«Die UEFA hat Todesfälle zu verantworten und versagt»

dpa/mal

11.7.2021 - 14:15

ARCHIV - 24.03.2021, Berlin: Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, gibt ein Interview, nachdem Bundeskanzlerin Merkel (CDU) im Bundestag bei der Regierungsbefragung die Fragen der Bundestagsabgeordneten beantwortet hat. (zu dpa
Der bekannte deutsche Politiker Karl Lauterbach kritisiert die UEFA harsch.
Bild: Keystone

Karl Lauterbach schlägt Alarm. Der deutsche Politiker und Gesundheitsexperte hat der UEFA erneut Versagen beim Umgang mit der Corona-Pandemie bei der EM vorgeworfen und das Hygienekonzept der Bundesliga gelobt.

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11.7.2021 - 14:15

«Auf dieser EM liegt ein Schatten, und die UEFA hat durch ihre ignorante Vorgehensweise Todesfälle zu verantworten. Das muss so klar gesagt werden. Die UEFA hat in meinen Augen versagt», sagte der Politiker im Magazin «11Freunde». Dieses Turnier signalisiere, dass Corona vorbei wäre, aber Corona sei nicht vorbei. «Die EM hat sich für dieses fatale Signal missbrauchen lassen», kritisierte der bekannte Politiker.

Insbesondere die Zulassung von mehr als 60'000 Zuschauern beim Endspiel in London zwischen Italien und England am Sonntagabend sieht der 58-Jährige als Gefahr. «Wembley ist komplett ausser Kontrolle geraten», sagte Lauterbach.

England fans celebrate after Harry Kane scored his side's 2nd goal during the Euro 2020 soccer championship semifinal match between England and Denmark at Wembley stadium in London, Wednesday, July 7, 2021. (AP Photo/Carl Recine, Pool)
Solche EM-Bilder in Pandemie-Zeiten kommen bei Karl Lauterbach nicht gut an.
Bild: Keystone

Tadel für die Uefa, Lob für die Bundesliga

Die Engländer würden sich in einer Phase der Pandemie befinden, in der sie sehenden Auges einen sehr grossen Teil der erwachsenen Bevölkerung chronisch krank machen könnten. Nach seiner Meinung wäre es sinnvoll gewesen, «die Zuschauerzahl auf ein Fünftel der Kapazität zu senken».

Dagegen lobte Lauterbach das Konzept der Deutschen Fussball Liga (DFL). «In Kombination mit Schnelltests und der Devise, dass nicht mehr als jeder fünfte Platz besetzt wird, dürfte man dieses Konzept als sicher betrachten – da bin ich mir sehr sicher», sagte der Mediziner und Gesundheitsökonom.

Nach einem Beschluss der Länder dürfen bis zum Start der Bundesliga-Saison bis zu 25'000 Zuschauer in die Stadien. Voraussetzung dafür ist, dass Personen, die nicht geimpft oder nach einer Corona-Erkrankung genesen sind, einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Zudem sind die geltenden Hygieneregeln und das Abstandsgebot einzuhalten.

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