Im Vorfeld der beiden Testländerspiele gegen Belgien und Wales spricht Lia Wälti an einer Pressekonferenz über den neuen Nati-Trainer, die WM-Quali, ihren Wechsel von Arsenal zu Juve und den Abschied von Pia Sundhage.
Lia Wälti spricht über …
… ihren Gesundheitszustand
Nach der EM hatte ich eine OP, das ist ja bekannt. Davon habe ich mich gut erholt, mein Körper war wieder schmerzfrei und ich habe wieder gut gespielt. Jetzt gerade habe ich eine kleine Fussballverletzung. Das macht es in den letzten Tagen etwas schwieriger, aber das gehört dazu. Grundsätzlich fühle ich mich fit und gesund. Ich war in jedem Training dabei.
… den Abschied von Pia Sundhage
Einen richtigen Abschied gibt es im Fussball selten, vor allem in den Nationalteams. Aber ich glaube, sehr viele Spielerinnen haben sich bei ihr und dem Trainerteam gemeldet. Das ist auch wichtig, finde ich, den Dank noch einmal auszusprechen. Wir haben einen historischen Sommer zusammen erlebt und auch dank ihr eine sehr, sehr schöne Zeit gehabt.
… die ersten Eindrücke vom neuen Trainer
Er ist sehr kommunikativ und bringt schon sehr viele Details in unser Training. Er ist da sicher auch ein wenig kleinlich, weil er genau weiss, welchen Spielstil er von uns erwartet. Aber die ersten Eindrücke sind sehr positiv und wir konnten schon viel lernen.
… die ersten Trainingseinheiten
Wir haben sehr viele Spielformen mit dem Ball gemacht und man hat sehr viele Spielerinnen gesehen, die Freude daran hatten.
… den künftigen Spielstil der Nati
Es wird auf jeden Fall Fussball sein, bei dem wir den Ball haben wollen. Wir wollen offensiv spielen, den Ball hoch auf dem Platz gewinnen, mutig sein und auch unsere Stärken finden und diese dann auch ausnutzen. Sicher auch ein bisschen mehr Sorge zum Ball haben. Das ist uns vielleicht in den letzten Jahren teilweise ein bisschen weniger gut gelungen. Im Moment freuen wir Spielerinnen uns auf einen neuen Schwung und eine neue Spielidee.
… hat die Nati überhaupt die Qualität für diesen Spielstil?
Wir haben viele junge Spielerinnen, die diese Qualität haben am Ball. Natürlich wird man schauen müssen, wie gut funktioniert das gegen die stärkeren oder schwächeren Teams. Wichtig ist, dass wir die Ideen haben. Und dann liegt es auch am Trainerteam, die Balance zu finden. Aber ich habe schon das Gefühl, dass es vielen Spielerinnen entspricht, vor allem im Zentrum. Wir haben viele technisch und taktisch versierte Spielerinnen, die viel Einfluss auf unser Spiel haben können. Da freue ich mich schon darauf, zu sehen, wie das dann funktioniert.
… den Wechsel von Arsenal zu Juventus
In den Tagen, bevor das Transferfenster zuging, habe ich mich mit dem Trainerteam ausgetauscht. Ich hatte ein Bauchgefühl, dass für mich vielleicht der Moment gekommen ist, einen Wechsel anzustreben. Besonders nach einem Turnier wie diesem Sommer, wo ich gemerkt habe, dass ich sehr gerne Fussball spiele und auch gerne Einfluss auf ein Team haben kann. Und deswegen haben wir uns dann auf den Weg gemacht, zu schauen, welche Option passt am besten. Und ich habe schon immer gesagt, ich möchte nicht zu einem direkten Konkurrenten wechseln. Das war bei Potsdam so und jetzt auch bei Arsenal. Ich liebe den Verein und ich hatte sieben tolle Jahre dort. Aber ich finde es auch toll, noch einmal eine neue Liga zu erkunden und eine neue Sprache zu lernen. Das gesamte Paket hat für mich am besten gestimmt.
… die WM-Quali und den Modus
Ich bin ganz ehrlich, ich glaube vom Modus her verstehe ich unseren kompletten Weg gar nicht zu 100 Prozent. Das wird irgendwann etwas kompliziert. Von der Gruppenauslosung her, da haben wir mit Nordirland einen sehr unangenehmen Gegner erwischt. Aber wir werden die Favoritinnen sein und ich hoffe, dass wir auf den Punkt bereit sind, dort auch nichts anbrennen lassen. Unser Ziel ist ganz klar, die Gruppe zu gewinnen und die Playoffs zu erreichen. Es wird ein langer und schwieriger Weg. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir ein Team sind, das an die WM gehört.