SCB will wieder Agentenlöhne bezahlen: «Wir wollen frei sein»

14.2.2020 - 14:47, bam

Marc Lüthi will unabhängig von den anderen Klubs Entscheidungen fällen können.
Bild: Keystone

Der SC Bern hat an der Ligaversammlung angekündigt, per Ende Saison das sogenannte Gentlemen's Agreement zu kündigen. Was bedeutet das?

Das Gentlemen's Agreement wurde vor vier Jahren von den Klubs der National League und Swiss League getroffen, um den hohen Zahlungen an die Agenten der Spieler entgegenzuwirken. Ab diesem Zeitpunkt haben die Klubs keine Zahlungen mehr an die Spielervermittler getätigt – die Spieler waren selber dafür verantwortlich. Nun will der SC Bern dieses Abkommen per Ende Saison kündigen. 

«Weil wir in der Schweiz keine Planwirtschaft haben, sondern Marktwirtschaft. Wir wollen in unserem Geschäftsgebaren unabhängig sein», erklärt SCB-CEO Marc Lüthi seinen Entscheid gegenüber der «Berner Zeitung». Lüthi ist als Geschäftsmann eher dafür bekannt, an allen Ecken zu sparen, um den SCB möglichst rentabel zu halten. Jetzt will ausgerechnet er, die Agentenhonorare wieder einführen. «Wir wollen frei sein, werden aber sicher nicht ins alte Fahrwasser geraten und endlos Agentenhonorare zahlen.»

Steigen die Ausgaben nun?

Dass der SC Bern den anderen Klubs damit in den Rücken fallen könnte, glaubt er nicht. «Wer ein Gentleman ist, der handelt nicht hintenherum, sondern sagt offen, was er macht. Das haben wir an der Ligaversammlung getan.»

Bereits vor mehr als einem Jahr wurde über die steigende Lohnspirale der Spieler diskutiert. Da war es der SCB, der eine neue Regelung mit sechs Ausländern vorgeschlagen hat. Die Mehrheit lehnte den Vorschlag aber ab. Wird durch die Agentenzahlungen nicht wieder mehr Geld ausgegeben? «Bei uns nicht. Ich kann nur für den SCB sprechen», lautet Lüthis Antwort. Und das ist das Einzige, was ihn zu interessieren scheint.

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