Nati-Noten Schertenleib glänzt nicht nur als Torschützin – Rekordspielerin Crnogorcevic ungenügend

Von Patrick Lämmle, Ronja Zeller aus Stavanger

26.2.2025

Die Schweizer Nati verliert in der Nations League auswärts gegen Norwegen unglücklich mit 1:2. Die Spielerinnen in der Einzelkritik.

,

Von Patrick Lämmle, Ronja Zeller aus Stavanger

  3.5

Tor

Elvira Herzog

Beim ersten Gegentreffer gibt Herzog eine unglückliche Figur ab. Auch beim zweiten 2:1 der Norwegerinnen taucht Herzog etwas spät ab, allerdings herrscht ein grosses Gewusel im Sechzehner, da ist es schwierig die Übersicht zu behalten. Ansonsten gibt es für Herzog kaum eine Gelegenheit sich auszuzeichnen, da die Schweizerinnen nicht viele Torchancen zulassen.


  4.5

Verteidigung

Viola Calligaris

Calligaris hat die hochkarätigen Gegenspielerinnen mehrheitlich gut im Griff und erledigt ihren Job unaufgeregt. Beim ersten Gegentreffer versucht sie noch zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Calligaris: «Jetzt müssen wir einfach vor dem Tor noch kaltblütiger sein»

Calligaris: «Jetzt müssen wir einfach vor dem Tor noch kaltblütiger sein»

25.02.2025


  5

Verteidigung

Luana Bühler

Ein starker Auftritt von Bühler, die sich im Abwehrzentrum wohler zu fühlen scheint als links hinten. Sie gewinnt viele Zweikämpfe, antizipiert gut und verleiht der Abwehr Stabilität. Bleibt zu hoffen, dass sie auch bei Tottenham wieder mehr Einsatzminuten bekommt, denn die hätte sie sich auch im Verein verdient.


  4.5

Verteidigung

Noelle Maritz

Maritz weiss zu gefallen, tritt offensiv deutlich mehr in Erscheinung als noch gegen Island und dies, obwohl sie eine Reihe weiter hinten spielt als noch vor vier Tagen. Sie bereitet eine Top-Chance von Vallotto mit einer mustergültigen Flanke vor und lässt später selbst eine Top-Chance liegen. Darüber wird sie sich selbst am meisten ärgern, doch die Leistung stimmt.


  3

Mittelfeld

Ana-Maria Crnogorcevic

Die 34-Jährige kommt wie schon gegen Island nicht auf Touren. Ein schöner Steckpass auf Schertenleib hat die Frau der Rekorde (165 Länderspiele, 74 Tore) im Angebot, viel mehr kommt danach aber nicht mehr. Kurz vor der Pause fehlt ihr die Überzeugung im Abschluss. Auch passt die Abstimmung mit den Mitspielerinnen nicht so ganz, viele Angriffe der Norwegerinnen werden über ihre Seite lanciert. Nach der Pause bleibt Crnogorcevic in der Kabine.


  4

Mittelfeld

Noemi Ivelj

In der 8. Minute spielt Ivelj einen Fehlpass, der glücklicherweise folgenlos bleibt, weil sie sich die Kugel gleich wieder zurückerobert. Es gefällt auch, dass sie sich etwas zutraut und gerne den Abschluss sucht. An der Qualität ihrer Abschlüsse muss die 18-jährige GC-Spielerin aber noch feilen.


  5

Mittelfeld

Lia Wälti (C)

Schon in der 1. Minute spielt Wälti einen wunderbaren Pass in die Tiefe, herrlich auch ihr Zuspiel in der 71. Minute auf Iman Beney, die den Ball knapp am Tor vorbei setzt. Auch hält die Arsenal-Söldnerin mit ihrer Balleroberung Anteile am zwischenzeitlichen Ausgleich.

Wälti: «Eine unnötige Niederlage»

Wälti: «Eine unnötige Niederlage»

25.02.2025


  4

Mittelfeld

Smilla Vallotto

Vallotto brennt auf diese Partie und sie legt im Vergleich zum Island-Spiel einen Zacken zu. Leider verpasst es die 20-Jährige, den Ball zum 1:0 einzunicken. Es wäre die Geschichte des Abends gewesen, wenn sie gegen Norwegen getroffen hätte – in einem Stadion, in dem sie schon in ihrer Jugend gespielt hat. Nach dem Spiel ärgert sie sich über ihre vergebene Chance, gibt aber mit einem Lächeln im Gesicht ein Versprechen ab: «Ich gehe jetzt nach Hause und übe Kopfbälle.»

