In Jerez bestreitet die Schweizer Nati in den kommenden Tagen zwei Testspiele unter dem neuen Trainer Rafel Navarro. Wie tickt der Katalane? Ana-Maria Crnogorcevic und Sydney Schertenleib geben Auskunft.
Ana-Maria Crnogorcevic spielte von Januar 2020 bis September 2023 bei Barça. Ihr damaliger Co-Trainer: Rafel Navarro. Auch Sydney Schertenleib kennt den neuen Nati-Trainer bereits, war er doch bis zu seinem Wechsel zur Nati noch ihr Co-Trainer in Barcelona. Wie tickt der 39-jährige Katalane, der beim SFV einen Vertrag bis Sommer 2029 unterzeichnet hat? Die beiden Nati-Spielerinnen geben im Rahmen einer Pressekonferenz Auskunft.
«Vom Typ her ist er sicher sehr aufgestellt und kommunikativ. Mit ihm kann man auch über anderes als Fussball sprechen. Er fragt auch mal nach, wie es einem geht, was sehr schön ist», sagt Crnogorcevic. Und weiter: «Er ist eher ruhig, aber er kann auch laut sein, wenn es sein muss.»
Schertenleib hat Navarro bei Barcelona ebenfalls als «sehr kommunikativ und offen» wahrgenommen. In seiner Rolle als Co-Trainer habe er auch einige Trainings geleitet und sich vor allem um Standardsituationen gekümmert. Dass er Nati-Trainer wird, habe sie «überrascht, aber auch gefreut», so das 18-jährige Supertalent.
Die ersten Eindrücke aus dem Training zaubern Schertenleib auf alle Fälle ein Lächeln ins Gesicht: «Es war cool, ähnlich wie bei Barça, sehr viel mit Ball. Was will man noch mehr, das macht sehr viel Spass.» Dabei hat sie doch laut eigener Aussage im Spiel ohne Ball die grössten Fortschritte gemacht im letzten Jahr: «Als ich neu im Klub war, musste mich in jedem Training jemand anschreien, weil ich nichts gemacht habe in der Verteidigung.»
«Man muss erkennen: ‹So spielt die Schweiz Fussball›»
Crnogorcevic ist bereits 35 Jahre alt, ans Aufhören denkt sie aber noch lange nicht: «Die WM ist definitiv noch ein Ziel. Ich habe gerade jetzt in den Trainings gemerkt, wie viel Spass das Training machen kann. Wir haben wirklich coole Übungen gemacht. Ich spiele sicher noch anderthalb Jahre und dann ist wohl mal fertig.»
Aktuell ist die 174-fache Nati-Spielerin auf Klubsuche, kann oder will aber noch nicht viel verraten. Wahrscheinlich wechsle sie zu einem Verein in Europa. Das Finanzielle könne eine Rolle spielen, vor allem aber wäre sie gerne Teil eines «coolen Projekts».
Aktuell steht nun aber die Nati im Vordergrund. Was erhofft sie sich vom neuen Trainer? «Es wird sicher kein Barça 2.0 sein. Aber sicherlich kennt er unser Potenzial und weiss, dass wir gut sind am Ball und wirklich Fussball spielen können. Und das will er wirklich auch fördern.»
Für Crnogorcevic ist klar: «Wir brauchen jetzt eine klare Identität. Man muss erkennen: ‹So spielt die Schweiz Fussball›. Wir wollen offensiv Fussball spielen, wir wollen offensiv verteidigen, wir wollen aggressiv sein. Das hat uns in den letzten drei, vier Jahren gefehlt.»