Ex-Spitzenschiri Gräfe gegen Elfmeter-Pfiff für England

dpa

8.7.2021 - 07:55

Der ehemalige deutsche Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe ist mit dem Penalty-Entscheid nicht einverstanden.
Bild: Keystone

Die beiden ehemaligen Schiedsrichter Manuel Gräfe und Lutz Wagner hätten die umstrittene Entscheidung vor dem Elfmeter zum 2:1 im EM-Halbfinale England gegen Dänemark anders getroffen.

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8.7.2021 - 07:55

«Man kann ihn theoretisch geben, er ist jetzt nicht grottenschlecht», sagte Ex-Referee Manuel Gräfe in der Nacht zu Donnerstag als Experte im ZDF über den Strafstoss. «Ich finde ihn hier persönlich nicht richtig. Ich hätte gesagt: Weiterspielen, weil es zum Turnier passt, weil es auch zur Linie des Schiedsrichters gepasst hätte.»

Englands Raheem Sterling war in der ersten Hälfte der Verlängerung im Strafraum zu Fall gekommen. Schiedsrichter Danny Makkelie sah dabei ein Foul von Joakim Maehle und entschied auf Strafstoss. Videoassistent Pol van Boekel überprüfte die Szene, griff aber nicht ein. Stürmerstar Harry Kane verwandelte im Nachschuss (104.) zum Siegtreffer.

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Englands Torschütze zum 2:1, Harry Kane, äusserte sich nach der Partie im Londoner Wembley-Stadion ebenfalls zu der heiklen Szene im Strafraum der Dänen. Für den Stürmer war der Entscheid der richtige.

«Was den Elfmeter angeht, habe ich während des Spiels gedacht, dass es einer war. Natürlich konnte ich mir die Szene noch nicht ein zweites Mal ansehen», sagte der 27-Jährige. «Aber ich finde, ich hätte schon einen Elfmeter in der zweiten Hälfte erhalten sollen. So ist es im Fussball. Manchmal geht es in deine Richtung, manchmal nicht.»

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Fallmuster entlarvt Sterling

«Man sieht den Kontakt Knie gegen Wade. Aber Sterling geht mit der Intention schon in den Zweikampf – man sieht, dass er den Körper nach vorne verlegt, den will er ziehen, den will er cheaten, wie man so schön sagt», sagte der 47 Jahre alte Gräfe. «Aufgrund des Fallmusters sieht man eigentlich schon, dass das nicht ausreichend ist.»



Auch der frühere Unparteiische Lutz Wagner sieht die Entscheidung des Niederländers Makkelie kritisch. «Es wäre besser gewesen, wenn er den Strafstoss nicht pfeift», sagte der 58-Jährige als Experte der ARD-«Sportschau». «Das hat nicht zur sonstigen Regelauslegung im Turnier und auch nicht zu der von Danny Makkelie gepasst, das ist konträr zur allgemeinen Zweikampfbewertung bisher. Es wurde eher viel laufen gelassen.»

Vor dem Elfmeter war noch zu sehen, dass ein zweiter Ball nahe des dänischen Strafraums auf dem Feld lag. Aus Sicht von Wagner war dies aber kein zwingender Grund, das Spiel zu stoppen. «Offenbar hat Makkelie keine Beeinflussung des Spielgeschehens und der beteiligten Spieler festgestellt, dann muss er auch nicht unterbrechen», sagte er.

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