Radio-Moderator und Komiker Marty Sheargold sorgt in seiner Sendung mit sexistischen Kommentaren über das australische Frauen-Fussballnationalteam für einen grossen Skandal. Seinen Job ist er los, nun hat sich auch die Regierung eingeschaltet.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Bei einem Fussball-Turnier des US-Fussballverbands verliert Australien die ersten beiden Gruppenspiele.
- Daraufhin sorgt der australische Radio-Moderator und Comedian Marty Sheargold mit seinen Kommentaren für einen Sexismus-Skandal.
- Mittlerweile ist Sheargold seinen Job los und der australische Fussballverband sowie die Regierung haben auf den Vorfall reagiert.
Das australische Frauen-Fussballnationalteam steht am Sonntagabend im Einsatz. Beim «SheBelieves Cup» treffen die Matildas nach der Auftakt-Pleite gegen Japan (0:4) auf die USA. Auch die zweite Partie der Gruppenphase beim Turnier vom US-Fussballverband geht verloren (1:2).
Am Tag darauf lässt sich Marty Sheargold, ein australischer Radio-Moderator und Komiker, zu folgenschweren Aussagen hinreissen. «Ich würde mir lieber einen Nagel in die Spitze meines Penis hauen, als mir das anzusehen ... Gibt es Männer-Sport, über den wir reden können?», so der 53-Jährige in seiner Sendung beim Radiosender «Triple M» am Montag.
Mit der australischen Frauen-Nati stimme etwas nicht, nachdem man sich bei der Heim-WM 2023 in sie verliebt hatte. Die Spielerinnen würden ihn an Zehnjährige erinnern mit ihren internen Streitigkeiten und Freundschaftsproblemen. Sheargold fährt fort: «Es tut mir leid, dass ich den ganzen Sport infrage stelle, aber das ist meine Meinung.»
Sheargold bittet um Entschuldigung
Entsetzen statt Lacher. Seine Meinung ruft einen Sturm der Entrüstung hervor. Sein Arbeitgeber «Triple M» trennt sich von ihm. Sheargold räumt in einem Statement des Radiosenders ein, dass er sich der Tragweite seiner Kommentare voll bewusst sei. Er bittet das Frauen-Team um Entschuldigung. Jede Comedy, auch seine, könne manchmal daneben gehen.
Shergolds Worte finden auch den Weg zum australischen Fussballverband. «Solche Bemerkungen schmälern nicht nur die aussergewöhnlichen Leistungen und Beiträge unseres Frauen-Fussballnationalteams, sie verkennen auch ihren tiefgreifenden Einfluss auf den australischen Sport und die Gesellschaft», so der Verband.
Die Spielerinnen Alex Chidiac und Clare Wheeler äussern sich in den sozialen Netzwerken. Die Kommentare seien «so krank», schreibt Chidiac. «Sport ist für jeden, solche Kommentare für niemanden», meint Wheeler.
Premierminister reagiert auf die Aussagen
Mittlerweile hat auch die Politik reagiert – und das auf höchster Ebene. Premierminister Anthony Albanese verurteilt Medienberichten zufolge die verachtenden und herabwürdigen Äusserungen Sheargolds. «Das waren schockierende Kommentare», so Albanese beim Radiosender «Nova100». Dass jemand so etwas denke, geschweige denn sage, sei völlig inakzeptabel. Die Äusserungen seien nicht lustig, sondern beleidigend.
Das australische Frauen-Fussballnationalteam spielte sich 2023 an der Heim-WM in die Herzen der Bevölkerung. Damals stiessen die Matildas bis in den Halbfinal vor. Beim «SheBelieves Cup» schneiden die Australierinnen weniger erfolgreich ab, auch die dritte und letzte Partie gegen Kolumbien geht verloren.