Schweizer Nati kassiert 0:3-Pleite gegen den Gastgeber

sda

13.11.2021 - 16:50

Auf Patrick Fischer und sein Team wartet noch viel Arbeit.
Keystone

Der Schweizer Nationalmannschaft verliert auch das zweite Spiel am Deutschland Cup in Krefeld. Nach dem 1:7 gegen die Slowakei unterliegt das Team von Patrick Fischer Gastgeber Deutschland 0:3.

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13.11.2021 - 16:50

Am Ende zählt das Resultat, das steht ausser Frage. Wichtig ist aber auch, dass der Prozess stimmt, umso mehr in einer Olympia-Saison. Und das ist der Fall. Die Schweizer machten nach dem Desaster am Donnerstag vieles richtig, vor allem in der Defensive. Sie erkämpften sich mit gutem Forechecking oft den Puck, im Abschluss fehlte es jedoch an der nötigen Präzision und Durchschlagskraft. «Der einzige Makel war, dass uns kein Treffer gelungen ist», sagte Routinier Simon Moser. Sie hätten zwar Präsenz im Slot gehabt, allerdings zum falschen Zeitpunkt. «Das Timing stimmte nicht.»

Verteidiger Ramon Untersander ergänzte: «Die Deutschen haben gut verteidigt. Ohnehin bekommst du auf diesem Niveau nicht viele Chancen. Wir brachten die Scheibe zu wenig aufs Tor und kreierten dadurch zu wenig Rebounds. So werden im heutigen Eishockey die meisten Treffer erzielt.» Zudem dauerte es hie und da zu lange, bis der Schuss abgegeben wurde, oder wurde ein Pass zu viel gespielt. «Uns ist bewusst, dass die Spieler unter Druck stehen», sagte Nationaltrainer Patrick Fischer. «Sie wollen alles richtig machen.» Das ist jedoch ein Punkt, der nicht immer förderlich ist.

Die Schweizer starteten äusserst entschlossen in die Partie, es war zu sehen, dass sie sich unbedingt für die 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen im Viertelfinal an der WM in Riga revanchieren wollten. Moser und Sven Andrighetto kamen bereits in der ersten Minute zu guten Chancen. Auch das erste Powerplay – nach 191 Sekunden musste Leonhard Pföderl auf die Strafbank – konnte sich sehen lassen, alleine die Krönung fehlte. Nach zwei Dritteln lautete das Schussverhältnis 26:13 (total 31:25) zu Gunsten der Schweizer, dennoch lagen sie 0:1 hinten. Denn die Deutschen machten es in ihrem ersten Überzahlspiel besser; Tobias Rieder stand in der 28. Minute nach einem Abpraller goldrichtig.

Im letzten Abschnitt zollten die Schweizer dann ihrem grossen Aufwand etwas Tribut oder wie sich Moser ausdrückte: «Die zuvor hohe Laufbereitschaft nahm aufgrund der Müdigkeit etwas ab und wir konnten nicht mehr so viel Druck erzeugen.» Die einzige gute Chance im Schlussdrittel hatte in der 52. Minute Andres Ambühl, der am bravourös haltenden Dustin Strahlmeier scheiterte. In der 59. Minute machte Pföderl mit einem Ablenker zum 2:0 alles klar. Das 3:0 von Patrick Hager 37 Sekunden vor der Schlusssirene war ein Schuss ins leere Gehäuse.

Trotz der Niederlage sprach Fischer seiner Mannschaft ein Kompliment aus. «Wir gewannen mehr Zweikämpfe. Jeder Einzelne hat hart gearbeitet. Das ist das, was wir stets verlangen können. Die Art und Weise, wie wir heute spielten, war ein grosser Schritt vorwärts.» Am Sonntag soll dann auch das Resultat stimmen. Dann treffen die Schweizer auf Russland. «Wir wollen mit einem guten Gefühl nach Hause reisen», sagte Untersander, «von daher ist der Sieg das absolute Ziel.»

Telegramm:

Deutschland – Schweiz 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)

Krefeld. – 2678 Zuschauer. – SR Ansons/Schrader (LAT/GER), Hancock/Synek (USA/SVK). – Tore: 28. Rieder (Noebels, Fischbuch/Ausschluss Schmid) 1:0. 59. Pföderl (Loibl, Noebels) 2:0. 60. Hager 3:0 (ins leere Tor). – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Deutschland, 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Deutschland: Strahlmeier; Nowak, Wagner; Ankert, Jonas Müller; Fohrler, Abeltshauser; Wissmann, Bittner; Pföderl, Loibl, Noebels; Rieder, Hager, Ehliz; Fischbuch, Wiederer, Bergmann; Ehl, Jentzsch, Uvira.

Schweiz: van Pottelberghe; Untersander, Alatalo; Schlumpf, Mirco Müller; Weber, Frick; Karrer, Riva; Andrighetto, Corvi, Moser; Martschini, Ambühl, Vermin; Moy, Schmid, Eggenberger; Fazzini, Pestoni.

Bemerkungen: Schweiz ohne Bertaggia (verletzt), Thürkauf (gesperrt), Waeber (Ersatzgoalie) und Wüthrich (überzähliger Torhüter). – Schweiz von 58:47 bis 59:23 ohne Goalie. – Schüsse: Deutschland 25 (6-7-12); Schweiz 31 (11-15-5). – Powerplay-Ausbeute: Deutschland 1/4; Schweiz 0/3.

sda