FC Luzern Machtkampf eskaliert: Klub-Boss Alpstaeg nicht mehr im Verwaltungsrat

pat/sda

24.10.2019

Bernhard Alpstaeg ist nicht mehr im FCL-Verwaltungsrat.
Bernhard Alpstaeg ist nicht mehr im FCL-Verwaltungsrat.
Bild: Keystone

Beim FC Luzern brennt der Baum. Am Donnerstag ziehen sich drei Verwaltungsräte per sofort zurück. Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg hat den VR offenbar schon vor drei Wochen verlassen, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

Es ist ein Machtkampf, der viele «Opfer» fordert. Die drei Verwaltungsräte der FCL Holding AG Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber haben per sofort ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat erklärt. Offenbar haben sie dies FCL-Präsident Philipp Studhalter schriftlich mitgeteilt, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

Angeblich kam es zum Eklat, weil Bernhard Alpstaeg, der neue Stadionmehrheitsbesitzer, Gespräche mit den Aktionären verweigert habe. Das nun zurückgetretene Trio, das zusammen 34,1 Prozent der Aktien besitzt, soll Alpstaeg ein Angebot unterbreitet haben: Entweder verkaufe er seine Aktien (52 Prozent) an Sawiris, Schmid und Sieber oder er kaufe Anteile des Trios.

Doch Alpstaeg ging offenbar nicht auf das Angebot ein und verweigerte Gespräche mit dem Investoren-Trio. Sieber wird bei der «Luzerner Zeitung» wie folgt zitiert: «Da Herr Alpstaeg einmal mehr das Gespräch verweigert, diesmal über ein aus unserer Sicht sehr faires Angebot im Interesse des FC Luzern, sich jedoch gleichzeitig aktiv um den Verkauf seiner Aktien an Dritte bemüht, sind aus unserer Sicht die Voraussetzungen für ein weiteres Mitwirken im Verwaltungsrat nicht mehr gegeben.»

Bernhard Alpstaeg ist neuerdings Stadionbesitzer

Wenige Stunden zuvor sorgte die Meldung für Wirbel, dass Alpstaeg die Aktienmehrheit an der Stadion Luzern AG erworben hat und nun 60 Prozent des Stadions besitzt. Er wolle eine «einheimische und langfristige Lösung», kommentierte Alpstaeg die überraschende Neuigkeit.

Am Donnerstagnachmittag der nächste Hammer. Auch Alpstaeg ist aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten, offenbar bereits vor drei Wochen. Dies bestätigt FCL-Präsident Studhalter, der auch Verwaltungsratspräsident der FCL Holding AG ist, auf Anfrage der «Luzerner Zeitung».

Sieber dagegen sagt: «Wir wurden nicht darüber informiert, dass Herr Alpstaeg aus dem VR zurückgetreten ist. Wir wurden von seinem Berater darüber informiert, dass er nicht mehr bereit ist, sich an Defizitdeckungen des FCL zu beteiligen.»



Was bedeuten die Rücktritte für den FC Luzern?

Müssen sich die rund 165 Mitarbeiter des FC Luzern Sorgen machen? Klub-Präsident Studhalter wiegelt ab: «Die FCL Holding AG ist weiterhin statuarisch handlungsfähig. Mit Verwaltungsrat Josef Bieri und mir ist sichergestellt, dass die Führung weiterhin gut funktioniert.» Wichtig sei, dass die vier Aktionäre blieben «und deren Entscheidungskompetenzen und Mitsprachemöglichkeiten via Aktionärbindungsvertrag uneingeschränkt weiterhin bestehen bleiben.» Die Handlungsfähigkeit der beiden verbleibenden Verwaltungsräte sei sichergestellt und das sei das Wichtigste für den Verein, so Studhalter weiter.

Stellungnahme des FC Luzern

In einem Communiqué bestätigte der FC Luzern die Rücktritte und zeigte sich zugleich verärgert darüber, dass die Informationen durch Indiskretionen nach aussen getragen wurden. Dies schade «dem Image des FC Luzern» und sorge «für unnötige Unruhe».

Die FCL Holding AG steht den beiden Gesellschaften FC Luzern-Innerschweiz AG und der Betriebsorganisation swissporarena events AG vor. Die einzigen zwei im Verwaltungsrat verbliebenen Mitglieder sind Präsident Philipp Studhalter und Josef Bieri.

Die Meldung der Rücktritte fallen just in eine Zeit, in der die Luzerner nach schwachem Saisonstart sportlich Fahrt aufgenommen haben. Aus den letzten sechs Meisterschaftsspielen resultierte für die Innerschweizer nur eine Niederlage.

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