Fussball-Talk Heimspiel: Warum läuft es YB auch unter Seoane so rund? Und wie schaffen es die Berner in die Champions League?

jar

13.8.2018

Warum läuft es YB auch unter Seoane so rund?

Warum läuft es YB auch unter Seoane so rund?

Neuer Trainer, altes Bild: YB führt die Super League souverän an. Im Teleclub Fussball-Talk Heimspiel wird über die Gründe diskutiert. Es stellt sich die Frage: Wo liegen die Unterschiede zwischen Gerardo Seoane und Adi Hütter?

12.08.2018

4 Spiele, 4 Siege – YB startet noch besser in die Saison als letztes Jahr und will nun endlich erstmals an der Champions League teilnehmen. Warum läuft es den Bernern auch unter Gerardo Seoane so rund? Im Teleclub Fussball-Talk Heimspiel werden Antworten gefunden.


Die Gäste im Fussball-Talk:
– Ernst Graf, YB-Verwaltungsrat
– Mario Cantaluppi, Ex-Nationalspieler
– Philipp Kobel, Journalist bei nau.ch
– Rolf Fringer, Teleclub-Experte


Es gab wahrlich schon schwierigere Zeiten für die Fans der Young Boys. Als amtierender Meister hat YB auch in der neuen Saison einen makellosen Start hingelegt und hat bald die grosse Chance, sich über die CL-Playoffs erstmals überhaupt für die Königsklasse zu qualifizieren. Obwohl Meistertrainer Adi Hütter den Klub verliess, haben die Berner ihre Souveränität nicht verloren. Was sind die Gründe dafür? Und hat der neue Coach überhaupt etwas verändert?

«Gerardo Seoane hatte schon bei den ersten Gesprächen angesprochen, welche Optimierungen er vornehmen würde», sagt YB-Verwaltungsrat Ernst Graf. «Er hat nicht sehr viel verändert, aber man sieht beispielsweise, dass die Mannschaft viel geduldiger spielt als unter Hütter. Und bei den Aussenverteidiger immer nur einer offensiv geht und der andere absichert. Es sind vor allem Details, die Seoane angepasst hat.»

Der neue Trainer habe nicht gross im spielerischen, sondern im mentalen Bereich arbeiten müssen, meint der Berner Sportjournalist Philipp Kobel: «Damit die Mannschaft auch nach dem langersehnten Meistertitel hungrig bleibt. Der verlorene Cupfinal war bestimmt ein Wehrmutstropfen. Und jetzt haben sie die grosse Chance, Champions League zu spielen.»

An Motivation dürfte es den Young Boys also nicht fehlen. Genauso wenig wie an der Fitness, wie der eindrückliche Saisonstart zeigt: Der 3:2-Sieg in Luzern war für YB der vierte Vollerfolg im vierten Spiel. Damit sind die Berner noch besser in die neue Spielzeit gestartet als in der Meistersaison. Letztes Jahr hatte man zu diesem Zeitpunkt «nur» neun Punkte auf dem Konto. «Seoane lässt gerne hohes Pressing spielen, was natürlich auch eine gute Kondition beansprucht», weiss Mario Cantaluppi, der beim FC Luzern einst selbst mit Seoane zusammengespielt hatte.

Was passiert bei erfolgreicher Champions-League-Qualifikation?

Um sich erstmals für die Champions League zu qualifizieren, muss YB in den Playoffs noch einen Gegner aus dem Weg räumen: Den Sieger des Duells Dinamo Zagreb gegen Astana. Graf gibt zu, dass man in der letzten Saison in der Europa League die Meisterschaft immer im Hinterkopf hatte und der erste Meistertitel nach 32 Jahren klar im Vordergrund stand. Das ist jetzt natürlich völlig anders. 

Was brauchen die Young Boys, um im September erstmals in der Königsklasse zu spielen? «Selbstvertrauen und den unbändigen Hunger, erstmals in der Champions League zu sein», sagt Kobel. «Wahrscheinlich geht es gegen Zagreb, ein Gegner auf Augenhöhe, den musst du einfach schlagen.» 

Auf dem Papier wäre YB gegen Zagreb wie auch gegen Astana der Favorit. Die Mannschaft hat einen deutlich höheren Marktwert als die möglichen Gegner. Auch und vor allem, weil mit Kassim Nuhu erst ein Leistungsträger der letzten Saison den Verein verlassen hat. Dass Spielerverkäufe erst nach den beiden Playoff-Spielen in Frage kämen, hatte Sportchef Christoph Spycher vor einigen Wochen angedeutet.

Doch was passiert mit der Mannschaft, wenn sie sich tatsächlich für die Champions League qualifizieren würde? Würden weitere Leistungsträger verkauft werden? Würden die Millionen gleich weiter investiert werden? Kobel glaubt, dass der Sportchef die richtigen Lösungen finden wird: «Spycher ist für YB ein Glücksfall, das kommt gut. Mit ihm könnte es in Bern bald so werden wie in Basel.»

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