Fussball-Talk Heimspiel «Jetzt kann der FCB zeigen, ob er ein grosser Klub ist oder nicht»

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24.9.2018

Nach dem 7:1-Sieg der Young Boys gegen den FC Basel ist die Wach­ab­lö­sung im Schweizer Fussball endgültig perfekt. Im Teleclub Fussball-Talk Heimspiel sind «die Zerfallserscheinungen des FCB» natürlich ein grosses Thema.

Der FC Basel erreicht nach dem verlorenen Meisterrennen in der letzten Saison und dem Verpassen des Europacups am Sonntag einen weiteren Tiefpunkt. Die 1:7-Blamage bei den Young Boys ist für die Bebbi die höchste Niederlage in der höchsten Schweizer Spielklasse seit 2001 und dem 1:8 gegen Sion. Nach dem dritten Ligaspiel ohne Sieg in Folge rutscht der FCB auf Platz sieben der Tabelle ab und hat schon zwölf Punkte Rückstand auf Leader YB. Die Zurückeroberung des Meistertitels ist bereits nach dem 7. Spieltag in weite Ferne gerückt.

«Wir sind uns bewusst, dass wir an YB aktuell nicht herankommen», stellt FCB-Trainer Marcel Koller nach der Pleite fest. Captain Fabian Frei sagt: «Es gibt keine Ausreden. Wir waren richtig schlecht.» Damit es wieder aufwärts gehe, «muss etwas Gewaltiges passieren. Jeder muss sich am Riemen reissen», so Frei.

Über die gewaltige Klatsche wird auch im Teleclub Fussball-Talk Heimspiel gesprochen. Die Studiogäste sind sich einig: Der FCB wird YB in dieser Saison kaum mehr einholen können. «Realistisch gesehen muss man sagen, dass die Meisterschaft schon entschieden ist», meint etwa NZZ-Journalist Samuel Burgener. «Es ist eine Zerfallserscheinung des FC Basel, die mit dem grossen Umbruch in den letzten 15 Monaten zu erklären ist.»

Fringer: «Jetzt muss man beim FCB aufräumen»

Von einer «Wachablösung» im Schweizer Fussball spricht auch Rolf Fringer. «YB ist top, alles funktioniert. Basel muss sich neu erfinden», sagt der Teleclub Experte. Nach acht hervorragenden Jahren müsse man auch mal akzeptieren, wenn es eine Wachablösung gebe. «Jetzt muss man beim FCB ans Aufräumen gehen.» Die Vereinsführung müsse sich eingestehen, dass nach dem grossen Umbruch nicht alles so einfach weitergeht wie davor. «Die Basler haben mit ihren Abgängen viel Persönlichkeit verloren. Jetzt müssen sie zur Stuation stehen und etwas neues Aufbauen», sagt Fringer.

«Jetzt kommt der Moment, wo du siehst, ob der FC Basel ein grosser Verein ist oder nicht», meint der frühere Nationalliga-A-Spieler John Dario, der heute als Spielerberater tätig ist. «Wenn die Bebbi aus dieser Situation herauskommen und wieder den Weg nach oben finden, sind sie das. Sie haben grosses Potenzial und genug Geld.» Dario meint, dass in den vergangenen Monaten einfach zu viele Spielerwechsel getätigt wurden. «So kannst du keine Ruhe in eine Mannschaft bringen. Es wird ein neuer FC Basel gebaut, da braucht es ein wenig Geduld.»

Die Vereinsführung um Präsident Bernhard Burgener und Sportchef Marco Streller wollte dem Klub eine neue Philosophie einimpfen, es sollte wieder mehr auf die Jugend und auf Spieler mit Basler Herkunft gesetzt werden. «Es war ja von Anfang an gewollt, das man den Umbrunch so radikal angeht. Aber letztlich geht es im Fussball darum, ob man gut ist oder nicht», sagt Burgener. «Ich bin gespannt, ob die Basler an diesem Konzept festhalten.»

Der Fussball-Talk Heimspiel in voller Länge:

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