Die Fussball-Nationalmannschaft hat dafür gesorgt, dass die Schweiz in den letzten gut dreissig Jahren oft an einer WM oder EM vertreten war. Doch welches Trikot hat dabei optisch am meisten überzeugt?
Der Schweizer Fussballverband präsentierte am Mittwoch das neue Heimtrikot der Schweizer Nationalteams. Mit diesem wird die Nati auch die WM (11. Juni bis 9. Juli) bestreiten – mit blue Sport kannst du gleich ein Exemplar gewinnen.
Seit über einem Vierteljahrhundert ist Puma offizieller Ausrüster der Nati (mehr zur früheren Trikot-Geschichte findest du hier). Bisher waren der SFV und Puma insgesamt zehnmal bei WM und EM vertreten, in den USA, Kanada und Mexiko wird die Partnerschaft zum elften Mal auf der grossen Fussball-Bühne zu sehen sein. Den Anfang in der jüngeren Fussball-Geschichte machte aber der italienische Sportartikelhersteller Lotto (1992 bis 1998), der die Nati bei der WM 1994 und EM 1996 einkleidete.
Die Ausrüster der Nati
- Lokale Hersteller
- Tusa (1966-1968)
- Bukta (1968-1970)
- Le Coq Sportif (1970-1974)
- Adidas (1976-1990)
- Blacky (1990-1992)
- Lotto (1992-1998)
- Puma (seit 1998)
Doch welches Nati-Trikot hat uns bei einer WM oder EM im besten Licht präsentiert?
WM 1994
Nach 28 Jahren konnte sich die Schweiz wieder für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Die Nati-Spieler zeigten sich (im Bild Alain Sutter) dabei im Lotto-Dress von ihrer besten Seite – auf und neben dem Platz.
EM 1996
Zwei Jahre später feierten Sforza & Co. EM-Premiere. Beim Turnier in England schied die Truppe von Trainer Artur Jorge mit einem Remis in drei Spielen als Gruppenletzter aus. Mehr (weisse) Punkte waren damals auf dem Shirt vorhanden.
1998 löste Lotto den Vertrag mit dem SFV vorzeitig auf. Offenbar waren einzelne Nationalspieler mit Fussballschuhen der Konkurrenz aufgelaufen. Der Fussballverband wiederum kritisierte den Ausrüster unter anderem wegen «mangelhaften Materials», schreibt der «Tages-Anzeiger».
EM 2004
Auch bei der EM 2004 (im Bild Stephan Lichtsteiner) schaute nach der Gruppenphase nur ein Zähler heraus. Da konnte auch der neue Sponsor Puma nicht helfen. Puma stach 1998 den Erzrivalen Adidas aus – und ist dem SFV bis heute treu geblieben.
WM 2006
Mit zwei Siegen und einem Remis (gegen Frankreich) kamen Alex Frei & Co. als Gruppenerster weiter. Im Achtelfinale gegen die Ukraine verlor die Truppe von Köbi Kuhn im Elfmeterschiessen – und schied ohne einen Gegentreffer aus.
EM 2008
Als Co-Gastgeber (zusammen mit Österreich) war die Schweiz automatisch für die EM qualifiziert. Leider endete der Traum früh – Barnetta & Co. wurden Gruppenletzter.
WM 2010
Bei der WM in Südafrika startete die Nati mit einem Sieg gegen Spanien – den späteren Weltmeister – furios. Mit einer Pleite gegen Chile und einem torlosen Remis gegen Honduras war das Turnier für das Team von Ottmar Hitzfeld dann trotzdem frühzeitig vorbei.
Da nützten auch die markigen PR-Worte von Hersteller Puma nichts, wonach das Trikot «die Kraft eines weissen Hais» mit der «Entschlossenheit eines Box-Schwergewichts-Weltmeisters» vereine (via Tages-Anzeiger).
Erwähnenswert: Nach langer Abstinenz feierte das Schweizer Kreuz auf der linken Brust ein Comeback – bis heute.
WM 2014
Mit zwei Siegen bei einer Niederlage (2:5 gegen Frankreich) überstanden Mehmedi & Co. die Vorrunde. Gegen den späteren Finalisten sah es im Achtelfinale lange Zeit gut aus – ehe Ángel Di María mit seinem Tor in der 118. Minute die Träume jäh beendete.
EM 2016
Mit einem Sieg sowie zwei Remis erreichte die Nati als Gruppenzweiter die K.-o.-Runde. Im Achtelfinal wartete für das Team von Vladimir Petkovic mit Polen ein schlagbarer Gegner. Doch trotz Fallrückziehertor von Shaqiri gab es am Ende eine bittere Niederlage im Penaltyschiessen.
In Erinnerung blieb vom Turnier aber auch der «Trikotgate». Im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich (0:0) reissen die Nati-Shirts bei jedem noch so kleinen Zupfer. Im Netz wird über die «Schweizer-Käse-Trikots» gespottet, auch ZDF-Experte Oliver Kahn scherzt: «Vielleicht haben die Fake-Trikots erwischt.» Den besten Spruch haut aber der grinsende Xherdan Shaqiri im Interview mit SRF raus. «Hoffentlich macht Puma keine Pariser.»
WM 2018
Im Auftaktspiel gegen Brasilien grätschten sich Behrami & Co. zu einem 1:1. Mit einem Sieg und Remis erreichte man den Achtelfinal – und scheiterte nach einem zahmen Auftritt gegen Schweden.
Im Trikot-Ranking des Spiegels landete man aufgrund des Shirts mit Höhenlinien gar auf dem letzten Platz.
EM 2021
Mit je einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage (gegen Italien) ging es als Gruppendritter in den Achtelfinal. Dort gewann die Nati gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich im Penaltyschiessen. Im Viertelfinal zog die Schweiz gegen Spanien im Elfmeterschiessen dann den Kürzeren.
WM 2022
Trotz einer 0:1-Niederlage gegen Brasilien reichte es dank Siegen gegen Kamerun und Serbien, um als Gruppenzweiter weiterzukommen. Mit grossen Erwartungen ging es dann in den Achtelfinal – wo Xhaka & Co. gleich mit 1:6 gegen Portugal verloren.
EM 2024
Zum Auftakt gab es für Akanji und seine Teamkameraden einen Sieg gegen Ungarn, danach zwei Remis gegen Schottland und Deutschland. Im Achtelfinal brillierten die Schweizer gegen Titelverteidiger Italien (2:0), ehe die Yakin-Truppe im Viertelfinal im Elfmeterschiessen an England scheiterte.
Das Trikot war dabei mit «traditioneller Schweizer Tracht inspirierte Edelweissblüten-Grafik» versehen, die «das kulturelle Erbe des Landes mit seiner alpinen Eleganz» vereint.
WM 2026
In einem klassischen Rot mit weissen Details schlicht gestaltet, ist das Trikot für die WM 2026 inspiriert vom Schweizer Pass. Auch die Topografie der Schweiz spiegelt sich im Trikot wider. Ausserdem: Unter UV-Licht leuchten die Logos auf der Brust neonrot.
«Die Details im Trikot erinnern mich daran, woher wir kommen und wofür wir stehen: für eine Schweiz, die durch Zusammenhalt und Entschlossenheit Grosses erreichen kann», äussert sich Granit Xhaka auf der Website des SFV.
Bonus: Blacky-Shirt (1990-1992)
Adidas-Shirt (1976-1990)