FIFA-Präsident feiert Jubiläum 10 Jahre Gianni Infantino: Seine 10 Momente für die Ewigkeit

Jan Arnet

26.2.2026

Bitte lächeln: FIFA-Präsident Gianni Infantino liess sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Staatschefs ablichten – zuletzt auch oft mit Donald Trump.
Bitte lächeln: FIFA-Präsident Gianni Infantino liess sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Staatschefs ablichten – zuletzt auch oft mit Donald Trump.
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Am 26. Februar 2016 wurde Gianni Infantino als Nachfolger von Sepp Blatter zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt. Wir blicken zurück auf besondere, emotionale oder bizarre Momente mit dem Walliser.

Jan Arnet

Die Reise beginnt

Als die FIFA im Jahr 2015 nach dem angekündigten Rücktritt von Sepp Blatter einen neuen Präsidenten suchte, brachte sich Gianni Infantino – zu diesem Zeitpunkt UEFA-Generalsekretär – in Stellung. Auch dank der Sperre gegen Michel Platini (mehr dazu hier). Bei der Wahl am 26. Februar 2016 in Zürich setzte er sich gegen Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa aus Bahrain durch. 2019 und 2023 trat Infantino ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl an und wurde am FIFA-Kongress bestätigt.

Ein Eckball, der um die Welt geht

Ist der mächtigste Mann im Weltfussball auch ein talentierter Kicker? Das Video, das vor einigen Jahren im Netz die Runde machte, lässt eher das Gegenteil vermuten ...

35 verhaftete Iranerinnen vor Infantinos Augen

Im März 2018 reiste Infantino in den Iran und besuchte da auch ein Fussballspiel. Vor der Partie hatte er noch gesagt, er sei glücklich über die Fortschritte, die Iran bezüglich der Verbesserung der Situation der Frauen mache – gerade auch, was das Fussballspielen angehe. 

Während Infantino dann auf der Ehrentribüne sass, kam es vor dem Stadion zu unschönen Szenen. 35 Frauen wurden von der Polizei verhaftet – weil sie sich das Spiel im Stadion ansehen wollten. Auf die Geschehnisse angesprochen, meinte der FIFA-Boss kurz darauf: «Wir können nicht alle Probleme der Welt in der FIFA lösen. Aber wir können immer ein Lächeln in die Gesichter zaubern.»

März 2018: Infantino besucht den damaligen iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani.
März 2018: Infantino besucht den damaligen iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani.
Keystone

Ein Lob für Putins Russland

Vor seiner ersten WM als FIFA-Boss, 2018 in Russland, forderte Infantino die «westlichen Medien» auf, «nicht alles, was aus dem Osten kommt – aus Russland oder der arabischen Welt – mit dunkler Farbe zu übermalen». Nach dem Turnier verkündete der Italo-Schweizer, dass die Kritiker Wladimir Putins seiner Meinung nach völlig falsch lagen. «Die WM hat Russland verändert.» Ein Jahr später bekam Infantino von Putin einen Orden der Freundschaft verliehen.

Bis zur nächsten WM waren Putins Truppen in die Ukraine einmarschiert. Russland ist bis heute von der FIFA gesperrt und darf an keinen Wettbewerben teilnehmen. Infantino hat sich kürzlich allerdings für die Rückkehr russischer Teams in internationale Wettbewerbe ausgesprochen.

Gianni Infantino posiert an der WM 2018 mit Wladimir Putin.
Gianni Infantino posiert an der WM 2018 mit Wladimir Putin.
Keystone

«Katar, Katar, Katar! FIFA, FIFA, FIFA!»

Wenige Tage vor der Auslosung der WM 2022 wollte Infantino in Katar für Euphorie sorgen. In einer Rede stellte er das Volunteer-Programm vor und lobte die künftigen Helferinnen und Helfer in den höchsten Tönen. Zum Schluss versuchte er, das Publikum mit Sprechchören mitzureissen.

Dreimal sollten die Anwesenden «Katar» rufen, danach dreimal «FIFA». Doch kaum jemand machte mit, die Rufe erstarben schon nach wenigen Sekunden. Im Netz folgte prompt der Spott – die Szene machte auf Social Media schnell die Runde.