Vallotto: «Ich gehe jetzt nach Hause und übe Kopfbälle»

Vallotto: «Ich gehe jetzt nach Hause und übe Kopfbälle»

25.02.2025


  4

Mittelfeld

Nadine Riesen

Riesen marschiert die Linie hoch und runter, wie man es von ihr kennt und sie weiss mit ihrer Präsenz zu überzeugen. Für grosse Torgefahr sorgt sie mit ihren Hereingaben aber an diesem Abend nicht.

Riesen: «Wir hätten heute einen Punkt verdient»

Riesen: «Wir hätten heute einen Punkt verdient»

25.02.2025


  5.5

Angriff

Sydney Schertenleib

Schertenleib zeigt immer wieder, was sie drauf hat und das ist eine ganze Menge. Die 18-Jährige ist kaum vom Ball zu trennen und hat bei fast allen guten Offensivaktionen die Füsse im Spiel. Zwei, drei Situationen gibt es, in der sie den Ball schneller zur Mitspielerin passen könnte. Ihr Tor ist schlichtweg grosse Klasse und der verdiente Lohn für eine ganz starke Leistung. Sie dürfte ruhig noch öfters den Abschluss suchen, denn sie hat zuletzt auch schon im Barça-Dress bewiesen, dass sie eine herausragende Schusstechnik hat.

Schertenleib über ihr Tor: «Ich war tot, deshalb wollte ich so schnell abschliessen»

Schertenleib über ihr Tor: «Ich war tot, deshalb wollte ich so schnell abschliessen»

25.02.2025


Portrait von Seraina Piubel, Spielerin der Schweizer Fussballnationalmannschaft der Frauen, fotografiert am Dienstag, 4. April 2023 in Pfaeffikon, Schwyz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
  4

Angriff

Seraina Piubel

Die 24-Jährige rückt anstelle von Iman Beney in die Startelf und legt gleich gut los. In der 6. Minute prüft sie ein erstes Mal die norwegische Torhüterin. Kurz nach der Pause wird sie gut lanciert, bleibt dann aber an ihrer Gegenspielerin hängen, da wäre mehr drin gewesen. In der 61. Minute wird sie ausgewechselt.


Eingewechselte Spielerinnen

  4

Ab 46. Minute für Crnogorcevic

Meriame Terchoun

Terchoun stabilisiert die rechte Seite und steigt kompromisslos in die Zweikämpfe. Offensiv bleibt die 29-jährige Allzweckwaffe unauffällig.


  4.5

Ab 61. Minute für Piubel

Iman Beney

Die 18-jährige YB-Spielerin steht bei Pia Sundhage hoch im Kurs, darf aber gegen Norwegen nicht von Beginn an ran. Nach ihrer Einwechslung in der 61. Minute drückt sie aber sogleich aufs Gaspedal und geht schon nach wenigen Sekunden ein erstes Mal in den Abschluss. In der 71. Minute wird sie dann perfekt in Szene gesetzt, chippt den Ball über die heraneilende Torhüterin, allerdings auch knapp am Kasten vorbei.

Beney: «Das Resultat ist nicht gut, aber die Leistung war gut»

Beney: «Das Resultat ist nicht gut, aber die Leistung war gut»

25.02.2025


 

Ab 73. Minute für

Sandrine Mauron

Zu kurz für eine Benotung.


 

Ab 88. Minute für Riesen

Lara Marti

Zu kurz für eine Benotung.


Portrait von Aurelie Csillag, Spielerin der Schweizer Fussballnationalmannschaft der Frauen, fotografiert am Dienstag, 4. April 2023 in Pfaeffikon, Schwyz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
 

Ab 88. Minute für

Aurélie Csillag

Zu kurz für eine Benotung.


Kurzanalyse zum ersten Nati-Zusammenzug des Jahres

«Sydney Schertenleib ist eine der Gewinnerinnen dieses Zusammenzugs»

«Sydney Schertenleib ist eine der Gewinnerinnen dieses Zusammenzugs»

25.02.2025