Razzia im BündnerlandNeue Details im Fischer-Skandal – so kam ihm die Justiz auf die Spur
Sven Ziegler
8.5.2026
Brachte sich selber in die Bredouille: Patrick Fischer, bis vor wenigen Wochen noch Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft
sda
Neue Recherchen zeigen, wie die Behörden Patrick Fischer im Fall um das gefälschte Covid-Zertifikat überhaupt auf die Spur kamen. Gleichzeitig sorgt die Rolle der Luzerner Staatsanwaltschaft für Diskussionen: Warum durfte SRF Jahre später Einsicht in den Strafbefehl nehmen?
Wie der «Klein Report» berichtet, tauchte Fischers Name bei einer Razzia gegen eine mutmassliche kriminelle Gruppierung in Graubünden auf. Diese soll während der Corona-Pandemie Impfungen organisiert und gleichzeitig gefälschte Zertifikate vermittelt haben.
Solche Konstruktionen seien damals schweizweit verbreitet gewesen. Ärzte hätten gegen Geld ihre Unterschrift zur Verfügung gestellt, damit Zertifikate verkauft werden konnten, ohne dass effektiv geimpft wurde.
Fall wurde nach Luzern weitergegeben
Da Patrick Fischer im Kanton Luzern wohnhaft ist, wurde der Fall an die dortige Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Diese verurteilte den langjährigen Nati-Coach später per Strafbefehl wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe von 39'000 Franken.
Fischer hatte das gefälschte Zertifikat verwendet, um 2022 mit der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an die Olympischen Spiele nach China reisen zu können.
Der Journalist begann daraufhin zu recherchieren. Noch bevor entsprechende Berichte erschienen, veröffentlichten der Schweizer Eishockeyverband und Fischer selbst eine Stellungnahme.
Für Diskussionen sorgt inzwischen auch die Rolle der Luzerner Staatsanwaltschaft. Wie der «Klein Report» schreibt, wurde der Strafbefehl trotz abgelaufener Auflagefrist später an SRF herausgegeben.
Die Behörde berief sich dabei auf den Grundsatz der Justizöffentlichkeit und argumentierte, das öffentliche Interesse überwiege in diesem Fall den Persönlichkeitsschutz des prominenten Trainers.
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