«Wir denken in Varianten und haben für alle Massnahmen»

Von Manu Rothmund und Marcel Allemann

1.12.2021

HCD-CEO Gianola zum Spengler Cup: «Wir sind optimistisch und realistisch»

HCD-CEO Gianola zum Spengler Cup: «Wir sind optimistisch und realistisch»

Der Spengler Cup 2021 sollte nach dem Ausfall im vergangenen Jahr normal stattfinden. Die erneut angespannte Corona-Situation macht jedoch vieles wieder unsicher. HCD-CEO Marc Gianola spricht mit blue News über das bevorstehende Turnier.

01.12.2021

Die Omikron-Variante bringt den Schweizer Sport gehörig durcheinander. Die Winteruniversiade musste bereits abgesagt werden, ob die Ski-Weltcup-Rennen in St. Moritz stattfinden können, ist ungewiss. Was ist mit dem Spengler Cup? blue Sport fragte bei OK-Präsident Marc Gianola nach.

Von Manu Rothmund und Marcel Allemann

1.12.2021

Im letzten Winter musste der Spengler Cup wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Dieser Entschluss wurde im Zug der zweiten Welle und den damals im Land geltenden Massnahmen bereits Ende September gefällt. Es war ein Vernunftsentscheid, der sich im Nachhinein aufgrund der späteren Lage und Bestimmungen im Land (es waren nur noch Geisterspiele möglich, Restaurants und Bars waren zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen) als richtig erwies.

Umso grösser war die Vorfreude, dass das Traditionsturnier nach einem Jahr Pause 2021 wieder auf die Sportbühne zurückkehrt. Zumindest bis sich die Lage in den letzten Wochen aufgrund der steigenden Fallzahlen erneut zuspitzte und nun auch die Omikron-Variante weitere Verschärfungen nach sich zieht. Vor allem die derzeit geltenden Quarantäne-Regeln des BAG stellen ein Problem dar, müsste beispielsweise der tschechische Vertreter Sparta Prag bei einer Einreise in der Schweiz für zehn Tage in Quarantäne, was seine Teilnahme automatisch verunmöglicht.



Aber natürlich droht dem Spengler Cup bis zum geplanten Turnierstart in 25 Tagen noch weiteres Ungemach. Denn ob bis dann die aktuell geltenden Zuschauer-Bestimmungen noch gültig sind, ist ebenfalls ungewiss. In Deutschland beispielsweise werden die Fans vermutlich bereits an diesem Wochenende und zumindest bis Ende Jahr wieder aus den Stadien verbannt. Ein definitiver Entscheid über die Wiedereinführung von Geisterspielen soll in unserem Nachbarland am Donnerstag fallen. 

Die Herausforderungen für Marc Gianola und seine Crew sind daher immens. Der langjährige Spieler, jetzige CEO des HC Davos und OK-Präsident des Spengler Cups ist als Entscheidungsträger derzeit nicht um seinen Job zu beneiden. Schlafen tue er aber trotzdem gut, sagt er im Gespräch mit blue Sport, «da ich am Abend jeweils sehr müde bin und gut abschalten kann. Am nächsten Tag macht man sich dann wieder daran, die bestehenden Probleme zu lösen». 

Zur aktuellen Ausgangslage meint Gianola, der sich noch immer «optimistisch», aber auch «realistisch» gibt: «Ich würde es so sagen – der Spengler Cup steht noch nicht auf der Kippe, sondern wir warten nun mal auf die Beschlüsse, die gefasst werden. Am Freitag wissen wir mehr. Flexibilität mussten wir schon in den letzten zwei Jahren stets an den Tag legen. Es wird einfach etwas knapp, da nur noch drei bis vier Wochen bis zum Turnierstart bleiben.»

Natürlich befasst sich Gianola schon aktuell mit den möglichen Einschränkungen, die den Spengler Cup erwarten könnten: «Diese können an verschiedenen Orten entstehen. Vielleicht sind es Kapazitäten, die kleiner werden, vielleicht sind es Geisterspiele, vielleicht sind es Reisebeschränkungen. Wir denken da in Varianten und für alle Varianten haben wir einige Massnahmen definiert.»

Bezüglich der Reisebeschränkungen habe man sich dabei schon vertieft Gedanken gemacht, «vielleicht würden diese im benachbarten Ausland nicht so hart ausfallen, deshalb ist es eine Option, dort eine Ersatzmannschaft zu suchen – wenn dies nötig wäre. Oder auch bei uns in der National League. Es wäre aber auch eine Möglichkeit, auf fünf Mannschaften und den alten Turniermodus zurückzugehen».

Darüber, was eine neuerliche Absage des Spengler Cups für den HC Davos bedeuten würde, spricht Gianola im Gespräch auch noch. Seine Aussagen dazu siehst du im Video oben.