Murat Yakin droht mit Klage gegen Christian Constantin

lbe

23.5.2019

Murat Yakin (links) gibt nach seiner Beurlaubung durch Christian Constantin nicht klein bei.
Bilder: Keystone

Erstmals seit seiner Beurlaubung nimmt Murat Yakin über seinen Anwalt Stellung zum kriselnden Arbeitsverhältnis mit Christian Constantin. Von der angekündigten freiwilligen Vertragsauflösung kann keine Rede sein.

Seit der 0:4-Niederlage Anfang Mai gegen YB steht Murat Yakin beim FC Sion zwar noch unter Vertrag, allerdings nicht mehr an der Seitenlinie. Präsident Christian Constantin beurlaubte den 44-Jährigen und begründet das nicht nur mit den schwachen Leistungen der Mannschaft: «Der Trainerstaff hat das Team in einem Moment im Stich gelassen, als wir noch Hoffnung auf Platz drei und den Europacup hatte. Das ist nicht okay, ja absolut verrückt.» Yakin und Assistent Marco Otero schliefen vor den Spielen in Thun und beim FCZ nicht im Mannschaftshotel.

Eine Schlammschlacht schien vorprogrammiert. Umso überraschender kam in der vergangenen Woche die Ankündigung von Constantin, dass Yakin um eine Vertragsauflösung gebeten habe und so auf rund eine halbe Million Franken verzichten würde. «Ich war sehr überrascht. Das habe ich noch nie erlebt», sagt der 62-Jährige und führt aus: «Der Anwalt sagte mir, dass Yakin nicht wolle, dass das Ganze in einem Krieg endet.»



Yakin kündigte Vertrag fristlos

Nur Stunden nach dem definitiven Ligaerhalt allerdings veröffentlicht der Anwalt von Yakin, Kai Ludwig, eine erste offizielle Stellungsnahme diesbezüglich. In dieser wird klar, dass Yakin vor gar nichts zurückschreckt und den Arbeitsvertrag mit dem FC Sion bereits am 10. Mai fristlos gekündigt hat. «Die Kündigung erfolgte auf Grund des rechtswidrigen Verhalten des Präsidenten, Christian Constantin, der die Persönlichkeitsrechte von Murat Yakin sowie seine Fürsorgepflicht als Arbeitgeber wiederholt und schwerwiegend verletzt hat», schreibt Ludwig.

Folglich mache Yakin den gesamten, bis zum ordentlichen Vertragende zustehenden Lohn geltend und soll gegebenenfalls auch bereit sein, vor Gericht zu gehen. Die Darstellung einer gewünschten Vertragsauflösung seitens des Sion-Präsidenten sei unzutreffend. «Zu keinem Zeitpunkt fanden Gespräche zwischen dem Rechtsanwalt von Murat Yakin und Vertretern des FC Sion bezüglich einer Auflösung des Vertrages statt noch befinden sich die Parteien in Verhandlungen über eine aussergerichtliche Einigung.»



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