«Botschaften des Hasses»

Serbien provoziert den Kosovo mit einer Flagge in der Garderobe

Sandro Zappella

26.11.2022

Die Flagge in Serbiens Garderobe.
Die Flagge in Serbiens Garderobe.
bild: twitter

Serbien provoziert den Kosovo mit einer politischen Flagge in der Garderobe. Beim kosovarischen Fussballverband spricht man von «Völkermörderischen Hassbotschaften».

Sandro Zappella

26.11.2022

Sportlich hat Serbien beim 0:2 gegen Brasilien kaum für Schlagzeilen gesorgt. Dafür macht jetzt ein Bild, welches vor dem Spiel in der serbischen Kabine aufgenommen wurde, die Runde. 

Auf dem Foto aus der Garderobe ist eine Fahne mit dem Umriss des Kosovos zu sehen. Der ist allerdings eingefärbt mit der serbischen Flagge eingefärbt. Darauf ist zu lesen: «Niemals aufgeben».

Die Botschaft der Flagge wird im Kosovo so interpretiert, dass Serbien das Gebiet zurückerobern will.  Serbien anerkennt den Kosovo weiterhin nicht als Staat.

Beschwerden eingereicht

Der kosovarische Fussballverband (FFK) hat umgehend auf das Foto reagiert und schreibt bei Twitter: «Der FFK verurteilt das aggressive Vorgehen Serbiens gegen die Republik Kosovo aufs Schärfste.» Die Fussballweltmeisterschaft sei ein Ereignis der Freude und Einheit. Es sollten Botschaften der Hoffnung und des Friedens aussgesendet werden, nicht «Botschaften des Hasses», schreibt der Verband weiter.

Der FFK hat bereits Massnahmen ergriffen und zusammen mit dem kosovarischen Olympischen Komitee beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der FIFA Beschwerde eingereicht. Dazu lässt der kosovarische Verband verlauten: «Es ist beschämend, wie die Führung des serbischen Fussballverbandes solche fremdenfeindliche und völkermörderischen Hassbotschaften gegen ein gleichberechtigtes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, der FIFA und der UEFA zulässt.»

Provokation dürfte auch Schweizer Nati interessieren

Die serbische Provokation dürfte auch im Schweizer Nationalteam zum Thema werden. Unter anderem die beiden Führungsspieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben kosovarische Wurzeln. Vor vier Jahren an der Weltmeisterschaft in Russland kam es deswegen zur Doppeladler-Affäre. Xhaka und Shaqiri formten nach ihren Toren beim 2:1 gegen Serbien mit den Händen einen Doppeladler – das Wappentier des Kosovos.  

Am nächsten Freitag kommt es erneut zum Showdown zwischen der Schweiz und Serbien. Für zusätzlichen Zündstoff hat Serbien mit der Garderoben-Aktion bereits gesorgt.