Der Meister geht am Stock – nutzt die Konkurrenz die Gunst?

jos, sda

6.11.2021 - 05:00

Erstmals seit 2014 verlieren die Young Boys drei Pflichtspiele in Folge. Ist das die Chance für Basel im Meisterrennen? Der FCB liegt vorne, sollte seine Reserve bis zur Winterpause aber vergrössern.

jos, sda

6.11.2021 - 05:00

1:2 gegen Lugano im Cup, 1:3 gegen St. Gallen in der Super League, 0:2 gegen Villarreal in der Champions League – drei Niederlagen am Stück, zum ersten Mal seit September 2014, dreimal die Chancenverwertung als Schwachpunkt: Die Young Boys erleben gerade die kompliziertesten Wochen seit dem Beginn ihrer Dominanz vor vier Jahren. Eine Reihe von gewichtigen Ausfällen öffnet der Konkurrenz, allen voran dem FC Basel, die Tür.

Setzt es am Samstag bei den Grasshoppers eine vierte Niederlage ab, wäre es die längste Negativserie der Berner in diesem Jahrtausend. «Aktuell kommt einfach vieles zusammen. Wir hoffen, bald auf die Energie von Rückkehrern zählen zu können», sagte Sportchef Christoph Spycher unter der Woche in einem Interview mit der «Berner Zeitung».



Durch die Ausfälle der Innenverteidiger Fabian Lustenberger, Cédric Zesiger und Mohamed Ali Camara sowie von Goalie David von Ballmoos präsentierte sich die Personalsituation in der Defensive der Young Boys zuletzt prekär. Noch mehr Sorgen bereitet indes das Toreschiessen ohne Jean-Pierre Nsame, wie der Chancen-Wucher in den letzten Partien verdeutlichte. Nsames Stellvertreter Jordan Siebatcheu ist in ein Formloch gefallen, Wilfried Kanga ist ebenfalls verletzt.

Basel droht davonzuziehen

Derweil trifft Arthur Cabral beim FC Basel nach Belieben. 13-mal war der Brasilianer in der Super League bereits erfolgreich – mehr als einmal pro Spiel. Vor allem seine Tore sorgen dafür, dass der FCB nach zwölf Runden noch ungeschlagen ist, obwohl auch er nicht durchwegs überzeugt hat.

Fünf Punkte liegen zwischen dem FC Basel an der Tabellenspitze und den drittplatzierten Young Boys, die noch ein Heimspiel gegen Lugano ausstehend haben. Der FCB, an dem die Mehrfachbelastung auch nicht spurlos vorbeigeht, tut gut daran, in der aktuellen Phase das Maximum herauszuholen und das Heimspiel am Sonntag gegen St. Gallen zu gewinnen.



Die Gegenwart spricht nämlich für die Basler, der Blick auf die Rückrunde aber für YB. Fabian Lustenberger dürfte sich nach der Länderspielpause in der 1. Mannschaft zurückmelden; der Abwehrchef gibt an diesem Wochenende in der U21 sein Comeback nach einem halben Jahr. Und nach dem Jahreswechsel sollte auch Nsame wieder einsatzbereit sein. Zwei wichtige Säulen der Mannschaft stehen den Young Boys dann wieder zur Verfügung, dazu wohl auch Zesiger und Camara. Dass YB mit Nsame und Lustenberger – ohne wohl im Vergleich zum FCB ohne Europacup-Belastung – einen ähnlich harzigen Frühling erlebt, ist nicht zu erwarten.

Luzern empfängt Sion

Nach den Young Boys, die um 18.00 Uhr bei den Grasshoppers gastieren, stehen am Samstag Luzern und Sion im Einsatz. Luzern hat erst einmal gewonnen, ist aber seit vier Ligaspielen ungeschlagen. Nebst dem 2:0-Heimsieg gegen St. Gallen vor zwei Wochen holten die Zentralschweizer einen Punkt bei den Young Boys, in Basel und in Lausanne.

Unentschieden gingen auch die drei letzten Duelle mit Sion aus. Die Luzerner Aufwärtstendenz, die auf einer defensiveren Taktik fusst, drückt sich auch im Verlauf der Gegentore aus: In den ersten vier Ligaspielen der Saison hat die Mannschaft bedeutend mehr Gegentore kassiert (13) als in den acht Spielen danach (9).

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