So reagiert die Presse auf die Schmach von Rom

tbz

17.6.2021

«Mit diesem Auftritt bettelt die Nati förmlich darum, dass man auf sie einprügelt»

«Mit diesem Auftritt bettelt die Nati förmlich darum, dass man auf sie einprügelt»

Gegen Italien liess die Nati Leidenschaft, Kampfbereitschaft und Solz vermissen. Man kann diese Partie verlieren, aber die Art und Weise wie das geschah, treibt Redaktionskollege Flo Künzi die Zornesröte ins Gesicht. Ein Kommentar.

17.06.2021

Die Schweiz geht gegen Italien sang- und klanglos mit 0:3 unter. Am Tag danach schwärmt ganz Europa von grandiosen Italienern – die Eidgenossen kriegen ein zweites Mal auf den Deckel. 

tbz

17.6.2021

NZZ

Klar und deutlich ist die Ansage der «Neuen Zürcher Zeitung»: «Früh einmal hat sich nur noch die Frage gestellt, wie hoch die Schweizer diese Partie verlieren würden. Der letzte Gruppenmatch gegen die Türkei wird zur bedeutenden Prüfung für diese Mannschaft und diese Generation – sie hat die selbst gestellten Erwartungen an der EM bisher verfehlt, nicht knapp, sondern klar.»

Andere Schweizer Zeitungen sehen es sehr ähnlich.

Blick

«EM-Mitfavorit Italien kauft den Schweizern den Schneid ab, lässt die Blondschöpfe erbleichen. 0:3! Jetzt braucht's gegen die Türkei drei Punkte. Sonst ist schon Ende EM!»

Selbst Yann Sommer zog am MIttwoch einen schwarzen Tag ein.
Bild: Keystone

20 Minuten

«Die Schweiz hat im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Italien eine 0:3-Klatsche kassiert. In Rom zeigte die Nati einen enttäuschenden Auftritt.»

Bild: 20 Minuten

Gazzetta dello Sport

In der «Gazzetta» wird die Leistung der «Squadra Azzurra» in den Himmel gelobt. Zu den Schweizern heisst es lediglich: «Die Schweiz versuchte mit einem mutigen Start, dem Spiel ein anderes Drehbuch zu geben. Der mutige Start dauerte fünf Minuten.»

Da haben sie recht.

Corriere dello Sport

Auch hier erstmal eine endlos lange Lobeshymne an Roberto Mancinis Mannschaft. Später heisst es: «Die gnadenlosen Italiener liessen den Schweizern keine Chance – Xhaka & Co. vom italienischen Wirbelsturm überfordert.»

«Italien, was für eine Show mit Locatelli und Immobile: Die Schweiz überrumpelt, Mancini ist schon im Achtelfinale!»
Bild: Corriere dello Sport

L'Équipe

In Frankreich wird die Leistung der Schweizer Nati in der Luft zerrissen. Die Sportzeitung «L'Équipe» kritisiert unter anderem auch die Entscheidungen von Trainer Petkovic. «Das nächste Mal wird Vladimir Petkovic anders aufstellen. Der Schweizer Trainer entschied sich gegen Italien (0:3) für die gleiche Aufstellung wie gegen Wales (1:1). Trotz einiger Warnungen ... Diesmal gab sich sein Team zu leicht geschlagen, inkonsequent wie immer in der Offensive, mit nur einem Torschuss des eingewechselten Steven Zuber (64., Parade von Donnarumma) und extrem wacklig in der Defensive.

Aber damit nicht genug: «Dazwischen fehlte es dem zentralen Mittelfeld an Aggressivität und Durchschlagskraft, ähnlich wie bei Remo Freuler, der von seiner Form bei Atalanta Bergamo weit entfernt ist.»

Einzig Xherdan Shaqiri erhält gute Noten. Das Schlussfazit fällt aber ernüchternd aus. «Die Nati kann es sich nicht leisten, weiter zurückzustecken, denn sie hat sich vor der Euro hohe Ziele gesetzt.»

Die Bild

In Deutschland nimmt man vor allem die Frisuren der Schweizer wahr, nicht die Leistung auf dem Platz. So schreibt die «Bild»: «Die Schweizer sind nur ausserhalb des Platzes auffällig: Der Ex-Gladbacher Granit Xhaka und BVB-Star Manuel Akanji haben die Haare blond. Ein Punkt nach zwei Spielen, es heisst Zittern fürs Weiterkommen ...»

The Mirror

Auch in England wird die Leistung der Italiener gelobt. Mancinis Mannschaft werde mit jedem verstreichenden Spiel mehr zum absoluten EM-Favoriten. 

Für die Schweiz bleiben nicht viele Worte. «Nach starken fünf Minuten zu Beginn wurden sie von der italienischen Pressing-Maschine erstickt, sodass sie nicht mehr atmen konnten.»