Die Zeichen stehen auf Abschied – aber wer folgt auf Marcel Koller?

Luca Betschart

9.7.2020 - 15:10

Marcel Kollers Zeit an der Seitenlinie des FC Basel droht bald abzulaufen. 
Bild: Keystone

Mit der Niederlage in Sion dürfte der Meisterzug für den kriselnden FCB definitiv abgefahren und die Tage von Trainer Marcel Koller möglicherweise gezählt sein. Aber wer soll das Ruder am Rheinknie danach übernehmen?

Erstmals seit 35 Ligaspielen unterliegt der FC Basel am Mittwochabend wieder einmal dem FC Sion –, obwohl die Walliser bis dahin in diesem Jahr noch keine Partie gewinnen konnten. Und, obwohl der FCB beinahe die gesamte zweite Hälfte in Überzahl agieren kann. Gewinnt St. Gallen am Donnerstag in Lugano, beträgt der Rückstand auf die Tabellenspitze bei sieben ausstehenden Spielen bereits elf Punkte – der Meisterzug scheint abgefahren.

Für die Bebbi setzt es in der laufenden Saison bisher zehn Niederlagen ab, so viele wie noch nie in diesem Jahrhundert. In der Saison 1998/99 war der FCB zuletzt so leicht zu schlagen, damals standen zum Saisonende zehn Pleiten zu Buche. Gut möglich, dass dieser Wert in diesem Jahr noch übertroffen wird.

Immerhin ist der FCB im Cup und überraschenderweise auch in der Europa League noch im Rennen um den Titel. Dennoch zeichnet sich in Basel auf Ende August ein Trainerwechsel ab. Doch wer soll den 20-fachen Schweizer Meister zurück zu alter Stärke führen? «Bluewin» stellt die heissesten Anwärter auf Kollers Nachfolge vor:

National: 

    

FC Basel U21

Alex Frei

Er gehört wohl zu den Top-Kandidaten und stieg in Basel zuletzt zum U21-Trainer auf. Der 40-Jährige kennt den Verein und das Umfeld bestens, zudem würden sich die Kosten in Grenzen halten. Nichtsdestotrotz soll er nicht bei allen FCB-Verantwortlichen über alle Zweifel erhaben sein.

    

Vereinslos

Martin Schmidt

145 Bundesliga-Spiele hat der Walliser als Cheftrainer auf dem Buckel, der einzige Schweizer mit mehr Erfahrung in der obersten deutschen Liga ist Lucien Favre. Erst im März musste Schmidt seinen Platz in Augsburg räumen – ist es womöglich noch zu früh für eine neue Aufgabe? Falls nicht, soll es gemäss dem «Blick» den einen oder anderen Schmidt-Befürworter im Verein geben.

    

FC Aarau

Patrick Rahmen

Als Koller bereits nach der letzten Saison vor dem Aus steht, gilt der 51-Jährige als heisser Nachfolge-Kandidat. Unterdessen hat sich die Ausgangslage aber geändert: Marco Streller ist nicht mehr Basler Sportchef, Rahmens Leistungsbilanz bei Aarau hat sich nicht gerade verbessert.

International:

    

Vereinslos

Markus Weinzierl

Der 45-Jährige leistet beim FC Augsburg während vier Jahren bemerkenswerte Arbeit und wird in Deutschland als grosses Trainer-Talent gefeiert. Mit Schalke und Stuttgart kann er danach allerdings nicht an frühere Erfolge anknüpfen und scheitert, seit April 2019 ist Weinzierl vereinslos. Bei ihm würden sich hingegen finanzielle Fragen stellen – müsste der FCB zu tief in die Tasche greifen?

    

Vereinslos

Alfred Schreuder

Der Holländer wird im Juni bei Hoffenheim abgesetzt, wo er für ein Jahr als Cheftrainer an der Seitenlinie stand. Jahre zuvor ist er bereits als Co-Trainer von Julian Nagelsmann bei der TSG tätig, bevor er bei Ajax Amsterdam als Co-Trainer von Erik ten Hag Erfahrungen sammelt. Zudem arbeitet er zeitgleich wie der neue Nachwuchschef des FCB, Percy van Lierop, beim holländischen Traditionsklub. Und der geniesst in Basel bekanntlich hohes Ansehen. Auch Schreuder würde für den FCB allerdings zu den teureren Kandidaten zählen.

 

LASK

Valérien Ismaël

Der Franzose ist zu Beginn seiner Trainerkarriere in Deutschland tätig, in der Saison 2016/17 trainiert er für 13 Spiele den VfL Wolfsburg. Nach einem verunglückten Abstecher nach Griechenland landet er im Juli 2019 bei LASK – und ist in der österreichischen Liga bis zur Corona-Pause auf Meisterkurs. Zudem eliminiert Ismael mit seiner Mannschaft den FC Basel in der Champions-League-Qualifikation. Ein Name, der den Verantwortlichen beim FCB bekannt sein dürfte. 



Aus der Trainer-Elite 😉: 

Auch wenn der FCB sich einen Trainer solchen Kalibers aktuell nicht leisten kann und will: Ein Blick auf den Trainermarkt zeigt, dass derzeit auch mehrere höchst populäre Namen zur Verfügung stehen würden.

    

Vereinslos

Mauricio Pochettino

Dazu gehört der Argentinier, der bis im vergangenen November Trainer der Tottenham Hotspurs war und seine Mannschaft in der Saison 2018/19 bis ins Final der Champions League führte. Jüngst kündigt der 48-Jährige an, trotz Vorliebe für die Premier League offen für neue Herausforderungen zu sein. Wie wärs mit einem Abstecher in die Schweiz?

    

Vereinslos

Jürgen Klinsmann

Ebenfalls ohne Verein ist Jürgen Klinsmann. Der Deutsche machte zuletzt als Trainer von Hertha Berlin beinahe ausschliesslich negative Schlagzeilen, immerhin zeigt er im Nachhinein Einsicht. Ob er eine neue Chance in Basel nutzen könnte?


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