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Jetzt meldenKap Verdes Keeper Vozinha wächst gegen Spanien über sich hinaus und sichert den Westafrikanern beim WM-Debüt gleich einen Punkt.
Top-Favorit Spanien hat die erste grosse WM-Überraschung hinnehmen müssen und ist mit einem 0:0 gegen Aussenseiter Kap Verde ins Turnier gestolpert. Vor 67'640 Fans war der Europameister in Atlanta zwar überlegen, doch vor dem Tor fast komplett harmlos.
Ferran Torres (39.) traf nach Pass von Marc Cucurella zwar die Latte, den Abstauber von Mikel Oyarzabal hielt aber Goalie Vozinha stark. Der Torwart von Kap Verde war nun warm, vereitelte gleich noch die nächste Hochkaräter von Torres (45.) und Aymeric Laporte (45.+2).
Auch nach der Pause scheiterten die hochdekorierten Stars am 40-jährigen Keeper, der in der zweiten portugiesischen Liga bei GD Chaves unter Vertrag steht. Der Vertrag mit dem Klub läuft Ende dieses Monats aus. Seine Zukunft ist noch offen. In Europa stand er schon in Zypern, Moldawien und der Slowakei unter Vertrag.
Nach 72 Minuten brachte Trainer Luis de la Fuente noch Superstar Lamine Yamal. Doch auch dem Wunderknaben gelang es nicht, den 90-fachen Internationalen zu bezwingen.

Vozinha wird gegen Spanien zum Helden.
KEYSTONE
Am Ende verzeichneten die Iberer zwar 27 Abschlüsse, doch an Vozinha (7 Paraden!) gab es am Montag kein Vorbeikommen. Der 40-Jährige – sein Marktwert liegt bei 50'000 Euro – ist damit der älteste Goalie, der bei seinem WM-Debüt eine weisse Weste behält. Nach dem Schlusspfiff flossen beim Matchwinner die Tränen.
«Ich habe wegen meiner Großeltern geweint», sagte der «Man of the Match». «Ich bin mit ihnen aufgewachsen und traurigerweise sind sie vor ein paar Jahren gestorben. Sie haben alles für mich getan.»
Auch die Situation seiner Mutter trieb dem Torwart die Tränen in die Augen. «Sie konnte heute nicht hier sein, weil wir die Kaution für das Visum nicht rechtzeitig zahlen konnten», hält Vozinha fest. Von Personen aus bestimmten Staaten verlangt die US-Regierung eine Kaution für ein Visum. Im Fall von Kap Verde liegt diese zwischen 5000 und 15'000 Dollar.
Dass er dabei immer den Namen Vozinha auf dem Rücken trug, liegt an seinem Übernamen aus der Kindheit und einem Zufall zum Start seiner Auslandskarriere . «Ich spielte in den Strassen meiner Heimatstadt oft mit älteren Kindern Fussball. Weil ich sehr ehrgeizig war, ärgerte ich mich über die Niederlagen und stampfte danach wütend nach Hause», erzählte er gegenüber «FIFA.com». «Da ich bei meinen Grosseltern wohnte, machten sich die anderen Kinder lustig über mich, indem sie sagten, ich würde mich bei meinen Grosseltern beklagen. So kam es zum Spitznamen Vozinha.»
Ganz Kap Verde lernte den Goalie als Vozinha kennen. Als er dann für sein erstes Engagement im Ausland nach Angola wechselte, wollte er wieder unter seinem Geburtsnamen Josimar, den er zu Ehren des früheren brasilianischen Aussenverteidigers erhielt, spielen. Doch in seinem neuen Klub gab es bereits einen Josimar, also blieb er bei Vozinha.
Einen Eintrag in die Geschichtsbücher holte sich übrigens auch Mikel Oyarzabal. Der Spanier ist der erste Spieler seit 1966, der in den ersten dreissig Minuten eines WM-Spiels kein einziges Mal den Ball berührte.
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