Zum zweiten Mal in Serie lässt Nati-Trainerin Pia Sundhage Coumba Sow zuhause. Die FCB-Leaderin muss um die EM zittern, dabei ist sie gar deren Botschafterin. Sie ist enttäuscht, doch sie will kämpfen und zeigt Grösse.
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- Seit 7 Jahren ist Coumba Sow fester Bestandteil der Nati. Ausgerechnet kurz vor der EM im eigenen Land, für welche sie gar noch als Botschafterin auftritt, droht sie aus dem Kader von Pia Sundhage zu fallen.
- Zum zweiten Mal in Serie wurde die Führungsspielerin des FCB nicht für die Nations League aufgeboten. Doch sie zeigt in der Enttäuschung Grösse: Zuletzt feuerte sie ihre Kolleginnen von der Tribüne an, jetzt sagt sie: «Ich unterstütze die Girls. Niemand kann etwas dafür, alle geben ihr Bestes. Wir sind in der Nati wie eine Familie. Man unterstützt sich gegenseitig. So viele haben mir geschrieben und mich angerufen.»
- Kampflos gibt sie den Platz aber sicher nicht ab. Sow: «Es ist noch nichts definitiv. Es wird auch noch ein Vorbereitungs-Camp geben, in welchem wir uns nochmals von der besten Seite zeigen können – und das werde ich sicher tun.»
Coumba Sow (30) ist Captain beim FC Basel, seit 7 Jahren fester Bestandteil der Nati und EM-Botschafterin des Standorts Basel. Die EM im eigenen Land in diesem Sommer, der Cup-Final mit dem FCB gegen ihren Ex-Klub, den FCZ, diesen Samstag.
Zahlreiche Gründe für Freudensprünge, eigentlich. Doch der Mittelfeldspielerin ist gerade nicht so zumute. Der Grund: Sie wurde von Nati-Trainerin Pia Sundhage nicht für die Länderspiele gegen Frankreich und in Island aufgeboten, steht bereits zum zweiten Mal hintereinander nur auf der Reserve-Liste. «Die Enttäuschung ist natürlich gross», sagt Sow zu blue Sport.
Pia Sundhage habe ihr das Nicht-Aufgebot am Sonntag per Telefon mitgeteilt, so Sow weiter, «und ihre Vision erklärt. Ich bin froh, dass sie mich angerufen hat». Und welche Gründe hat Sundhage fürs Nicht-Aufgebot genannt? Sow: «Ich habe zuletzt auch nicht mehr so oft gespielt, weil ich auch noch verletzt war. Das ist sicher mit ein Grund. Ins Detail gehen will ich jetzt nicht.»
Alle Gründe bis ins Detail nachvollziehen, sei immer schwer, so Sow weiter, «eine Meinung ist immer subjektiv. Aber ich nehme mir auf jeden Fall zu Herzen, was sie gesagt hat und will es umsetzen. Man kann immer an sich arbeiten.»
«Ich unterstütze die Girls, wir sind wie eine Familie»
Auch wenn es nur noch einen Zusammenzug bis zum EM-Anpfiff geben wird, kommt für sie Aufgeben nicht in Frage. «Es ist noch nichts definitiv. Es wird auch noch ein Vorbereitungs-Camp geben, in welchem wir uns nochmals von der besten Seite zeigen können – und das werde ich sicher tun.» Schliesslich habe sie schon öfter bewiesen, dass sie kämpfen und zurückkommen könne, so Sow weiter. «Ich weiss, was ich kann. Ich habe es all die Jahre bewiesen. Mein Fokus gilt jetzt dem Klub, es stehen viele Ereignisse an. Ich denke, dass es gut kommt.»
180 Zentimeter ist Sow gross. Grösse zeigt sie auch, wenns mal nicht wunschgemäss läuft. Beim letzten Zusammenzug, für welchen sie ebenfalls nicht nominiert worden ist, sitzt sie auf der Tribüne im Letzigrund und feuert ihre Teamkolleginnen an. Hat's Überwindung gekostet? «Nein, ich unterstütze die Girls. Niemand kann etwas dafür, alle geben ihr Bestes. Wir sind in der Nati wie eine Familie. Man unterstützt sich gegenseitig. So viele haben mir geschrieben und mich angerufen.»