Seit Einführung des neuen Modus dominieren die englischen Klubs die Europa- und die Conference League. Nach zwei Jahren flog noch nie ein Team aus der Premier League gegen eines aus einer anderen Liga raus. Die Hintergründe. Und warum sich dies wohl nicht so schnell ändern wird.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Seit dem neuen Europacup-Format hat kein Premier-League-Klub ein K.o.-Duell gegen ein ausländisches Team verloren.
- Englische Teams scheitern in Europa derzeit nur an anderen englischen Klubs.
- Der finanzielle Vorsprung der Premier League gilt als Hauptgrund für die Dominanz. Selbst englische Mittelfeldklubs wie Aston Villa, Brighton oder Bournemouth verfügen über deutlich wertvollere Kader als viele internationale Konkurrenten.
Am Mittwochabend gewinnt Crystal Palace die Conference League. Das Team aus London gewinnt gegen Rayo Vallecano mit 1:0 und setzt damit eine unheimliche Serie fort.
Seit der Einführung des neuen Europacup-Modus zur Saison 2024/25 haben in der Europa League und der Conference League englische Teams kein einziges Duell in der K.o.-Phase gegen einen ausländischen Gegner verloren.
Eine Woche zuvor gewann bereits Aston Villa mit einem 3:0-Finalsieg gegen Freiburg die Europa League.
Pleiten nur gegen andere Engländer
Schlagen können sie sich nur selbst: Denn der einzige Weg, wie Teams aus der Premier League in den vergangenen zwei Jahren aus diesen Wettbewerben geflogen sind, ist, wenn sie auf einen Gegner aus ihrer eigenen Liga trafen. So zum Beispiel Nottingham im diesjährigen Europa-League-Halbfinal gegen Aston Villa oder Manchester United im Final des letzten Jahres gegen Tottenham.
In der Conference League marschierte Chelsea vergangene Saison durch und bezwang Real Betis im Endspiel mit 4:1. Ein Jahr später legt Palace nach.
Riesiger Marktwert-Unterschied
Dass die ausländischen Teams in der Europa- und Conference League gegen die Engländer oft keine Chance haben, hat auch mit dem Geld zu tun. Beispiel: Aston Villas Kader hat laut «Transfermarkt» einen geschätzten Marktwert von ungefähr 550 Millionen Euro. Derweil ist das Kader von Final-Gegner Freiburg gerade Mal etwa 191 Millionen Euro wert. Ein riesiger Unterschied.
Während die Spitzenklubs aus den anderen europäischen Ligen mit den Top-Teams aus England in der Champions League mithalten können, ist die Kluft in der Europa- und Conference League riesig. Denn die Mittelfeldklubs aus der Premier League haben ganz andere finanzielle Mittel als jene der anderen Ligen.
Und schon in der nächsten Saison droht wieder Ungemach: Aus der Premier League geht mit Brighton ein Team in der Conference League an den Start, welches einen Marktwert von 500 Millionen Euro hat. Und in der Europa League sind mit Crystal Palace, Sunderland und Bournemouth wieder drei Teams dabei, deren Kader zusammen rund 1,3 Milliarden Euro wert sind. Weg frei für die nächste englische Machtdemonstration?