Die «Today I feel…»-Rede vor der WM 2022

Vor der WM 2022 sorgte Infantino mit einer Pressekonferenz in Doha international für Aufsehen, als er sagte: «Heute fühle ich mich … schwul, behindert, arabisch, afrikanisch, als Gastarbeiter …» – es war eine rhetorische Zuspitzung, die vielfach als unpassend und unprofessionell kritisiert wurde.

Das Messi-Gewand nach dem WM-Sieg

Argentinien gewinnt die WM 2022. Für Lionel Messi ist es der Höhepunkt seiner glanzvollen Karriere. Doch kurz vor der Pokalübergabe sorgt eine Szene für Stirnrunzeln. Der Emir von Katar und der FIFA-Präsident legen Messi einen schwarz-transparenten Umhang über. Es ist ein Bischt, ein traditionelles arabisches Kleidungsstück. Messi wirkt irritiert, lässt es aber geschehen und stemmt wenig später samt Bischt den Pokal in die Höhe. Kritik wird laut, dass dem womöglich besten Fussballer aller Zeiten der grösste Moment seiner Karriere genommen wird.

Der Emir von Katar legt Lionel Messi ein spezielles Gewand um.
Der Emir von Katar legt Lionel Messi ein spezielles Gewand um.
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FIFA-Friedenspreis für US-Präsident Trump

Bei der Auslosung für die WM 2026 verlieh Infantino Donald Trump einen eigens geschaffenen «FIFA Peace Prize» und lobte ihn öffentlich – was Kritik wegen Verletzung der politischen Neutralität auslöste und zu offiziellen Beschwerden führte.

Vor wenigen Tagen wurde erneut Kritik laut, als Infantino als Gast bei der ersten Sitzung des umstrittenen Friedensrates von US-Präsident Donald Trump auftrat und in einer Rede «eine echte Partnerschaft» zwischen dem Gremium und dem Weltfussballverband verkündete. Passend dazu setzte sich der FIFA-Boss eine USA-Mütze auf, was erneut in den Medien als Verletzung der Neutralitätspflicht angesehen wurde.

Infantino setzt sich eine USA-Mütze auf.
Infantino setzt sich eine USA-Mütze auf.
Keystone

Der Italo-Schweizer wird Libanese

Seit einigen Tagen ist Infantino dank einer für ihn angewendeten Ausnahmeregel offiziell auch Staatsbürger des Libanons. «Ich bin stolz, Libanese zu sein», schrieb der FIFA-Boss Mitte Februar in einem Instagram-Post. Dazu veröffentlichte er einen Videoclip, in dem er – auf Englisch – seine Liebe zu dem arabischen Mittelmeerstaat erklärt, sich Fingerabdrücke für den Pass nehmen lässt und diesen dann strahlend vorzeigt. Infantino wurde als Sohn italienischer Einwanderer in der Schweiz geboren und ist mit einer Libanesin verheiratet.

Viel Lob – aber nicht von Blatter

Man kann von Infantino halten, was man will. Auch wenn der mächtigste Mann des Weltfussballs vielerorts kritisiert und auch gerne verspottet wird, hat er auch viele Befürworter auf seiner Seite. In mehr als 200 Ländern werde die Arbeit des Verbandsbosses positiv bewertet, er sei beliebt und geschätzt, heisst es seitens FIFA. Neben Trump, Putin und Co. äussern sich immer wieder auch prominente Sportgrössen positiv zu Infantino.

«Er hat ein Fussballherz» sagte beispielsweise Karl-Heinz Rummenigge kürzlich. Und NFL-Legende Tom Brady lobte: «Gianni ist ein Mann des Volkes. Wer ihn näher kennenlernt, versteht, welche Person er ist und welche Werte er vertritt.»

Einer der grössten Infantino-Kritiker ist dagegen sein Vorgänger Sepp Blatter, der Infantino unterstellte, wie ein Sonnenkönig zu regieren: «Wer ist heute die FIFA? Sie besteht nur noch aus ihrem Präsidenten Infantino. Die FIFA ist eine Diktatur!»

Tom Brady über Infantino: «Was er puncto Leadership und Inklusion leistet, ist bemerkenswert»

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Football-Legende und WM-Botschafter Tom Brady findet für FIFA-Chef Gianni Infantino nur lobende Worte.

25.02.2026