Nach dem Rassismus-Skandal beim U20-Meisterschaftsspiel zwischen Luzern und GC haben sich Nati-Kapitänin Lia Wälti und Teamkollegin Coumba Sow zum Vorfall geäussert. Die beiden betonen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Am Ostersonntag kommt es beim U20-Spiel zwischen den Frauen des FC Luzern und GC zu einem Rassismus-Skandal.
- GC-Stürmerin Deborah Nyota Kabela wird von einem Staff-Mitglied des FCL als «Mohrenkopf» bezeichnet.
- Der Klub aus der Innerschweiz hat mittlerweile reagiert und zwei Mitarbeitende freigestellt.
- Nun haben sich auch Nati-Kapitänin Lia Wälti und Teamkollegin Coumba Sow zum Vorfall geäussert.
- Die beiden verurteilen die Aktion aufs Schärfste, freuen sich aber, dass ein solcher Vorfall endlich gefilmt werden konnte.
Nachdem es im Rahmen des U20-Meisterschaftsspiels der FCL-Juniorinnen am letzten Samstag gegen GC zu einem Rassismus-Vorfall kam, bei dem die GC-Spielerin Deborah Nyota Kabela von einem FCL-Assistenztrainer als «Mohrenkopf» denunziert wurde, hat der Verein reagiert und zwei Funktionäre freigestellt.
Nun haben auch Nati-Kapitänin Lia Wälti und Teamkollegin Coumba Sow über den Vorfall gesprochen und die Aktion klar verurteilt. «Ich finde so etwas abscheulich! Es tut mir sehr weh, als Mensch. Das gehört einfach nicht hierher, das gehört nirgendwohin», so Wälti in aller Deutlichkeit.
Wie die beiden Spielerinnen wissen, handelt es sich bei dem Vorfall um keinen Einzelfall. «Auf dem Fussballplatz ist es mir als Kind oft passiert», erzählt Coumba Sow. «Aber es passiert auch im Alltag die ganze Zeit. Es passiert in der Gesellschaft. Es ist ein systematisches Problem.»
Die Dunkelziffern seien hoch, so Sow weiter. «Ich bin mega happy, dass es jetzt gefilmt wurde. Dass man weiss, wer es war, und dass sich viele Leute öffentlich solidarisch bekannt haben. Auch die Reaktion des Trainers war gut.»
«Jeder muss sich selbst hinterfragen»
Wälti erhofft sich durch das Videomaterial und die öffentliche Aufmerksamkeit eine Verbesserung der Situation für die Zukunft. «Wir wissen, dass es weiterhin passieren wird. Aber mit jeder Situation, die durch die Medien gezogen wird, werden auch Leute eingeschüchtert, die sonst ein grosses Maul haben und das Gefühl, dass sie solche Aussagen machen können.»
Es braucht aber noch viel mehr als das, weiss Sow: «Man muss in allen Bereichen sensibilisieren. In der Schule, auf dem Fussballplatz, in der Gesellschaft. Wenn man etwas hört, muss man sich dagegen aussprechen und solidarisch sein.»
Zudem müsse sich jede und jeder selbst hinterfragen und reflektieren. «Ich glaube, dass wir alle gewisse Dinge in uns drin haben, die aus dem System kommen und deren wir uns nicht bewusst sind. Und die muss man dann auch ablegen», sagt Sow.
Coumba Sow hat mit blue Sport auch schon über Rassismus-Vorfälle gesprochen, die sie selbst erlebt hat, siehe Video unten.