Benzema-Deal frustriert Superstar Al-Nassr investiert zu wenig: Streikt sich Cristiano Ronaldo aus Saudi-Arabien weg?

Syl Battistuzzi

4.2.2026

Cristiano Ronaldo scheint aktuell nichht zufrieden mit seinem Arbeitgeber zu sein.
Cristiano Ronaldo scheint aktuell nichht zufrieden mit seinem Arbeitgeber zu sein.
IMAGO/Maciej Rogowski

Erst bis 2027 verlängert, nun schon wieder unzufrieden: Cristiano Ronaldo soll bei Al-Nassr streiken. Der Frust über ausbleibende Transfers, interne Entscheide und die Vormachtstellung der Konkurrenz bringt selbst einen vorzeitigen Abgang des Weltstars ins Spiel.

Syl Battistuzzi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Cristiano Ronaldo fehlte überraschend bei Spiel und Training von Al-Nassr. Laut Medien streikt CR7 aus Frust über Klub und Liga.
  • Auslöser soll die Transferoffensive von Liga-Rivale Al-Hilal sein, verstärkt durch den Wechsel von Karim Benzema, während Al-Nassr im Winter kaum nachrüstete.
  • Die Spannungen könnten zu einem vorzeitigen Abgang führen, da Ronaldo laut Berichten eine Ausstiegsklausel besitzt und den Klub im Sommer verlassen könnte.

Cristiano Ronaldo fehlte am Montag bei der Partie seines Klubs Al-Nassr gegen Al-Riyadh überraschend im Kader. Dank eines Treffers von Sadio Mané gewann das Team von Jorge Jesus auch ohne CR7 und ist Tabellen-Zweiter (46 Punkte). Leader Al-Hilal (47) büsste nach einem torlosen Remis gegen das drittplatzierte Al-Ahli (44) an Terrain ein.

Der Portugiese soll angeblich aus Schonung nicht auf dem Platz gestanden haben. fehlte dann aber auch am Dienstag im Training. So berichten diverse Medien, der Superstar befinde sich im Streik. Ronaldo soll frustriert über die Lage bei seinem Verein und die Liga sein.

Das Fass zum Überlaufen soll ausgerechnet sein früherer Real-Kollege Karim Benzema haben. Der Franzose wechselt am Montagabend von Meister Al-Ittihad zum Tabellenführer Al-Hilal. Benzema zeigte sich offenbar mit dem Angebot zur Vertragsverlängerung unzufrieden und heuerte beim Rivalen an. Der 38-Jährige erhielt einen Vertrag über eineinhalb Jahren.

Bei Al-Hilal trifft der Torjäger (in 83 Spielen 54 Treffer) auf namhafte Teamkollegen wie Darwin Nunez, Theo Hernandez oder Kalidou Koulibaly. Dazu verstärkte sich der Klub mit Mohamed Meïté (30 Mio. Euro), Saïmon Bouabré (23 Mio. Euro) und Routinier Pablo Marí (2 Mio. Euro).

Der Portugiese sieht sein Team finanziell benachteiligt

An der Transferoffensive des Liga-Konkurrenten hat Ronaldo wenig Freude. Zumal Al-Nassr im Winter keine grosse Verstärkungen bekam. Der Ärger richtet sich an den staatlichen Saudi-Fonds Public Investment Fund (PIF), der mehrere Top-Klubs (Al-Hilal, Al-Ahli und Al-Ittihad) finanziert. Die aus seiner Sicht ungleichen Investitionen benachteiligen seinen Klub – und damit auch seine Chancen, endlich auch in der Wüste einen Titel zu holen. Und an seinem Tore-Konto schrauben – der fünffache Weltfussballer will unbedingt die 1000er-Marke knacken.

Benzemas Wechsel wurde aber nicht von der Liga oder dem PIF finanziert, sondern von Prinz Alwaleed bin Talal, einem privaten saudischen Milliardär, wie «Sky» erläutert. So könnte also auch Al-Nassr mit Unterstützung privater Investoren aufrüsten.

Im Sommer war Ronaldo noch zufrieden, als man Mohamed Simakan (35 Mio. Euro), João Félix (30 Mio. Euro), Kingsley Coman (25 Mio. Euro) und Iñigo Martínez (ablösefrei) holte. Für insgesamt etwas mehr als 100 Millionen Euro. 

Seit Ronaldos Ankunft 2023 hat Konkurrent Al-Hilal mit 647 Millionen Euro für Transfer (unter anderem Neymar, Malcom, Rúben Neves, Mitrovic, Milinkovic-Savic, Darwin Nunez, Theo Hernandez und neu Benzema) am meisten Geld ausgegeben.

Al-Nassr hat 237 Millionen Euro weniger aufgworfen (unter anderem Sadio Mané, Aymeric Laporte, Kingsley Coman). Unter dem Strich sind es aber immer noch stolze 410 Millionen Euro. Wiederum 30 Millionen Euro weniger hat Al-Ahli aufgeworfen (unter anderem Enzo Millot, Ivan Toney, Ryiad Mahrez, Edouard Mendy, Franck Kessié und Roberto Firmino.

Platz 4 in der Ausgaben-Tabelle hat Al-Ittihad, welches mit dem nun abgewanderten Benzema, N'Golo Kanté (soeben zu Fenerbahce gewechselt), Steven Bergwijn, Moussa Diaby oder Fabinho) noch 365 Millionen Euro auf dem Transfermarkt hingelegt hat, wie «AS »berichtet.

Streik trotz Mega-Lohn

Wie «transfermarkt» ausführt, hat die Zurückhaltung von Al-Nassr wohl auch interne Gründe. So sollen die Befugnisse der Führung um Sportdirektor Simão Coutinho und Geschäftsführer José Semedo – zwei Landsleute Ronaldos – Anfang des Monats durch einen Beschluss des Verwaltungsrats eingefroren worden sein, was Ronaldo ebenfalls nicht gefallen haben soll.

Erst im Sommer 2025 verlängerte Ronaldo seinen Vertrag mit Al-Nassr bis mindestens 2027. Der 226-fache Internationale (143 Tore) verdient dabei über eine halbe Million Euro Basisgehalt pro Tag. Zudem kriegt der Ausnahme-Athlet noch diverse Boni – und ist Botschafter für die WM 2034, welche in Saudi-Arabien stattfindet. So sollen die saudischen Bosse nicht glücklich mit dem Vorgehen ihres Aushängeschilds sein. Zumal dieser den lukrativsten Vertrag der Sportgeschichte bekommen hat. 

Cristiano Ronaldo wird in der Wüste vergoldet.
Cristiano Ronaldo wird in der Wüste vergoldet.
Amr Nabil/AP/dpa

Doch aufgrund der aktuellen Spannungen ist ein Abgang nicht mehr unwahrscheinlich. Ein unzufriedener Ronaldo scheut keine Konflikte, wie auch sein früherer Arbeitgeber Manchester United erfahren musste.

Gemäss der portugiesische Zeitung «Record» (via n-tv) könnte CR7 den Klub im Juni verlassen. Er besitze in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 50 Millionen Euro.