Hochspannung in der Super League: Die Ausgangslage vor dem Endspurt

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6.5.2019

Noch steht der FC Thun auf einem Europa-League-Platz. Der Vorsprung auf den Barrage-Platz wird aber immer kleiner. Für Lugano hingegen wird der Europacup-Traum immer realistischer.
Bild: Keystone

Hochspannung in der Super League: Vier Runden vor Schluss liegen nur vier Punkte zwischen Europa-League- und Barrage-Platz. Wer hält im Saisonendspurt die besten bzw. schlechtesten Karten in der Hand?

Lugano und Xamax sind die grossen Gewinner des 32. Spieltags in der Super League. Wer hätte in der Winterpause gedacht, dass diese beiden Teams zu diesem Zeitpunkt am meisten zu lachen haben? Xamax war damals mit vier Punkten Rückstand Schlusslicht, Lugano lag als Achter nur zwei Punkte vor dem Barrage-Platz.



Nach dem 2:0-Sieg in Thun haben die Neuenburger jetzt nur noch einen Zähler Rückstand aufs rettende Ufer, der direkte Abstieg ist so gut wie abgewendet. Und die Tessiner, die nach Xamax übrigens das zweitkleinste Budget der gesamten Liga haben, liegen dank dem 1:0-Erfolg gegen Luzern neu auf Platz 3. Gewinnt der FCB den Cup (Final gegen Thun), würde Lugano wie schon vor zwei Jahren den direkten Platz für die Gruppenphase der Europa League erben. Was wäre das für ein Märchen. 

So weit sind die Luganesi aber noch lange nicht. Denn trotz aller Europa-League-Träumen sind die Tessiner noch nicht von allen Abstiegssorgen befreit. Der Vorsprung auf den Barrage-Platz beträgt nur fünf Zähler. Die letzten Gegner heissen Thun, St. Gallen, Xamax und GC – das drittbeste Rückrunden-Team wird in jedem dieser Spiele Favorit sein.

Xamax muss beziehungsweise darf neben Lugano noch gegen Zürich und Sion ran – es sind die beiden Teams, die nur noch einen Punkt Vorsprung auf Rang 9 haben. Mit einem Sieg gegen den FCZ am nächsten Samstag könnte der Aufsteiger zum ersten Mal seit dem 4. Spieltag einen der beiden letzten Plätze verlassen und könnte sogar noch vom Europacup träumen – und die Stadt Zürich müsste sich vor einem Doppelabstieg fürchten.



Thun muss tatsächlich wieder zittern

Wer ist vier Runden vor Schluss eigentlich Barrage-Kandidat Nummer 1? Ist es immer noch das auf dem Papier schwächste Team aus Neuenburg? Kaum. Denn neben dem psychlogischen Vorteil und der starken Form hat Xamax auch eine erfahrene Mannschaft, die mit dem Druck umzugehen weiss.

Den grössten Druck verspürt wohl der FCZ, dem der zweite Abstieg innert drei Jahren droht. St. Gallen hat das vielleicht schwierigste Restprogramm aller Teams, konnte dank dem 1:0-Sieg gegen GC aber erstmal durchatmen. Sion wartet sein fünf Spielen auf einen Sieg, hat zuletzt dreimal verloren – die Gegner hiessen allerdings auch Basel, Zürich und YB. Luzern muss noch beim FCB und bei den Young Boys antreten, könnte sich am Wochenende mit einem Dreier zuhause gegen GC aber etwas Luft verschaffen. 

Und was ist mit Thun? Die Berner Oberländer lagen in der Winterpause nur zwei Punkte hinter Basel, haben seither aber stark nachgelassen und in den letzten elf Spielen keinen einzigen Sieg geholt (fünf Remis, sechs Niederlagen). Am Sonntag gab es eine bittere 0:2-Pleite gegen Xamax. Die nächsten Gegner heissen Lugano und Zürich. Kann Thun auch in diesen zwei Spielen nicht gewinnen, droht der Absturz auf den Barrage-Rang. 


Europa League oder Barrage – sieben Mannschaften sind im ultimativen Saisonenspurt involviert. Spannend wird es wahrscheinlich bis zur letzten Sekunde bleiben.

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