Du bist gefeuert! Hier ist die Flugparaden-Prognose der Super-League-Trainer

Von Patrick Lämmle

22.7.2021

Fünf von zehn Super-League-Vereinen starten mit einem neuen Trainer in die Saison 2021/22. Nicht alle werden diese überstehen, zumindest käme dies einer faustdicken Überraschung gleich.

Von Patrick Lämmle

22.7.2021

In der höchsten Schweizer Liga gab es letztmals in den Jahren 2000/01 keine Trainerentlassung während der Saison. Seither mussten jede Saison mindestens vier Trainer den Posten frühzeitig räumen – 19-mal waren es gar mehr als vier. 



Und welche Trainer sind in dieser Saison besonders gefährdet? Es folgt die Einschätzung von «blue News». Gefahrenstufe 5 bedeutet, dass der Trainer die Saison mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nicht überstehen wird. Gefahrenstufe 1 kommt einer Jobgarantie gleich.


Lugano   

Gefahrenstufe 5

Abel Braga

Der 68-jährige Brasilianer trainierte einige Grossklubs und gewann gar das südamerikanische Pendant zur Champions League. Doch er kennt den Schweizer Fussball kaum und wird dafür teuer bezahlen. Denn Angelo Renzetti wird schnell handeln, wenn ihm der Blick auf die Tabelle nicht gefällt – zumal es nicht er selbst war, der Abel Braga eingestellt hat.


Lausanne   

Gefahrenstufe 4

Ilija Borenovic

Borenovic, der noch nie festangestellter Cheftrainer einer Super-League-Mannschaft war, kann sich in Lausanne nicht in ein gemachtes Nest setzen. Viele Leihspieler sind weg, neue sind gekommen. Und er wird den Druck der Besitzer zu spüren bekommen, sollte sein Team nicht ins Rollen kommen. Denn Lausanne sieht sich klar in der oberen Tabellenhälfte.


GC   

Gefahrenstufe 4

Giorgio Contini

Keine Frage, mit Giorgio Contini hat sich Aufsteiger GC einen Coach geangelt, der inzwischen auch den Ansprüchen der besten Super-League-Vereine genügen müsste. Wenn er scheitert, dann an den überhöhten Erwartungen der chinesischen Besitzer. Und genau so könnte es kommen, denn GC dürfte sich in der höchsten Liga schwertun.


Sion   

Gefahrenstufe 4

Marco Walker

Christian Constantin will Ruhe in den Verein bringen und hat deshalb mit Gelson Fernandes einen Vizepräsidenten installiert und Massimo Cosentino als Geschäftsführer geholt. Auch hat Sion in diesem Jahr nicht die halbe Mannschaft in die Wüste gejagt und sich klug verstärkt. Doch was, wenn Sion einen Holperstart hinlegt oder mitten in der Saison eine längere Schwächephase hat? Bleibt CC auch dann die Ruhe selbst? Zweifel sind erlaubt und deshalb sehen wir «Retter» Marco Walker in seinem Amt stark gefährdet. Die folgende Galerie spricht eigentlich für sich.


Servette   

Gefahrenstufe 3

Alain Geiger

Erst der Aufstieg in die Super League, dann Platz 4 und Platz 3. Geiger hat hervorragende Arbeit geleistet als Servette-Trainer. Doch eins darf es im Fussball nie geben: Stillstand. Am Ende könnte ihm deshalb sein eigener Erfolg zum Verhängnis werden, denn die Erwartungen in Genf sind gestiegen. Der Ligaerhalt ist längst nicht mehr das höchste der Gefühle.


FCZ   

Gefahrenstufe 3

André Breitenreiter

Breitenreiter hat Paderborn und Hannover in die Bundesliga geführt und Schalke in die Europa League. Der 47-jährige Deutsche hat auch einen guten Umgang mit jungen Spielern, Sané und Goretzka haben sich unter ihm einst prächtig entwickelt. Aber beim FCZ gibt es derzeit, auch verletzungsbedingt, viele Baustellen. Das Präsidenten-Paar Canepa wird aber lange an ihm festhalten, auch wenn es tabellarisch düster aussehen sollte.



Basel   

Gefahrenstufe 3

Patrick Rahmen

In der letzten Saison schrieb der FC Basel abseits des Rasens die grossen Geschichten. Inzwischen ist die neue Führung um David Degen installiert und derzeit herrscht Ruhe. Zwar gibt der FC Basel nicht den Meistertitel als offizielles Ziel aus, doch die Erwartungen bleiben hoch und zumindest soll die Lücke zu YB wieder kleiner werden. Dass Patrick Rahmen ein guter Trainer ist, steht ausser Frage. Nur schon wie er die Mannschaft nach dem gescheiterten Sforza-«Experiment» wieder aufgerichtet hat, verdient Respekt. Doch was, wenn der FCB die Conference League verpasst und beim Liga-Start nicht richtig aus den Startblöcken kommt? Unmöglich scheint das nicht und spätestens dann würde der Stuhl von Rahmen wackeln.


Luzern   

Gefahrenstufe 2

Fabio Celestini

Celestini hat mit Luzern den ersten Titel seit 29 Jahren geholt, damit hat er sich schon mal ein Denkmal gesetzt. Zwar musste der FCL den einen oder anderen Spieler ziehen lassen, doch mit den Verpflichtungen von Holger Badstuber und Christian Gentner konnten diese Abgänge mehr als kompensiert werden. Dem FCL ist in dieser Saison einiges zuzutrauen. Und sollte es mal eine Durststrecke geben, dann darf Celestini immer noch darauf vertrauen, dass Stefan Wolf, seit Februar Präsident des FC Luzern, nicht überhastet handeln wird.


YB   

Gefahrenstufe 1

David Wagner

Wer zu YB kommt, der weiss, was er bekommt: Den besten Kader der Liga und ein äusserst ruhiges Umfeld, in dem es sich hervorragend arbeiten lässt. Wer zu YB kommt, der muss am Ende des Tages aber auch liefern. Nach vier Meistertiteln in Serie ist klar, der fünfte Titel muss folgen. Sollte sich früh abzeichnen, dass Wagner das Ziel zu verpassen droht, dann könnte es tatsächlich so weit kommen, dass Christoph Spycher die Notbremse zieht. Es wäre allerdings eine Premiere. Und noch sind wir aus YB-Sicht nicht im verflixten siebten Jahr angekommen.


St.Gallen   

Gefahrenstufe 1

Peter Zeidler

Zeidler steigt in seine vierte Saison als Trainer vom FC St. Gallen. Noch ist nicht wirklich absehbar, wie stark die Mannschaft heuer wirklich ist. Absehbar ist dagegen, dass der 58-Jährige auch Ende Saison noch Trainer sein wird. Die Klubführung um Matthias Hüppi und Alain Sutter hat Zeidler ja nicht ohne Grund mit einem Vertrag bis 2025 ausgestattet.

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