Hockey-Experte ordnet ein Ueli Schwarz zur Fischer-Trennung: «Menschlich ist es eine Tragödie»

Björn Lindroos

17.4.2026

Ueli Schwarz über das Aus von Patrick Fischer

Ueli Schwarz über das Aus von Patrick Fischer

17.04.2026

Nach dem Covid-Skandal rund um Patrick Fischer hat sich der Schweizer Hockeyverband von seinem Trainer getrennt. Experte Ueli Schwarz ordnet die Trennung für blue Sport ein und erklärt den Sinneswandel des Verbandes.

Björn Lindroos

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Schweizer Eishockeyverband trennt sich kurz vor der Heim-WM von Nationaltrainer Patrick Fischer, nachdem der Druck durch den Covid-Skandal stark zugenommen hat. 
  • Experte Ueli Schwarz erklärt, der Verband habe die Tragweite zunächst unterschätzt, bevor der Fall national und international eskalierte.
  • Sportlich und menschlich bezeichnet Schwarz das Ende als Tragödie, hält den Schritt aber für nötig, um Ruhe ins Team zu bringen.

Einen Monat vor der Heim-WM kommts zum grossen Knall. Nach dem Covid-Skandal rund um Patrick Fischer wird der Druck zu gross und der Schweizer Eishockeyverband trennt sich von seinem langjährigen Trainer.

«So hart es tönt, und so ungern ich es sage: Für mich gab es keinen anderen Weg, als sich zu trennen», sagt Hockey-Experte Ueli Schwarz gegenüber blue Sport. Denn: «Es kamen nach dem Montag immer mehr Fakten dazu. Swiss Olympic hat scharf reagiert, die IIHF hat eine Untersuchung angekündigt und man musste mit einer Sperre rechnen. Ausserdem hat man vernommen, dass viele Sponsoren massiv reagiert haben.»

Wie erklärt sich Schwarz, der einst selbst beim Verband arbeitete, den Sinneswandel seiner ehemaligen Kollegen? «Diesen Druck, der durch die Verbände, die Medien und die Sponsoren entstanden ist, hat man zu Beginn unterschätzt», erklärt der 66-Jährige. «Man hat erst später gemerkt, dass dieser Fall bis in die Politik interessiert und auch international Kreise zieht. Als Nationaltrainer bist du Vorbild und Imageträger. Für jeden Spieler und das gesamte Eishockey. Das haben sie zu Beginn unterschätzt. Am Ende war der Druck für niemanden mehr tragbar.»

«Ein grosses Trümmerfeld»

Auch wenn Schwarz die Trennung befürwortet, tut es ihm persönlich weh: «Das macht mir menschlich extrem weh für Patrick Fischer. Ich hatte über die Jahre ein nahes Verhältnis zu ihm, er war einst mein Spieler in der U-Nati. Ich finde es menschlich eine Tragödie.»

Auch aus sportlicher Sicht spricht der ehemalige Sportchef und Ligadirektor von einer Tragödie. «Patrick Fischer hat allerhöchsten Respekt verdient. Er hat uns mit seiner Mannschaft so oft begeistert und das Renommee von Schweizer Trainern verbessert. Dass es so enden muss, tut mir aus sportlicher Sicht unheimlich weh.» Auch darum hätte er Fischer geraten, am Montag von sich aus zurückzutreten: «So hätte er enormen Respekt und Gutachtung gewonnen. Jetzt ist es wie ein grosses Trümmerfeld.»

Wie kehrt Ruhe ein?

Um sich möglichst schnell wieder auf das Sportliche konzentrieren zu können, sei die Trennung ebenfalls wichtig gewesen. «Wäre es jetzt nicht zu dieser Trennung gekommen, wären Spieler und Trainer bis zur WM jeden Tag mit dieser Geschichte konfrontiert worden. Lieber hat man jetzt reinen Tisch gemacht, als die ganze WM-Vorbereitung noch mehr zu stören.»

Aus seiner Sicht müsse, so schnell es gehe, Ruhe einkehren, um sich optimal auf die WM zu fokussieren. «Wenn der WM-Auftakt gelingt, konzentriert man sich schnell wieder auf den Sport», ist sich Schwarz aber auch sicher.

«Wir machen es für Fischer»

Sicher ist sich Schwarz auch, dass Jan Cadieux bereit ist, diese Nati zum Erfolg zu führen. «Ich traue ihm die Nachfolge zu 100 Prozent zu. Denn er steht ja schon lange als Nachfolger fest.» Auch wenn die Umstände schwierig seien, könnten sie auch den Druck etwas wegnehmen. Denn: «Wenn du jemanden fragst, was die schlimmstmögliche WM-Vorbereitung wäre, wäre die Antwort wohl genau das, was gerade in der Schweiz passiert ist.»

Für Schwarz ist klar: Cadieux muss das Team hinter sich bekommen. «Er muss diese Mannschaft hinter sich bringen. Und eine Stimmung hinbringen, die sagt: Wir machen es auch für Fischer. Denn er hat uns hierhin gebracht.»

Ueli Schwarz: «Ich traue Cadieux die Nachfolge 100 Prozent zu»

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17.04.2026