Stephan Lichtsteiners Debüt als FCB-Trainer misslingt. Der Ex-Nati-Captain fällt an der Seitenlinie aber auf. Man hat das Gefühl, am liebsten würde der 42-Jährige selbst noch mitpsielen.
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- Der FC Basel verliert das letzte Spiel in der Ligaphase der Europa League zuhause gegen Viktoria Pilsen 0:1 und verpasst die K.o.-Phase.
- Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Stephan Lichtsteiner präsentieren sich die Basler defensiv solid, offensiv aber harmlos. Auffälig ist der aktive Coach an der Seitenlinie.
- Lichtsteiner: «Wenn du siehst, dass es nicht so läuft, wie du dir das vorstellst, versuchst du es hinzukriegen.»
Er hüpft, er pfeift, er schreit, er verdreht die Augen, schüttelt den Kopf, fuchtelt mit den Händen und geht seine Coachingzone auf und ab. Während seine Spieler auf dem Platz ein eher dürftiges letztes Europa-League-Spiel zeigen, fällt Stephan Lichtsteiner an der Seitenlinie auf.
Immer wieder holt er Spieler zu sich, gibt ihnen Anweisungen, diskutiert. Am Ende bringt alles nichts. Der FCB unterliegt Viktoria Pilsen nach schwacher Leistung 0:1 und scheidet aus der Europa League aus.
Das Wichtigste sei, dass auf dem Feld jeder Spieler genau wisse, was er zu tun habe, sagte der neue FCB-Trainer im Vorfeld seines ersten Spiels. Die vielen Anweisungen lassen erahnen, dass dies nicht der Fall war. «Gegen einen solchen aggressiven Gegner musst du die Spielkontrolle haben. Das hatten wir definitiv nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe», sagt Lichtsteiner an der Medienkonferenz nach dem Spiel.
Es sei aber klar, dass im ersten Spiel noch nicht alles klappen könne. «Daran werden wir arbeiten.» Mit seiner Aktivität an der Seitenlinie habe er etwas bewirken wollen. «Wenn du siehst, dass es nicht so läuft, wie du dir das vorstellst, versuchst du es hinzukriegen. Am Ende hat die Durchschlagkraft gefehlt. Aber ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft guten Fussball spielen und zu mehr Chancen kommen werden als heute.»
Mit der defensiven Leistung seines Teams sei er zufrieden. Die Kontrolle im Offensivspiel habe aber gefehlt. «Wir sind zu wenig gefährlich vors Tor gekommen. Wir müssen mehr Chancen kreieren, den Ball mehr am Boden haben als in der Luft.» So könne er mit seinem Einstand auch nicht zufrieden sein. «Es ist eine Enttäuschung, ich wollte unbedingt gewinnen.»
Für den FCB mit seinem neuen Trainer geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Sonntag kommt es zum Top-Spiel gegen Leader Thun, am Mittwoch zum Cup-Viertelfinal in St.Gallen. Verlieren ist gegen den Tabellenführer, der schon zehn Punkte Vorsprung hat, verboten. Das weiss auch Lichtsteiner: «Zehn Punkte Rückstand ist eine grosse Hypothek. Es ist extrem wichtig, dass wir am Wochenende punkten.»