«Habe mir das anders vorgestellt» Schertenleib räumt mit Barça alle Titel ab und ist trotzdem nicht restlos zufrieden

Patrick Lämmle

2.6.2026

Sydney Schertenleib kam in den Halbfinals und im Final der Champions League nicht zum Einsatz.
Sydney Schertenleib kam in den Halbfinals und im Final der Champions League nicht zum Einsatz.
Imago

Sydney Schertenleib hat in dieser Saison mit Barcelona alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Dennoch ist die 19-Jährige nicht gänzlich zufrieden mit der Saison 2025/26. Sie hätte sich mehr Spielzeit erhofft.

Patrick Lämmle

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  • Sydney Schertenleib hat mit Barcelona in dieser Saison alle vier möglichen Titel gewonnen, darunter auch die Champions League.
  • Dennoch ist die 19-Jährige nicht restlos zufrieden, da sie sich noch mehr Spielzeit erhofft hätte.
  • Zu Beginn der Saison machte ihr zudem ein Eisenmangel zu schaffen. Alles in allem sei es für sie aber schon «eine sehr erfolgreiche Saison» gewesen.

Barcelona ist im Frauen-Fussball das Mass aller Dinge. In dieser Saison haben die Katalaninnen die Konkurrenz mal wieder in Grund und Boden gespielt. In der Liga haben die Barça-Frauen 29 von 30 Spielen gewonnen und das bei einem Torverhältnis von 130:9. Die einzige Niederlage (0:1) setzte es am 2. November 2025 auswärts gegen Real Sociedad ab.

Torschützin Edna Imade, die im Winter zu Bayern München wechselte, konnte man es später heimzahlen. Im Champions-League-Halbfinal schaltete Barça den deutschen Meister aus. Schertenleib kam in diesen beiden Partien allerdings nicht zum Einsatz, genauso wenig wie später bei der 4:0-Gala im Final gegen OL Lyonnes. Auch in der Copa de la Reina und in der Supercopa Feminina kam Schertenleib in den wichtigsten Spielen nur zu Kurzeinsätzen.

Eisenmangel machte Schertenleib zu schaffen

«Für mich war es eine sehr erfolgreiche Saison», sagt Schertenleib am Dienstag im Rahmen einer Nati-PK im Vorfeld der beiden WM-Quali-Spiele gegen Malta und Nordirland. Restlos zufrieden ist die 19-Jährige aber nicht: «Ich glaube, am Anfang der Saison habe ich mir das anders vorgestellt. Ich dachte, ich hätte vielleicht ein bisschen mehr Spielzeit. Aber ich weiss natürlich auch, in welcher Mannschaft ich spiele und was für Konkurrentinnen ich habe.»

Sie habe sich deshalb schon etwas «durchkämpfen» müssen. «Aber alles in allem bin ich sehr zufrieden, auch mit all den Pokalen, die ich gewonnen habe. Ich glaube, mit 19 ist es nicht selbstverständlich, eigentlich alles zu gewinnen.» Und Schertenleib gibt zu, dass sie «zu Beginn der Saison nicht so gut trainiert» habe.

Der Grund: «Ich hatte einen Eisenmangel und da konnte ich im Training nicht immer 100 Prozent geben. Das dauerte so zwei, drei Monate.» Sie habe in den Sommerferien nicht immer genügend Eisen zu sich genommen. «Das war nicht so optimal von mir. Aber ich habe daraus gelernt und jetzt in den Sommerferien werde ich definitiv mein Eisen nehmen.»

Der Abgang von Putellas als Chance für Schertenleib

Wenig gespielt hat Schertenleib trotz allem nicht. Immerhin kommt sie in 41 Spielen zum Einsatz. Hinzu kommen noch acht Spiele mit der Nati – und dort ist sie unumstrittene Stammspielerin. Und bei Barça könnte sich ihre Situation auch schon sehr bald verbessern, da Vereinslegende Alexia Putellas, zweifache Weltfussballerin und Weltmeisterin, den FC Barcelona nach 14 Jahren verlässt.

«Ich glaube, wir werden sie sehr vermissen», sagt das Nati-Ass. «Nicht nur auf dem Platz, auch neben dem Platz. Sie war immer da für jede einzelne Spielerin. Und für mich ist sie natürlich ein Riesenvorbild, wie sie immer alles gegeben hat auf dem Platz und eben als Person einfach jeder Spielerin helfen wollte.» Sie wünsche ihr nur das Beste. Aber natürlich sei jetzt auch «eine Lücke aufgegangen für mich oder andere Mittelfeldspielerinnen». Wenn sie es schaffe, ihr Potenzial auf den Platz zu bringen, dann habe sie auch gute Chancen, zu spielen.

Sydney Schertenleib (rechts) feiert an der Seite von Aitana Bonmati den Gewinn der Champions League.
Sydney Schertenleib (rechts) feiert an der Seite von Aitana Bonmati den Gewinn der Champions League.
Bild: Imago

Auf die Frage, ob es ihr bei Barça aufgrund der puren Überlegenheit nie langweilig werde, meint sie: «Langweilig nicht, weil jedes Spiel anders ist. Und es macht einen eigentlich eher stärker, weil wir gegen Teams spielen, die sehr tief stehen. Wir müssen in engen Räumen spielen, den Ball besser behaupten und schneller spielen.» Und besonders in der Champions League gebe es natürlich auch Teams, die höher attackieren würden. «Und deswegen wird es eigentlich nie langweilig.»

Nach den beiden WM-Quali-Spielen gegen Malta und Nordirland freut sie sich aber erstmal auf die Ferien. Ganz ohne Fussball geht es aber auch dort nicht. «Lustigerweise gehe ich nach Vancouver in die Ferien und deshalb werde ich auch das Schweizer WM-Spiel gegen Kanada gucken gehen.»

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