FCB-Sportchef Zbinden: «Wir wollen keinen Abbruch»

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20.5.2020 - 11:31

FCB-Sportchef Ruedi Zbinden: «Wir wollen keinen Abbruch»

FCB-Sportchef Ruedi Zbinden: «Wir wollen keinen Abbruch»

Am Mittwoch war Teleclub zu Gast beim FC Basel und hat mit Sportchef Ruedi Zbinden und Trainer Marcel Koller gesprochen. Die Basler sind froh, dass sie wieder ihrer Arbeit nachgehen können und hoffen, dass die Saison zu Ende gespielt wird.

20.05.2020

Beim FC Basel hofft man, dass der Spielbetrieb Mitte Juni wieder aufgenommen werden kann. Sportchef Ruedi Zbinden erklärt, wie dann das Problem mit den auslaufenden Verträgen per 30. Juni gelöst werden muss.

Vor knapp drei Wochen hatte Basel-Präsident Bernhard Burgener erklärt, dass ein Geister-Heimspiel seinen Klub rund 300'000 Franken kosten würde. Wie zahlreiche andere Super-League-Klubs waren die Bebbi sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, was schlauer wäre: Die aktuelle Saison fortzusetzen oder abzubrechen. 

Heute scheint man am Rheinknie der Wiederaufnahme des Spielbetriebs wieder mehr entgegenzufiebern, was auch mit dem neuen Hilfspaket des Bundes zusammenhängt. Zumindest sagt FCB-Sportchef Ruedi Zbinden im Interview mit «Teleclub»: «Wir hoffen natürlich alle, dass wir ab dem 19. Juni weiterspielen können. Dass wir grünes Licht erhalten, von der Regierung am 27. Mai und auch an der ausserordentlichen Generalversammlung der Klubs am 29. Mai. Wir wollen keinen Abbruch.» Der FC Basel wolle in der Meisterschaft Boden gutmachen und auch im Cup und in der Europa League sei man noch im Rennen, sagt Zbinden mit Blick auf die nicht mehr ganz so düster wirkende Zukunft.

Am Montag haben die Basler das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Nun hofft man also, dass es in rund vier Wochen auch wieder Wettkämpfe geben kann. Dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, sei wichtig «für alle Menschen, die in einem Klub arbeiten», so Zbinden im klubeigenen TV. «Genauso wie auch für die Fans. Niemand will einen Meister sehen, der am grünen Tisch erkoren wird.»



Was würde mit den auslaufenden Verträgen passieren?

Falls die Saison wieder fortgesetzt wird, muss auch die Problematik mit den auslaufenden Verträgen geklärt werden. Werden diese automatisch bis zum Saisonende verlängert? Oder darf beziehungsweise muss ein Spieler den Klub mitten im Saisonendspurt verlassen?

«Es ist noch alles offen. Intern reden wir natürlich darüber, aber wir müssen jetzt einfach bis zum 29. Mai abwarten. Falls dann wirklich weitergespielt wird, muss bis zum Restart alles geregelt werden – mit den Spielern, die einen auslaufenden Vertrag per 30. Juni haben, da ja auch danach noch gespielt wird», sagt Zbinden. Man müsste sich mit jedem einzelnen an einen Tisch setzen und das Problem lösen. 



In Basel besitzen Zdravko Kuzmanovic, Ricky van Wolfswinkel, Emil Bergström, Kevin Bua, Arthur Cabral, Ramires und Edon Zhegrova auslaufende (Leih-)Verträge. Und auch der Kontrakt von Coach Marcel Koller läuft am 30. Juni aus. Zur Trainersituation kann sich der FCB-Sportchef ebenfalls noch nicht genauer äussern. Man müsse nun die Entscheide von nächster Woche abwarten und könne dann weitersehen. Zur Personalie Cabral sagt er dann allerdings doch noch, dass man alles versuchen werde, ihn zu halten.

Und was ist mit dem Transferfenster, das normalerweise ab dem 1. Juli öffnet? Zbinden: «Im Moment ist es sehr ruhig, ich kriege kaum Anrufe von Agenten, auch die warten nun ab. Vermutlich wird das Transferfenster dann auch nach hinten verschoben.»

Marcel Koller: «Es war eine mega Stimmung»

Marcel Koller spricht derweil nicht wie ein Trainer, der sich Sorgen um seine Zukunft macht. Er freut sich, dass der Trainingsbetrieb wieder angelaufen ist. «Es war eine mega Stimmung, eine wirklich gute Atmosphäre. Es freuen sich alle, dass sie wieder ihrem Job nachgehen können.» In der ersten Woche trainiere man noch etwas zurückhaltender, aber dann müsse man weiter machen. «Wir können Fussball nicht kontaktlos spielen. Ohne Zweikämpfe wird es nicht gehen.» Man warte jetzt die nächsten Tage ab. Und dann wird sich zeigen, wie es mit dem Schweizer Fussball und dem FC Basel weiter geht.


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