Passend zur bevorstehenden WM veröffentlicht Denner den Kurzfilm «The Socceritos». Mit dabei ist auch Granit Xhaka. Im Interview mit blue Sport spricht der Nati-Captain über die Erfahrung als Schauspieler, seine Traumsaison mit Sunderland und sein Ziel, Weltmeister zu werden.
Ein einzigartiges Filmprojekt überrascht die Fussballwelt. Die 87-jährige Western-Legende Terence Hill, die Nati-Stars Granit Xhaka und Zeki Amdouni sowie Frauenfussball-Sternchen Ana Maria Markovic bringen als die «Socceritos» den Fussball in den Wilden Westen. Der Kurzfilm feierte am Mittwoch Premiere, blue Sport traf Granit Xhaka dabei zum Gespräch.
Granit Xhaka, grosses Kino sind wir uns ja gewohnt von dir. Jetzt zeigst du das aber von einer anderen Seite. Du spielst im Kurzfilm «The Socceritos» mit. Wie kam es dazu?
Als ich von Denner angefragt wurde, ob ich da mitspielen will, habe ich mir das gut überlegt. Aber ich hatte ein gutes Gefühl, auch wenn es eine ganz neue Erfahrung war. Es hat mir sehr viel Spass gemacht.
Was war das Schwierigste am Schauspielern?
Ich bin es ja gewohnt, vor der Kamera zu stehen. Schwierig war es, zu schauspielern und gleichzeitig den Text nicht zu vergessen. Wir hatten aber eine super Gruppe am Set mit dem Team von Denner, dem Regisseur (Reto Salimbeni, d. Red.), Ana, Zeki, Terence Hill und allen, die mitgespielt haben.
Kennst du die Filme von Terence Hill?
Ja, klar! Als ich meinen Eltern erzählt hatte, dass ich einen Film mit Terence Hill drehen darf, platzten sie fast vor Freude. Er ist eine absolute Legende.
Hast du einen Lieblingsfilm?
Ich bin eher der Doku-Typ. Zuletzt habe ich mir die Ronaldinho-Doku angesehen.
Wie ein kitschiger Film war auch deine Saison mit Sunderland. Vom Abstiegskandidaten in die Europa League. Mit dir als Regisseur. Wie blickst du auf die Saison zurück?
Als ich bei Sunderland unterschrieben habe, glaubten alle, dass der Klub absteigen wird. Entsprechend war ich sehr glücklich, als wir den Klassenerhalt schon sehr früh klarmachen und unser erstes Ziel so erreichen konnten. Dass wir uns jetzt noch auf einem Europa-League-Platz klassieren konnten, ist das Tüpfelchen auf dem i. Aber es ist definitiv verdient. Das Team, der Staff, aber auch die Besitzer hinter den Kulissen haben sehr gute Arbeit geleistet.
Stell dir vor, du bist der Regisseur für einen Film über die WM 2026. Wie würde das Drehbuch aussehen?
Es wäre kein Kurzfilm, sondern ein richtig langer Streifen mit vielen Emotionen. Ich würde auch Dinge zeigen, welche die Leute nicht so oft von uns zu sehen bekommen. Es würde aber sicher ein Happy End geben, der Film sollte mit einem Erfolg zu Ende gehen.
Du gibst dich vor Turnieren gerne angriffslustig und hast in der Vergangenheit auch schon gesagt, dass du Weltmeister werden willst. Sagst du das auch vor dieser WM?
Zum ersten Mal habe ich das mit 16 Jahren bei der U17-WM gesagt – da konnten wir den Titel holen. So gehe ich durch meine ganze Karriere. Ich bin einer, der von Grossem träumt und daran glaubt, dass alles möglich ist. Und deshalb sage ich auch heute wieder, dass ich Weltmeister werden will. Natürlich muss dafür vieles zusammenpassen, aber mit dieser Mannschaft ist vieles möglich.
2022 gab es im Achtelfinal gegen Portugal eine 1:6-Klatsche, 2024 im EM-Viertelfinal eine unglückliche Niederlage im Penaltyschiessen gegen England. Was muss anders laufen, damit es dieses Jahr noch weiter gehen kann?
An der EM waren wir sehr nah dran, etwas Einmaliges zu schaffen. Mit etwas Glück hätten wir auch England schlagen können. Im WM-Achtelfinal 2022 erwischten wir einen schwarzen Tag. Aber so ein Spiel tut auch gut, wir haben viel daraus gelernt. Jetzt schauen wir nach vorne, es wird ein ganz anderes Turnier werden.
2024 hiess es: Das ist die beste Nati aller Zeiten. Denkst du, dieses Jahr ist die Schweiz sogar noch ein bisschen besser?
Ich finde es schwierig, die beiden Mannschaften zu vergleichen. Jedes Team hat seine positiven und negativen Seiten. Aktuell haben wir sicher eine sehr gute Nati mit Spielern, die schon lange miteinander spielen. Jetzt nehmen wir Spiel für Spiel und hoffen auf ein erfolgreiches Turnier.
Du wirst im September 34. Wird es deine letzte WM sein?
Ich kann diese Frage heute noch nicht beantworten. Bei Sunderland habe ich noch einen langfristigen Vertrag (bis 2028, d. Red). Ich fühle mich fit und gesund. Und solange der Hunger und der Wille da sind, spiele ich weiter.