YB verliert das Final-Hinspiel gegen Servette 1:2 und steht am Freitag unter Zugzwang. Noch ist der Glaube da, dass es mit der Titelverteidigung klappt. Zumindest das Fan-Duell hat YB bereits so gut wie gewonnen.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- YB verliert das Hinspiel des Playoff-Finals im Wankdorf 1:2 gegen Servette.
- Die Bernerinnen ärgern sich über das frühe Gegentor, haben die Titelhoffnungen aber noch lange nicht begraben.
- Das entscheidende Rückspiel folgt am Freitag, 29. Mai 2026, um 19.00 Uhr im Stade de Genève. Wie bereits für den Cupfinal organisiert YB einen Extrazug.
YB hat letztmals 2019 gegen Servette gewonnen. Die vier Spiele in dieser Saison gingen allesamt verloren. Am Montag erzielen die YB-Frauen immerhin ein Tor, das ist ihnen zuvor weder in der Meisterschaft noch im Cupfinal gelungen.
Besonders das frühe Gegentor ärgert Trainerin Imke Wübbenhorst. «Es kann nicht sein, dass wir uns intensiv mit Standards beschäftigen, weil das eine Stärke von Servette ist, und uns dann nach fünf Minuten so ein Eierding reinfällt. Das war wirklich ein kleiner Dämpfer, aber es hat unseren Matchplan nicht verändert. Über die gesamte Spielzeit gesehen, waren wir auf Augenhöhe. Wir haben alle daran geglaubt, dass wir es noch drehen können.»
YB-Verteidigerin Emilie Bernhardt bedauert ebenfalls den «unglücklichen Start» in die Partie. Dennoch ist der Glaube da, im Rückspiel noch die Wende zu schaffen. «Wir haben sie vor Probleme gestellt, wie es in dieser Saison keine andere Mannschaft geschafft hat. Ärgerlich ist, dass wir so viel arbeiten und uns nicht belohnen.» Wenn sie das im Rückspiel besser hinbekämen, dann sei noch alles möglich.
Ähnlich sieht es Wübbenhorst. Was Servette in dieser Saison auszeichne, sei die «Abgezocktheit und Effizienz». Ihre Mannschaft habe zwar eine gute Aggressivität in den Zweikämpfen an den Tag gelegt, im Ballbesitz und vor dem gegnerischen Tor dann aber eine gewisse Ruhe vermissen lassen. «Man braucht ein feuriges Herz und einen kühlen Kopf.»
In die Kategorie Abezocktheit fliesst auch rein, dass sich die Servette-Spielerinnen am Montag immer wieder auf den Boden setzen und sich pflegen lassen. Dass sie «auf Zeit spielen, um eine Führung über die Zeit zu bringen», sei keine neue Erkenntnis, sagt Wübbenhorst. Allerdings habe es einige Spielerinnen auch tatsächlich hart erwischt. «Das tut einem dann leid für die Spielerin, weil man wünscht niemandem etwas Schlechtes.»
Wie kann YB den Servette-Fluch brechen?
Mut schöpft die YB-Trainerin aus der Erfahrung aus dem letztjährigen Final: «Wir lagen damals auch gegen GC 0:1 zurück nach dem Hinspiel und haben es dann noch gedreht. Und wir wissen, dass wir nah dran sind an ihnen. Ein Tor und plötzlich kippt das Ding. Wir wissen zudem, dass wir fit sind und auch 120 Minuten marschieren können.»
Und doch ist da dieser Servette-Fluch. Wie will man diesen brechen? «Ich glaube, es ist dieses tausendmal gespürt, wir können es. Und jetzt fehlt nur noch dieses, jetzt machen wir es auch», sagt Wübbenhorst mit einem Lächeln im Gesicht.
Servette ist der Angstgegner von YB
- Servette bleibt das einzige Team in der Schweiz, gegen das Imke Wübbenorst als Trainerin noch nie gewinnen konnte. Ihre Bilanz: 0 Siege, 3 Remis, 10 Niederlagen. Und das bei einem Torverhältnis von 7:29.
- Die Sieglos-Serie begann aber schon vor Wübbenhorsts Amtsantritt. Seit 22 Spielen hat YB gegen Servette nicht mehr gewonnen. Der letzte Sieg glückte den Bernerinnen im August 2019.
Einen Hexenkessel erwartet die Trainerin nicht: «Ich habe immer das Gefühl, dass Genf die Jugendmannschaften verpflichtet, um die Spiele zu schauen. Und dann steht da ein Einheizer, der ihnen zeigt, wie man klatscht und Servette ruft.»
Ganz anders sieht es beim eigenen Anhang aus. «Bei uns brauchen wir sowas nicht, weil wir wirklich Fans haben, die mit Herz und Leidenschaft hinter uns stehen. Das ist immer wieder schön und hilft dabei, über sich hinauszuwachsen.»
Tatsächlich haben am Montag die knapp 8000 Fans im Wankdorf für ordentlich Stimmung gesorgt und ihr Team lautstark angefeuert. YB hofft darauf, dass möglichst viele von ihnen auch am Freitagabend den Weg ins Stade de Genève finden. Deshalb hat YB, wie bereits für den Cupfinal, einen Extrazug organisiert. Alle Informationen dazu, findest du auf der YB-Seite.