Wie Sion-Boss Constantin sein Geld verdiente

tbz

23.6.2020

Hat eine feine Nase fürs Geschäft: Christian Constantin.
Bild: Keystone

Mit einem selbst erarbeiteten Startkapital von 50'000 Franken erwirtschaftete Sion-Boss Constantin ein Vermögen von über einer Milliarde. Wie hat er das eigentlich geschafft?

Christian Constantin ist die wohl verrückteste Figur im Schweizer Fussballgeschäft. Der Architekt aus Martigny legt sich zugunsten des FC Sion nur zu gerne mit Funktionären und Verbänden aus der ganzen Welt an. Egal ob FIFA, SFL oder Rolf Fringer – Constantin schreckt vor niemandem zurück. Aber woher stammt eigentlich sein geschätztes Vermögen von fast 300 Millionen Schweizer Franken, das es ihm ermöglicht, sein «Spielzeug» FC Sion zu finanzieren?

Christian Constantin stammt aus Martigny. Sein Vater war dort Bauunternehmer, seine Mutter starb, als er 13 Jahre alt war. Er selbst ist von klein auf fussballbegeistert und betreibt den Sport auch persönlich. Es geht aber nicht lange, bis er merkt, dass seine Talente eher im Geschäftlichen liegen.

«Ich habe mit 50'000 Franken angefangen, die ich mir während der Lehre und als Fussballer zusammengespart hatte», sagt er gegenüber dem «Blick». Mit diesem Geld spekuliert Constantin gezielt in Bodenpreise. Er konzentriert sich dabei auf die Autobahn, die zu dieser Zeit im Wallis gebaut wird, studiert die Strassenprojekte und kauft überall dort Land, wo bald die Bagger auffahren werden.

«Etwa so wie im Wilden Westen»

Nachdem sich die Bodenpreise vervielfachen, ist er reich. «Ich bin der Autobahn gefolgt. Etwa so wie im Wilden Westen, als die Eisenbahn gebaut wurde – man musste als Erster am richtigen Ort sein.» Im Jahr 2018 beträgt der Wert seines Baulandes nach eigener Aussage 1,384 Milliarden Schweizer Franken. Zum Vergleich: Damit liesse sich das gesamte Kader von Meister YB 25-mal kaufen.

Aber der «Alpen-Asterix», wie ihn die «Handelszeitung» einst nannte, ist längst nicht mehr nur Spekulant. Er führt mit der Christian Constantin SA eines der grossen Architekturbüros im Wallis. Unter anderem baute er den Groupe-Mutuel-Hauptsitz für 70 Millionen Franken, die Migros-Zentrale Wallis für 48 Millionen und sogar eine Eigentumswohnung für Bill Gates in Montreux.

Wie viel von seinem Geld der 63-Jährige in Rechtsstreitigkeiten mit den Fussballverbänden investiert, ist nicht bekannt. Es dürfte aber nur ein kleiner Bruchteil seines Vermögens sein. Für seine Prügelattacke auf Teleclub-Experte Rolf Fringer erhielt Constantin eine Busse von 100'000 Franken aufgebrummt. Nach erfolgreichem Rekurs wurde diese auf 30'000 Franken reduziert. Zudem musste er für den berüchtigten «Unfall» mit Schiedsrichter Markus von Känel im Jahr 2004 in Kriens 60'000 Franken bezahlen.

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