Eishockey-WM in Dänemark der grosse Coup verwehrt. Das Geleistete schmälert das nicht. Das Land hat viel, worauf es nach diesem Turnier stolz sein kann. Den noch immer vorhandenen Klassenunterschied machten sie mit erfrischender, offensiver Spielweise und einem scheinbar unerschütterlichen Glauben an die eigenen Fähigkeiten wett. So wie ihnen das vom Trainer Patrick Fischer immer vorgelebt worden ist, einem Mann, der sein selbstsicheres Gewinnerlächeln auch nach den schmählichsten Niederlagen seiner Trainerkarriere nie verlor. Und sich mit dieser Silbermedaille nun unangreifbar gemacht hat.»

In eine neue Sphäre vorgestossen

20 Minuten: «Die Nati ist in eine neue Sphäre vorgestossen. Trotzdem wird es wichtig sein, demütig zu bleiben. Eine Viertelfinal-Qualifikation muss für die Schweiz auch weiterhin das Grundziel sein. Eine Selbstverständlichkeit, die Top 8 zu erreichen, wird es für die Schweiz vermutlich nie geben. Und an Medaillen gewöhnen sollten wir uns schon gar nicht. Wir haben in Dänemark auch von einer perfekten Konstellation profitiert. Es fehlte eigentlich nur noch Nummer-1-Draft Nico Hischier und man hätte den Begriff Dreamteam verwenden können.»

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«Eigentlich hätten alle eine 6 verdient»

Watson: «Dürfen wir Spieler benoten, die das WM-Finale erst im Penaltyschiessen verloren haben? Hat nicht jeder eine Maximalnote verdient? Doch, gerade weil Eishockey ja der ultimative Mannschaftsport ist, hat eigentlich jeder die Note 6,0 verdient.»

«Diese Medaille hat einen anderen Glanz»

Blick: «Im Quervergleich mit Stockholm musste die Nati in Kopenhagen mehr Hürden aus dem Weg räumen. Silber ist trotzdem Silber. Und das glänzt immer. Vielleicht strahlt diese Medaille auch darum in einem anderen Glanz. Nach zwei Medaillen in fünf Jahren gluckst nicht nur der Fan vor Begeisterung. Diese Edelmetallfrequenz ist erstaunlich. Wunderbar. Sensationell. Erwarten darf man sowas vielleicht von Finnen, Tschechen, Amerikanern. Von uns Schweizern? Das wäre vermessen.»

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Heldenhaft bis zu den Tränen

Le Matin: «Heldenhaft bis zu den Tränen. Die Schweizer werden an dieser Niederlage zu beissen haben, doch sie haben keinen Grund sich zu schämen. Im Gegensatz zu 2013 waren sie diesmal so nahe am grössten Exploit der Sportgeschichte einer Schweizer Mannschaft. Die Schweizer lieferten gegen die vielleicht beste schwedische Mannschaft aller Zeiten eine unglaublich mutige Vorstellung.»

Schweden:

Aftonbladet: «Ich hätte nicht einmal protestiert, wenn die Schweiz das gewonnen hätte. Sie spielten mit Herzen so gross wie das Matterhorn.»

Expressen: «Auf diesen Sieg dürfen wir stolz sein. Jeder Titel ist einmalig, aber dieses schwedische Team hatte von allem Anfang an etwas Spezielles. Etwas, das wir lange nicht mehr vergessen werden.»

SVT (schwedisches Fernsehen): «(Goalie) Anders Nilsson war der Matchwinner. Nicht nur, weil er den entscheidenden Penalty von Nino Niederreiter hielt. Als Kevin Fiala vier Minuten vor dem Ende der Verlängerung in grossartiger Position zum Abschluss kam, dachten wir: Danke und gute Nacht. Doch Nilsson war blitzschnell auf dem Eis und parierte.»

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