Grosse Fanmärsche, Zuschauerrekorde und eine riesige Euphorie um die Schweizer Nati – die EM in der Schweiz übertrifft die Erwartungen. SFV-Generalsekretär Robert Breiter will den Schwung mitnehmen.
Am vergangenen Sonntag geht die begeisternde Heim-EM mit dem grossen Finale zwischen England und Spanien zu Ende. Das hinterlässt bei SFV-Generalsekretär Robert Breiter gemischte Gefühle. «Das Erwachen aus einem Traum ist auch dann hart, wenn er Realität geworden ist», sagt Breiter an der Medienkonferenz des Verbands.
Sein Fazit fällt aber durchwegs positiv aus: «Es war ein fantastisches Turnier, ein Sommermärchen. Ein einzigartiger Groove und wunderbarer Vibe voller Freude und Begeisterung. Wir hatten ausverkaufte Stadien, sahen tollen Fussball und hatten mit England ein überragendes Team als Europameisterinnen.»
Ähnlich äussert sich Turnierdirektorin Doris Keller: «Wir haben zwei Jahre dafür gearbeitet. Alles ist noch besser gekommen, als wir uns das gedacht haben», sagt Keller und fügt an: «Es war uns immer wichtig, dass wir ein Sommerfest organisieren – für die Schweizer und die ausländischen Gäste.»
Allerbeste Werbung
Das gelingt, auch weil die Schweiz für das EM-Turnier der perfekte Austragungsort darstellt. «Die Schweiz mit ihren kurzen Wegen war genau das richtige Land zur richtigen Zeit für dieses Turnier», so Breiter. «Wir haben alle überrascht, auch uns selbst. Wir haben allerbeste Werbung für unser Land und den Frauenfussball gemacht. Wir dürfen mit Stolz sagen, dass wir auf das richtige Pferd gesetzt haben.»
Für Breiter endet der eingeschlagene Weg aber keinesfalls mit dem Turnierende: «Jetzt sind wir erst recht gefordert. Getreu dem Motto: Here to stay. Wir müssen zusammen dafür sorgen, dass der Erfolg dieses Turniers in die Zukunft transportiert werden kann.»
Verdoppelung der Lizenzen bis 2027
Breiter weiss, dass sich die Schweiz und der SFV nicht auf dem Erfolg dieser EM werden ausruhen können, sondern dass das Interesse und die Aufmerksamkeit, welche dieser Grossanlass in den letzten Wochen generiert hat, dafür genutzt werden muss, den Frauenfussball hierzulande nachhaltig voranzubringen. «Wir müssen den langen Hebel nutzen, den uns dieses Turnier gibt, um den Frauenfussball und die Stellung der Frauen in der Gesellschaft allgemein auf ein neues Level zu hieven», sagt er. Diesbezüglich soll sich die Schweiz auch von England inspirieren lassen, wo 2022 nach dem ersten EM-Titel der Lionesses viele Investitionen getätigt wurden, um von der EM-Euphorie profitieren zu können.
Im SFV seien auf allen Ebenen Massnahmen geplant, wie dies auch in der Schweiz gelingen soll. Breiter spricht sowohl vom Nationalteam, als auch der Liga. Dem Generalsekretär ist es jedoch wichtig, auch den Breitenfussball nicht aus den Augen zu verlieren. Bis 2027 soll sich die Anzahl lizenzierter, fussballspielender Mädchen und Frauen von 40'000 auf 80'000 verdoppelt haben. «Eine breitere Basis hilft auch der Spitze», sagt Breiter. «Aber wir sind gefordert. Jetzt erst recht.»