Debatte im WM-Camp Bregy über das Sex-Verbot unter Nati-Trainer Roy Hodgson

Luca Betschart

4.6.2026

Das sagt Bregy zum Sex-Verbot von Nati-Coach Roy Hodgson

Das sagt Bregy zum Sex-Verbot von Nati-Coach Roy Hodgson

27.05.2026

Nach einer 28-jährigen Durststrecke schafft die Nati 1994 den Sprung an die WM. Das Turnier in den USA wird eine völlig neue Erfahrung. Das macht sich vor allem neben dem Platz bemerkbar. 

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Luca Betschart, Michael Wegmann, Ronja Zeller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Mit der ersten WM-Teilnahme nach 28 Jahren macht die Schweizer Fussball-Nati 1994 in den USA eine völlig neue Erfahrung. Im Nati-Camp kommt zwischenzeitlich Lagerkoller auf – auch zwischen Team und Trainer Roy Hodgson entstehen Spannungen. 
  • Hodgson will die Spieler komplett von der Öffentlichkeit abschirmen, auch die Besuche der Spielerfrauen und Familien sollen beschränkt werden. 
  • Dagegen wehren sich die Spieler mit Erfolg. Georges Bregy erzählt im Legenden-Talk, wie sie ihren Trainer überzeugen konnten.

1:1 gegen die USA, 4:1-Triumph gegen die Rumänen. Während die Schweizer auf dem Platz überzeugen und mit dem Einzug in den WM-Achtelfinal Geschichte schreiben, läuft im Nati-Camp nicht alles so reibungslos. Zwischenzeitlich kommt gar Lagerkoller auf – auch zwischen Team und Trainer Roy Hodgson entstehen Spannungen. «Lagerkoller gibt es immer, wenn man als Team so lange zusammen ist», sagt Ciriaco Sforza. 

Weil einige Spieler zu lange am Pool liegen und mit einem Sonnenbrand zum Training auftauchen, wird Hodgson sauer. «Für mich war klar, dass man sich auf jedes Training super vorbereitet. Aber wir hatten Spieler, die gewusst haben, dass sie zu 99 Prozent zu keinen Einsatzminuten kommen werden», erzählt Georges Bregy im Legenden-Talk von blue Sport.

«The Belonging» – jetzt auf blue Play

Die Schweizer Doku-Serie «The Belonging» erzählt von Fussballspielern zwischen mehreren Kulturen – und von der Frage, wie Zugehörigkeit in einer vielfältigen Gesellschaft überhaupt entsteht. Die vierteilige Serie startet am 3. Juni 2026 auf blue Play mit zwei Episoden, die weiteren Folgen erscheinen anschliessend wöchentlich bis zum 17. Juni.

Diese Spieler seien nicht ganz mit der gleichen Ernsthaftigkeit bei der Sache gewesen. «Sie kamen mit einem roten Kopf und Sonnenbrand ins Training. Da musste Roy ein Machtwort sprechen», erinnert sich der 68-jährige «Freistoss-Gott».

Nati-Stars dürfen Hotelanlage nicht verlassen

Das Problem: Der Cheftrainer verspätet sich selbst höchstpersönlich für ein Training, weil er mit Goalie-Trainer Mike Kelly zu lange Golf spielt. Einige Spieler können es nicht verstehen. Bregy: «Gewisse Spieler konnten sich darüber aufregen, dass man statt um 16 Uhr erst um 16.15 Uhr ins Training gefahren ist.» Er selbst habe den Aufruhr nicht so ganz verstehen können, sagt er. «Für mich war das etwas spitzfindig. Ob ich 10 Minuten früher oder später ins Training fahre, spielt gar keine Rolle. Wichtig ist, dass man auf die ganze Sache fokussiert ist. Da hat man einfach gespürt, dass wir als Schweizer Nati zum ersten Mal an einem so grossen Turnier sind. Auch die Trainer müssen mal abschalten und neue Energie tanken können.»

Hodgson hat im WM-Camp einige Regeln eingeführt. So durften die Spieler die Hotelanlage auch in ihrer Freizeit nicht ohne Erlaubnis verlassen. Darauf reagieren die Spieler noch mehr oder weniger verständnisvoll. Sforza: «Als Spieler willst du möglichst viele Freiheiten, das ist ja klar. Aber als Trainer trägst du die Verantwortung. Zudem muss man wissen, dass wir in Detroit waren. Von Anfang an haben uns die Amerikaner gesagt, dass wir uns aus sicherheitstechnischen Gründen nicht frei bewegen sollten.»

Roy Hodgson unterhält sich im Juni 1994 während dem Training in Montreal mit seinen Spielern.
Roy Hodgson unterhält sich im Juni 1994 während dem Training in Montreal mit seinen Spielern.
Bild: Keystone

Weniger Verständnis bringen die Fussballer für eine andere Regel auf, die Hodgson anfänglich durchziehen will. Die Nati-Stars sollten von der Öffentlichkeit abgeschirmt werden und selbst Besuche der Frauen oder Freundinnen sollten auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Bei ihren Liebsten übernachten können – unmöglich. Hodgson befürchtet, dass die Ablenkungsgefahr für Sutter, Bregy, Sforza & Co. zu gross ist. Von einem Sex-Verbot im Schweizer Camp wird geschrieben.

Bregy: «Es geht dabei ja nicht nur um Sex»

Dagegen wehren sich die Spieler. Bregy erinnert sich. «Wir haben gesagt, dass wir genug alt seien, um dies für uns selbst entscheiden zu können. Ich zum Beispiel war damals schon verheiratet. Zum Glück konnten wir uns durchsetzen und die Frauen durften uns nach den Partien jeweils besuchen.»

Wie hat sich Hodgson überzeugen lassen? «Wir konnten Roy erklären, dass es auch gut ist, mal andere Gedanken zu haben», sagt Bregy. «Dabei geht es nicht nur um Sex, sondern um das ganze Rundherum, dass man es zusammen mit der Frau und der Familie gemütlich hat.»

Alle Folgen über Georges Bregy in der Serie «USA 1994: WM-Helden für immer»

Der Legenden-Talk mit Georges Bregy in voller Länge

WM-Helden für immer: mit Georges Bregy

WM-Helden für immer: mit Georges Bregy

Mit 36 wurde er in den USA zum Schweizer Nationalhelden. Der Walliser Freistoss-Gott zeigt seine WM-Erinnerungen und redet offen über das Sex-Verbot im Nati-Camp, Sonnenbrand, Image-Probleme und persönliche Tiefschläge.

28.05.2026