Letzte Chance aufs WM-Ticket Nordirland träumt und Gattuso kann nicht schlafen: «Um 5 Uhr morgens wache ich auf»

bfi

26.3.2026

Nordirland-Trainer O'Neill: «Italien hat sein eigenes Problem zu bewältigen»

Nordirland-Trainer O'Neill: «Italien hat sein eigenes Problem zu bewältigen»

26.03.2026

Heute Abend trifft Gattusos Italien auf O'Neills Nordirland. Während der italienische Trainer schlaflose Nächte hat, ist sein irischer Kollege etwas entspannter. Denn er weiss, wie er die Mannschaft des vierfachen Weltmeisters aus dem Weg räumen kann.

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Igor Sertori, Björn Lindroos

Als Spieler konnte Gennaro Gattuso vor wichtigen Spielen nicht schlafen. Als Trainer ist er mehr oder weniger derselbe. Immerhin kann er sich jetzt auf die Hilfe von Schlaftabletten verlassen, die ihm sein Arzt verschrieben hat.

Ganz Italien – dieser stolze, vierfache Weltmeister – erwartet mit Spannung das erste Playoff-Spiel heute Abend gegen Nordirland. Eine Niederlage und ein damit verbundenes Verpassen der WM wäre ein Debakel.

«Um 4.30 oder 5 Uhr morgens wache ich auf und meine Augen sind weit geöffnet wie bei einer Fledermaus», sagt Gattuso. Er trägt das Gewicht einer ganzen Nation auf seinen Schultern. Der ehemalige Mittelfeldspieler des AC Mailand, der das Amt von Luciano Spalletti übernommen hat, hat fünf seiner sechs Spiele gewonnen. Aber das reicht nicht. Noch nicht.

«Ich trainiere nun schon seit einigen Jahren, aber dieses Spiel ist definitiv das wichtigste meiner bisherigen Trainerkarriere» sagt er. «Ich bin vorbereitet, und glauben Sie mir, ich denke nicht darüber nach, wie es schiefgehen könnte, sondern ich denke positiv.»

Italien-Trainer Gattuso: «Das ist eines der wichtigsten Spiele meiner Karriere»

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26.03.2026

«Ich weiss, wie ich es Italien schwer machen kann»

Auf der anderen Seite steht Michael O'Neill, der Mann, der 2012 mit einer ähnlichen Aufgabe betraut wurde: Er sollte die nordirische Nationalmannschaft aus der Krise führen. Vier Jahre später qualifizierten sich seine Schützlinge für die Europameisterschaft. «Der Druck, den man als Trainer in Italien spürt, ist ein ganz anderer als der in Nordirland», sagt O'Neill an der Pressekonferenz vor dem Spiel bodenständig.

Er fügt an: «Dieses Stadion ist ähnlich wie unseres in Belfast. Ich denke, es wird eine tolle Atmosphäre herrschen, wir müssen versuchen, Italien das Spiel schwer zu machen, damit der psychologische Aspekt eine Rolle spielt.»

Und wie will man es den Azzurri schwer machen? Der nordirische Trainer hat klare Vorstellungen: «Indem wir im Spiel bleiben, wird der Druck auf die favorisierte Mannschaft umso grösser. Je länger es 0:0 steht. Wir erwarten einen sehr schwierigen Start, aber wir können auch gefährlich sein, vor allem bei Kontern.» Ein Spiel mit vielen Toren erwartet der 56-Jährige aber nicht: «Wir hoffen auf ein sehr enges Spiel», sagt er.

O'Neill ist sich der Qualität des italienischen Mittelfelds mit Tonali, Locatelli und Barella bewusst, weiss aber auch, dass er es nicht mit dem Italien der Weltmeisterschaft 2006 zu tun hat. «Diese Mannschaft hat weder einen Del Piero noch einen Totti. Ihre Stärke liegt im Team. Aber wir respektieren sie, weil sie Spieler auf hohem Niveau hat.»

Michael O'Neill wird nach der Qualifikation für die Euro 2016 gefeiert.
Michael O'Neill wird nach der Qualifikation für die Euro 2016 gefeiert.
Keystone

Mut vom Weltmeister-Trainer

Die «Gazzetta dello Sport» veröffentlichte ein Interview mit Marcello Lippi, der sagt, dass ihn Trainer Gattuso an sich selbst erinnere. Der heute 77-Jährige führte Italien 2006 zum vierten und letzten Mal zu einem WM-Titel. Seither haben unsere südlichen Nachbarn kein K.O.-Spiel an einer Weltmeisterschaft bestritten. Einer seiner Spieler damals war auch Gennaro «Ringhio» Gattuso.

«Wir werden es schaffen, Rino. Wir sind alle bei dir, und wir fahren alle zusammen zur WM», sagt der inzwischen zurückgetretene Trainer im Interview. «Du hast es verdient, dich zu qualifizieren, weil du immer mit so viel Leidenschaft bei der Sache warst. Auf dem Feld, als Trainer und im Leben. Ich wünsche dir viel Glück, mein Freund. Du hast eine grossartige Mannschaft und wirst alles tun, um dieses Turnier nicht zu verpassen, welches wir schon viel zu lange verpassen.»

2006: Marcello Lippi (rechts) im Gespräch mit seinem Spieler Gennaro Gattuso.
2006: Marcello Lippi (rechts) im Gespräch mit seinem Spieler Gennaro Gattuso.
KEYSTONE