Die Schweizer Frauen-Nati müht sich in der Türkei zu einem 1:1-Unentschieden. Es ist ein Punktgewinn, mit dem sich die Schweizerinnen nicht zufrieden geben. Die Stimmen.
Viel Ballbesitz, wenig Ertrag – so in etwa kann der Auftritt der Schweizerinnen im türkischen Sinop zusammengefasst werden. Offensiv fehlen oft die Ideen, hinten schleichen sich insbesondere in den letzten 30 Minuten Fehler ein.
«Sie haben einen Torschuss und machen das Tor», sagt die Schweizer Torschützin Ana-Maria Crnogorcevic kurz nach dem Schlusspfiff im Interview bei SRF. «Wir machen zum Teil haarsträubende Fehler, die wir auch in den letzten Spielen drin hatten und auf gar keinem Level passieren dürfen.»
In der Offensive sei die Schweiz zu wenig konsequent gewesen. Ein solches Spiel müsse man dominieren, sagt die sichtlich genervte 35-Jährige. «Wir hatten viel den Ball und man müsste erwachsener mit solchen Situationen umgehen. Das haben wir einmal mehr nicht geschafft – das ist bitter.»
«Fühlt sich an wie eine Niederlage»
An Motivation habe es nicht gefehlt, man sei in die Türkei gereist, um zu gewinnen, sagt Nadine Riesen. Die Kulisse von 10'000 Zuschauerinnen und Zuschauer habe sie nicht eingeschüchtert – im Gegenteil: «Es hat Spass gemacht, vor so vielen Menschen zu spielen. Sie haben viel Stimmung gemacht, auch wenn gegen uns.»
«Es ist wichtig, dass der Frauen-Fussball in solchen Ländern eine Bühne erhält», sagt auch Nati-Captain Lia Wälti. Den Gastgeberinnen auf dem Rasen habe man zu wenig eine Challenge gegeben. «Deshalb fühlt sich dieses Spiel wie eine Niederlage an.»
Obwohl die Schweizerinnen im vierten WM-Quali-Spiel erstmals Punkte liegen lassen und das von Trainer Rafel Navarro gesetzte Ziel von sechs Siegen nicht mehr erreichbar ist, haben sie den Gruppensieg noch in den eigenen Händen. Mit einem Dreier am 5. Juni gegen Malta stünde die Schweiz frühzeitig in den Playoffs.