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Jetzt meldenZwei Herzen schlagen in der Brust, doch ein Fussballer muss sich für eine Nation entscheiden. Breel Embolo, in Kamerun geboren und in der Schweiz gross geworden, erzählt bei «The Belonging» seine Geschichte.
Seine ersten Lebensjahre verbrachte Breel Embolo in Kamerun. Im Februar 1997 wurde er in der Hauptstadt Yaoundé geboren. Viele Erinnerungen an seine Kindheit hat der Nati-Stürmer aber nicht. Der kleine Breel war drei Jahre alt, als seine Mutter Kamerun verliess und in die Schweiz zog.
«Es ging dann ungefähr zwei Jahre, bis ich sie wiedersehen konnte», erzählt Embolo. «Dann durfte ich Kamerun verlassen und mein Mami wiedersehen. Ich wusste nicht, wo ich hingehe und was die Schweiz überhaupt ist. Das Wichtigste war, dass ich wieder bei meiner Mutter sein konnte.»
2010 kam er in die Junioren des FC Basel, vier Jahre später gab er als 17-Jähriger sein Debüt bei den Profis – unter Trainer Murat Yakin. Zu diesem Zeitpunkt hatte Embolo den Schweizer Pass noch nicht. Erst ein paar Wochen vor seinem A-Nati-Debüt im März 2015 bekam er den diesen.
Verwurzelt war Embolo in Kleinbasel aber längst. Als er sich die Rückennummer beim FCB aussuchen durfte, wählte er nicht einfach so die 36 – der Bus Richtung Kleinhüningen, in dem der Offensivspieler Jahr für Jahr zwischen Schule, Zuhause und Fussballplatz pendelte, hat die Nummer 36. «Diese Zahl bedeutet mir so viel. Sie gibt mir Kraft und Sicherheit. Ich versuche in jedem Klub, diese Nummer zu kriegen.»

Die Schweizer Doku-Serie «The Belonging» erzählt von Fussballspielern zwischen mehreren Kulturen – und von der Frage, wie Zugehörigkeit in einer vielfältigen Gesellschaft überhaupt entsteht. Die vierteilige Serie startet am 3. Juni 2026 auf blue Play mit zwei Episoden, die weiteren Folgen erscheinen anschliessend wöchentlich bis zum 17. Juni.
Der kamerunische Fussballverband bemühte sich schon früh um Embolo, als dieser noch bei den Junioren spielte. Der frühere Weltstar Samuel Eto'o, heute Präsident des kamerunischen Fussballverbands, machte es sich höchstpersönlich zur Aufgabe, den Stürmer von einem Nationenwechsel zu überzeugen. Und lockte mit einem Aufgebot für die WM 2014.
«Ich wusste, dass ich bei Kamerun sofort bei den Grossen mitspielen könnte. Auf der anderen Seite war die Schweiz – und ich hatte keine Garantie, dass ich auch mal in der A-Nati spielen kann», erinnert sich Embolo. Es sei «einer der schwierigsten Entscheide meines Lebens» gewesen.
Embolo war gerade einmal 17 Jahre alt, als er dem SFV den Zuschlag gab. «Es war kein Entscheid gegen Kamerun, sondern einer für die Schweiz. Weil dieses Land mir alles gegeben hat. Alle Erinnerungen, die ich habe, stammen aus der Schweiz. Ich wollte mich für das Land entscheiden, in dem ich mich wohl und zuhause fühle.» Seine Wurzeln vergisst Embolo trotzdem nicht. «Ich musste den kamerunischen Pass abgeben. Aber ich komme immer noch aus Kamerun.»
Heute, zwölf Jahre später, hat Embolo schon 87 Länderspiele auf dem Buckel. Das Schwierigste war das Auftaktspiel der WM 2022 – gegen Kamerun. «Alle Augen waren auf mich gerichtet. Während der Nationalhymne hatte ich Tränen in den Augen. Das hatte ich nicht einmal bei der Geburt meiner Kinder.» In diesem Moment seien noch einmal alle Gefühle hochgekommen. Embolo realisierte, dass er nun gegen das Land spielt, in dem er geboren wurde.

Breel Embolos «Jubel» nach seinem Tor gegen Kamerun.
imago
Und es kam, wie es kommen musste: Embolo schoss das Tor zum 1:0 für die Schweiz und die Nati damit zum Sieg. Der Stürmer verzichtete auf einen Jubel, entschuldigte sich schon fast beim Gegner für den Treffer. «Wieder hatte ich Tränen in den Augen, wie schon bei der Hymne», erinnert sich Embolo. «Für mich war das der Höhepunkt meiner Karriere.»
Kritik gab es dennoch – aus Kamerun, aber auch aus der Schweiz wegen seiner entschuldigenden Geste. Embolo: «Du fühlst dich als Verräter, aber auch als Held. Das ist das Dreckige an diesem Spiel.»
Die Doppelbürger-Debatte ist im Fussball, gerade in der Schweiz, allgegenwärtig. Spieler wie Manuel Akanji, Breel Embolo, Ivan Rakitic oder Albian Hajdari mussten sich entscheiden, für welche Nation sie auflaufen wollen. In der Doku «The Belonging» sprechen die Fussballer über diesen grossen Entscheid. Jetzt Folge 3 streamen auf blue Play und Sky.