Alle gegen Bayern – Das macht die Trainersuche nicht einfacher

mar

19.3.2018

Ob Uli Hoeness auch dieses Mal seinen Willen wieder durchdrücken wird?
Bild: Getty Images

Man liebt sie oder man hasst sie. Im Fall der Bayern gilt das nicht nur für die Fans, sondern auch für Ex-Trainer und andere Fussballgrössen. Aktuelle Beispiele.

Mit Jupp Heynckes kehrte beim deutschen Rekordmeister definitiv der Erfolg zurück. Das lässt sich nicht abstreiten. In der deutschen Meisterschaft ist die alte Langeweile zurückgekehrt und auch in der Champions League zogen die Münchner zuletzt souverän in den Viertelfinal ein. Da macht es auch keinen Unterschied, dass man zuletzt gegen Leipzig eine 1:2-Niederlage kassierte. Alles was sich dadurch ändert, ist die Tatsache, dass die Bayern nicht den Rekord für den schnellsten Titelgewinn in der Bundesliga knacken werden.

Aus sportlicher Sicht läuft also alles rund. Nur die Suche nach einem neuen Trainer entpuppt sich als schwieriger als erwartet. Hier halfen alle Bemühungen, Heynckes zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen bisher nichts. Man tut sich schwer. Vielleicht auch wegen des Rufes und der internen Arbeit. Auf jeden Fall veranstalten derzeit gleich mehrere Fussballgrössen wieder mal eine Hetzjagd gegen den Ligakrösus.

Bayerns Ex-Trainer verschaffen sich Luft

Kritiker Nummer 1 ist Ex-Trainer Carlo Ancelotti, der in einem Interview mit der «Gazzetta dello Sport» seinem Ex-Verein keine Chance in der Königsklasse einräumt. «Für mich sind Real Madrid und der FC Barcelona die Favoriten», meint der Italiener trocken, «wegen ihrer Erfahrung. Und, weil sie Cristiano Ronaldo und Lionel Messi haben.» Dass Ancelotti selber die Bayern gegen Paris beinahe ins vorzeitige Verderben geführt hat, hat er anscheinend schon wieder vergessen. Stattdessen liebäugelt er mit einem neuen Job bei der italienischen Nationalmannschaft. Dazu sagt er aber bloss selbstsicher: «Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Damit lasse ich mir auch noch bis Juni Zeit.»

Der zweite Kritiker im Bunde ist ebenfalls ein Ex-Trainer der Bayern: Louis van Gaal. Er prophezeit dem Rekordmeister noch weitere schlaflose Nächte, was die Trainersuche angeht. Denn: «Erfolgreiche Trainer wollen nicht, dass die Bosse sich in die Arbeit einmischen.» Genau das wird bei Bayern aber immer der Fall sein. Zumindest solange Uli Hoeness seine Hände im Spiel hat. Kritisch betrachtet der 66-Jährige auch die Nachwuchsförderung. «Die Jugendabteilung ist den Bayern nicht so wichtig, denke ich.» Den ausgemachten Grund dafür liefert er auch: «Weil es für Bayern einfacher ist, die besten Spieler anderer Mannschaften zu kaufen. Sie machen die anderen Klubs damit schwächer.»

Tuchel plötzlich wieder Hauptfavorit?

Vielleicht sind die beiden noch immer etwas gekränkt, vielleicht stimmt aber auch das eine oder andere, was sie sagen. Einfacher wird die Trainersuche für den FC Hollywood dadurch auf jeden Fall nicht. Umso weniger, wenn Heynckes wie zuletzt seine Zukunft doch auf einmal wieder offen lässt. Eher unwahrscheinlich scheint inzwischen, dass Julian Nagelsmann oder Ralph Hasenhüttl das schwere Erbe antreten werden. Der Österreicher meinte nach dem Sieg am Wochenende zu den aktuellsten Gerüchten bloss: «Schmarrn und Schwachsinn».

Thomas Tuchel ist dadurch plötzlich wieder in die Pole Position gerutscht. Aber auch da ist das letzte Wörtchen noch längst nicht gesprochen. Denn Mats Hummels hat bereits angekündigt, dass er unter keinen Umständen wieder unter Tuchel Fussballspielen werde und umgehend zum BVB zurückwechseln würde.

Machtspielchen, wohin man schaut. Und am Ende werden sich Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge wohl doch wieder durchsetzen. Denn bei aller Kritik ist und bleibt Bayern eben auch die attraktivste Adresse im deutschen Fussball mit dem meisten Geld und dem meisten Erfolg.

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