Endspiel gegen Vaduz? Fabio Grosso gehörig unter Druck

Patrick Lämmle

25.2.2021

Sion gibt in der laufenden Saison kein desolates Bild ab – und doch schmerzt die Walliser der Blick auf die Tabelle. Am Sonntag steht ein wegweisendes Spiel gegen Vaduz auf dem Programm. Für Coach Fabio Grosso dürfte es eine Art Endspiel sein.

Nur YB (1) hat in der laufenden Saison weniger oft verloren als Sion (wie Basel und St. Gallen siebenmal). Und trotzdem steht Sion aktuell auf dem Barrage-Platz. Denn es gibt eben auch kein Team, das weniger Spiele gewonnen hat als die Walliser. Wie Vaduz hat Sion nur vier Dreier zu Buche stehen. Klar lautet deshalb die Devise am Sonntag: Verlieren verboten.

Sion-Trainer, das war ja in nicht allzu ferner Vergangenheit nicht mehr als ein gutbezahlter Temporärjob: Trainer kamen, Trainer wurden entlassen. Sion-Boss Christian Constantin ist nicht für seine Geduld bekannt. Doch in der Corona-Pandemie scheint er kleiner zu denken.

Im Dezember meinte er, dass er Grosso vorerst in Ruhe arbeiten lassen wolle. Sollte Sion aber auf den letzten Platz abrutschen, käme eine Entlassung infrage: «Dann ist der Diskurs ein anderer. Denn für uns geht es in dieser Saison nach all den Problemen nur noch um eines: Den Barrageplatz zu sichern. Alles andere kann man vergessen», so CC damals gegenüber «Blick».

Ein Sieg gegen das zweitbeste Rückrundenteam muss her

Sion rutsche nicht auf den letzten Platz ab, doch mit dem «endlich» Siegen, eine Forderung Constantins vor dem Rückrundenstart, will es noch immer nicht so richtig klappen (2 Siege, 3 Remis, 2 Niederlagen und das Cup-Aus gegen Aarau). Und verliert Sion am Sonntag gegen Vaduz, so lägen die beiden Teams punktgleich am Tabellenende. 

Der Gedanke, dass die Partie für Fabio Grosso einem Endspiel gleichkommt, ist deshalb nicht völlig aus der Luft gegriffen. Im Falle einer Niederlage droht Constantins Geduldsfaden zu reissen. Daran dürfte auch der Umstand nichts ändern, dass Schlusslicht Vaduz hinter YB das zweitbeste Rückrundenteam ist – ein klassischer Punktelieferant sind die Liechtensteiner also längst nicht mehr.

Das vielleicht Verrückteste an der ganzen Geschichte: Sion weist nur sieben Punkte Rückstand auf den im dritten Rang klassierten FCZ auf und kämpft deshalb nicht nur gegen den Abstieg, sondern hat tatsächlich auch noch intakte Chancen, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Die Super League zählt sicherlich nicht zu den qualitativ hochstehendsten Ligen, aber über fehlende Spannung kann sich niemand beklagen – das Meisterrennen mal ausgeschlossen.

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport