Razzia im Bündnerland Neue Details im Fischer-Skandal – so kam ihm die Justiz auf die Spur

Sven Ziegler

8.5.2026

Brachte sich selber in die Bredouille: Patrick Fischer, bis vor wenigen Wochen noch Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft
Brachte sich selber in die Bredouille: Patrick Fischer, bis vor wenigen Wochen noch Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft
sda

Neue Recherchen zeigen, wie die Behörden Patrick Fischer im Fall um das gefälschte Covid-Zertifikat überhaupt auf die Spur kamen. Gleichzeitig sorgt die Rolle der Luzerner Staatsanwaltschaft für Diskussionen: Warum durfte SRF Jahre später Einsicht in den Strafbefehl nehmen?

Sven Ziegler

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  • Patrick Fischer wurde 2023 wegen Urkundenfälschung im Zusammenhang mit einem gefälschten Covid-Zertifikat verurteilt.
  • Laut «Klein Report» tauchte sein Name bei einer Razzia gegen eine mutmassliche Zertifikate-Gruppe in Graubünden auf.
  • Öffentlich wurde die Affäre erst, nachdem sich Fischer gegenüber einem SRF-Reporter verplappert hatte.

Vor über drei Wochen wurde publik, dass Patrick Fischer wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats verurteilt worden war. Jetzt ist auch klarer, wie die Behörden dem damaligen Schweizer Nationaltrainer überhaupt auf die Spur kamen.

Wie der «Klein Report» berichtet, tauchte Fischers Name bei einer Razzia gegen eine mutmassliche kriminelle Gruppierung in Graubünden auf. Diese soll während der Corona-Pandemie Impfungen organisiert und gleichzeitig gefälschte Zertifikate vermittelt haben.

Solche Konstruktionen seien damals schweizweit verbreitet gewesen. Ärzte hätten gegen Geld ihre Unterschrift zur Verfügung gestellt, damit Zertifikate verkauft werden konnten, ohne dass effektiv geimpft wurde.

Fall wurde nach Luzern weitergegeben

Da Patrick Fischer im Kanton Luzern wohnhaft ist, wurde der Fall an die dortige Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Diese verurteilte den langjährigen Nati-Coach später per Strafbefehl wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe von 39'000 Franken.

Fischer hatte das gefälschte Zertifikat verwendet, um 2022 mit der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an die Olympischen Spiele nach China reisen zu können.

Verplappert bei Mittagessen

An die Öffentlichkeit gelangte der Fall allerdings erst Jahre später. So hatte sich Fischer bei einem Mittagessen mit SRF-Reporter Pascal Schmitz verplappert.

Der Journalist begann daraufhin zu recherchieren. Noch bevor entsprechende Berichte erschienen, veröffentlichten der Schweizer Eishockeyverband und Fischer selbst eine Stellungnahme.

Kurz darauf wurde Fischer wenige Tage vor Beginn der Heim-Weltmeisterschaft freigestellt. Sein Nachfolger wurde Jan Cadieux.

Diskussion um Justiz und Öffentlichkeit

Für Diskussionen sorgt inzwischen auch die Rolle der Luzerner Staatsanwaltschaft. Wie der «Klein Report» schreibt, wurde der Strafbefehl trotz abgelaufener Auflagefrist später an SRF herausgegeben.

Die Behörde berief sich dabei auf den Grundsatz der Justizöffentlichkeit und argumentierte, das öffentliche Interesse überwiege in diesem Fall den Persönlichkeitsschutz des prominenten Trainers.