Luzern entlässt Celestini und wirft dem Trainer Treuebruch vor

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22.11.2021

Fabio Celestini ist nicht mehr Trainer des FC Luzern.
Bild: Keystone

Der FC Luzern trennt sich per sofort von Trainer Fabio Celestini. Dies geben die Innerschweizer am Tag nach der 1:3-Pleite in Lugano bekannt. Dazu geführt hat offenbar nicht nur die sportliche Baisse.

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22.11.2021

Die nächste Trainer-Entlassung in der Super League ist Tatsache: Nach Sion und Lugano tauscht auch der FC Luzern seinen Coach aus. Fabio Celestini muss seinen Posten abgeben.

«Die in den letzten Tagen getätigten Äusserungen von Fabio Celestini zeigten, dass er sich nicht mehr mit dem Klub und seinen Mitarbeitenden identifizieren kann. Die Entscheidungsgremien des Klubs – Aktionäre, Verwaltungsrat und sportliche Leitung – missbilligen diese nicht loyalen, öffentlichen Äusserungen des bisherigen Cheftrainers und lesen sie als Treuebruch», wird FCL-Präsident Stefan Wolf in der Medienmitteilung zitiert.

Celestini hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung» für Aufregung gesorgt. Auf die Frage, ob er noch die Rückendeckung des Sportchefs Remo Meyer spüre, antwortete der Coach: «Für mich ist das kein Thema. Remo Meyer kann machen, was er will, Stefan Wolf kann machen, was er will. Mich interessieren nur meine Spieler, meine Mannschaft.»

Bereits gegenüber blue Sport sagte Stefan Wolf am Sonntag, dass ihm diese Aussagen «überhaupt nicht gepasst» hätten. In der Medienmitteilung führt Wolf aus: «Auch unser Vertrauen ist deshalb nicht mehr vorhanden, dass wir mit Fabio Celestini das Ruder herumreissen würden. Deshalb haben wir diesen Schritt jetzt vollzogen.»



Zwar führte der 46-Jährige den FCL vor wenigen Monaten noch zum Cupsieg, in dieser Saison kamen die Innerschweizer bislang aber überhaupt nicht auf Touren – trotz einiger namhaften Neuzugänge wie Holger Badstuber und Christian Gentner im Sommer. Von den 14 Ligaspielen in dieser Spielzeit konnte Luzern nur eines gewinnen. Nach der 1:3-Pleite am Sonntag in Lugano ist der FCL ans Tabellenende abgerutscht.

Auch die Assistenztrainer Lorenzo Guerrero sowie Konditionstrainer Gabriele Bagattini werden bis auf Weiteres freigestellt. Bis zur Winterpause wird die 1. Mannschaft interimistisch durch den bisherigen Cheftrainer der U21, Sandro Chieffo, betreut.

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Die Medienmitteilung im Wortlaut

Der FC Luzern hat sich dazu entschieden, sich per sofort von seinem Cheftrainer Fabio Celestini zu trennen. Die Entscheidungsgremien des FCL haben aus folgenden Gründen einmütig diesen Schritt beschlossen: Eine unbefriedigende Punkteausbeute mit nur zehn Punkten aus vierzehn Spielen und ein unwiederbringlich verlorenes Vertrauensverhältnis aufgrund von öffentlichen Äusserungen des bisherigen Cheftrainers. Mit diesem Entscheid will der FCL seinem Team einen neuen Impuls geben. Interimistisch betreut werden wird die 1. Mannschaft bis zur Winterpause vom bisherigen U21-Trainer Sandro Chieffo.

Fabio Celestini (45) übernahm den FC Luzern in der Winterpause der Saison 2019/20 und schaffte es, das Team aus einer schwierigen Situation heraus bis zum Ende der Saison solide im Mittelfeld der Super League zu etablieren. Trotz eines schlechten Starts in die Saison 2020/21 gelang es Fabio Celestini damals, die gewünschte Entwicklung des Teams voranzutreiben. Mit der Vertragsverlängerung im Februar 2021 bekräftigte der FC Luzern, gemeinsam mit Fabio Celestini in die Zukunft gehen zu wollen, dies trotz der bis dahin mässigen Resultate in der Vorrunde 2020/21.

Der Höhepunkt der gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen dem FC Luzern und Fabio Celestini war zweifellos der Gewinn des Schweizer Cups 2021. Mit einem fulminanten Finalsieg gegen den FC St. Gallen 1879 gewann der FC Luzern seinen ersten Titel seit 29 Jahren und konnte so einen emotionalen Schlusspunkt hinter eine Saison mit vielen Hochs und Tiefs setzten.

Misslungene Saison 2021/22 bis heute

Mit nur zehn Punkten aus vierzehn Spielen misslang dem FC Luzern der Start in die neue Saison trotz grosser Ambitionen komplett. «Wir haben uns für diese Saison einiges vorgenommen und sehen diese Ziele aufgrund der bisherigen Leistungen in höchster Gefahr», sagt FCL-Sportchef Remo Meyer zur sofortigen Trennung von Fabio Celestini. «Wir haben uns entschlossen, die Zusammenarbeit jetzt zu beenden, um der Mannschaft einen neuen Impuls geben zu können.»

Präsident Stefan Wolf sagt: «Die in den letzten Tagen getätigten Äusserungen von Fabio Celestini zeigten, dass er sich nicht mehr mit dem Klub und seinen Mitarbeitenden identifizieren kann. Die Entscheidungsgremien des Klubs – Aktionäre, Verwaltungsrat und sportliche Leitung – missbilligen diese nicht loyalen, öffentlichen Äusserungen des bisherigen Cheftrainers und lesen sie als Treuebruch. Auch unser Vertrauen ist deshalb nicht mehr vorhanden, dass wir mit Fabio Celestini das Ruder herumreissen würden. Deshalb haben wir diesen Schritt jetzt vollzogen. Dennoch möchten wir festhalten, dass Fabio Celestini während seiner Zeit beim FC Luzern viel geleistet hat – und den Klub mit dem Cupsieg 2021 prägte.

Wir bedanken uns daher bei Fabio ganz herzlich für seine Arbeit und wünschen ihm für seine berufliche, aber auch private Zukunft alles Gute.»

Zudem werden auch Assistenztrainer Lorenzo Guerrero sowie Konditionstrainer Gabriele Bagattini bis auf Weiteres freigestellt. Der FC Luzern bedankt sich auch bei ihnen für ihre Arbeit und wünscht beiden für ihre Zukunft viel Erfolg.

Bis zur anstehenden Winterpause wird die 1. Mannschaft des FC Luzern interimistisch durch den bisherigen Cheftrainer der U21, Sandro Chieffo, betreut werden.